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Ginny und Harry Vorschüler

 Alter: 15 Anmeldungsdatum: 24.11.2007 Beiträge: 25 Wohnort: Godric's Hollow
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Verfasst am: 08.11.2008, 19:04 Titel: Für immer und ewig |
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Es war bereits dunkel, da die Sonne schon vor einer Stundeuntergegangen war. Die Sterne leuchteten am Himmel und der Mond warf seinenkühlen Schein über die Erde. Eine friedliche Nacht begann auf der Welt.
Doch ganz so friedlich, wie sie für den ein oder anderenwerden sollte, war sie für Bellatrix Black nicht.
Mit wehendem Umhang huschte sie über einen langen steinigenBoden. Ganz in schwarz war sie gekleidet. Ein schwarzes Kleid und darüber denpassenden Umhang trug sie auf ihrem Körper. Ihr schwarzes Haar fiel ihr bis zuden Knien und flatterte aufgeregt im Wind.
Irgendetwas schien sie zu verfolgen, so schnell wie sieging. Immer wieder drehte sie sich um und versuchte Personen auszumachen, diezu ihrem Glück nicht vorhanden waren.
Sie hielt kurz an, um zu lauschen. Doch es war alles ruhig.Nur die Grillen zirpten in dieser Sommernacht.
Bellatrix Schuhe klapperten über die Straße, als sie sichwieder in Bewegung setzte. Wieder fing ihr Umhang an zu wallen und ihr Haarwehte im Wind.
Die Umgebung veränderte sich mit jedem Schritt, den sie tat.Als sie ihr Elternhaus verließ, um einen Friedhof in Little Hangletonaufzusuchen war ihr das Umfeld viel vertrauter, als jetzt. Vorher gab es nurWiesen und große Parks. Jetzt sah man nur Wald und Bäume, die bedrohlich in denHimmel hinauf wuchsen. Der Wald schien endlos zu sein. Wohin man auch sah gabes nur Bäume.
"Ach, wenn ich doch schon apparieren könnte!",sagte Bellatrix wütend zu sich selbst. "Nur noch zwei Tage, dann bin ich17. Ein oder zwei Tage mehr, die ich apparieren dürfte, schaden dochniemandem."
In zwei Tagen würde Bellatrix 17 und somit endlichvolljährig werden. Alleine und nur mit ihrem Zauberstab bewaffnet, hatte siesich aus dem Haus ihrer Eltern, Druella und Cygnus Black, geschlichen, um sichden dunklen Mächten Lord Voldemorts anzuschließen. Schon immer hatte sie diedunklen Künste bewundert.
So frei und gewissenlos, wie sie sich verbreiteten. Sounbekümmert über die Meinung anderer, genau wie Bellatrix selbst, waren diedunklen Künste. Schon Bellatrix' Vater verwendete sie und ihr Großvater, ihreMutter. All die Leute, mit denen sie aufgewachsen war, vergötterten dieseMächte.
Einige davon waren auch Anhänger des dunklen Lords, dem sieheute auch ihre Treue schwören würde.
Nachdem Bellatrix in der Schule von Lucius Malfoy erfahrenhatte, dass Lord Voldemort Anhänger suchte, konnte sie gar nicht mehr aufhörendavon zu träumen eine von ihnen zu sein. Der mächtigste, finsterste Herrscher,der je gelebt hatte, suchte Anhänger und sie würde eine davon sein. Aber siewürde nicht irgendeine Todesserin sein. Nein, sie wäre die treueste Dienerinvon allen. Der Lord würde sie mehr als alle anderen vorziehen. Das warBellatrix' Plan, den sie ab heute in die Tat umsetzen wollte.
Bellatrix war so vernarrt in die dunklen Künste undVoldemort, dass ihr schon gar nicht mehr auffiel, wie wenige Freunde sie sichdamit machte. Die meisten hatten Angst vor ihr und trauten sich nicht, sieanzusprechen. Anderen war sie egal. Doch diejenigen, die genauso dachten, wieBellatrix, waren von ihrem Auftreten begeistert.
Vor allem die Männer. Es gab nicht viele Frauen, die sodachten, wie Bella. Tagtäglich musste sie den Jungen in der Schule irgendwelcheTricks beibringen oder Flüche lehren.
Bellatrix war bei diesen Schülern beliebt. Sie taten allesfür sie. Und Bella wusste dies auszunutzen.
Sie konnte schon gar nicht mehr zählen, wie oft sie mitLucius oder Rodolphus im Raum der Wünsche war und ihnen"Privatstunden" gab.
Wie eine wilde Katze ist sie dann über die beidenhergefallen und hat ihnen gezeigt, wie man die dunklen Künste und nicht nur dieum den Finger wickelte. Oh ja, Bellatrix Black, liebte die schwarze Magie unddas gefährliche Spiel.
Noch immer befand sich Bellatrix in dem Wald. Er schien tatsächlichnicht enden zu wollen. Sie war bereits spät dran, da ihre Eltern auf ihr Zimmereinen Schutzzauber gelegt hatten, damit sie nicht heimlich abhauen konnte. Dochsie hatte es geschafft. Eine halbe Stunde länger als erwartet hatte siegebraucht um sich aus dem Staub zu machen.
Sie hatte ihre Eltern ausgetrickst und war entkommen. Obwohles kein Geheimnis war, dass Bellatrix gerne zu den Todessern gehören wollte,musste sie ihren Eltern verschweigen, dass sie heute bei diesen aufgenommenwerden würde.
An einer Weggabelung würde sie Lucius Malfoy abholen und mitihr auf den Friedhof apparieren, doch bis sie dahin kam, dauerte es wohl nocheine Weile, denn der Wald teilte sich nur in links und rechts.
Bellatrix beschleunigte ihre Schritte um nicht allzu spät zukommen. Sie war zwar spät dran, aber sie konnte es noch immer schaffenpünktlich anzukommen. Sie drehte sich wieder um, um zu prüfen, ob jemand hinterihr war, dann blieb sie erneut kurz stehen und horchte in die Dunkelheithinein.
Nichts. Kein Mucks war zu hören. Sie hörte nur ihren eigenenaufgeregten Atem und die Grillen zirpen. Bellatrix sah sich kurz um und beganndann wieder zu laufen. Plötzlich fuhr sie zusammen und stoppte abrupt.
Sie hatte etwas gehört. Zuerst ein PLOPP und dann einmerkwürdiges Tappen. Schritte.
Irgendjemand musste hinter ihr sein. Bellatrix rührte sichnicht. Wenn tatsächlich jemand hinter ihr war, dann wollte sie sich auf keinenFall verraten. Die Schritte kamen immer näher. Sie konnte kaum etwas sehen, dadie Dunkelheit in diesem Teil des Waldes noch dichter geworden war.
Langsam griff sie in ihre Umhangtasche und zog ihrenZauberstab heraus. So leise wie möglich versuchte sie ihren Atem zu zügeln undhielt sich den Mund zu.
Wenn sie doch nur sehen könnte, was da hinter ihr war, dochsie wagte es nicht, sich umzudrehen.
Sie musste sich zusammenreißen um nicht "Lumos" zusagen, damit sie endlich etwas sehen konnte.
"Bellatrix, steck deinen Zauberstab weg!", sagteplötzlich eine Stimme hinter ihr.
Bellatrix fuhr herum und sah einen grellen Schein auf siezukommen. Ein Mann hielt seinen Zauberstab hoch und kam ihr immer näher. DasGesicht des Mannes konnte Bellatrix nicht ausmachen, dazu war es zu dunkel undder Lichtschein nahm ihr kurzfristig das Sehvermögen. Den Zauberstab stecktesie jedoch nicht weg.
"Wer…wer ist da?", fragte Bellatrix stotternd undhielt sich die Hand schützend vor die Augen.
"Du weißt, wer da ist!", sagte die Stimme kalt undder Mann stand jetzt so nah vor ihr, so dass das Licht seines Zauberstabs inihren Augen weh tat.
Jetzt konnte sie sein Gesicht sehen. Ein spitzes, markantesGesicht, das von langem blondem Haar eingerahmt wurde, blickte auf sie herab.Sie wusste wer da vor ihr stand. Mit seinem langen, schwarzen Umhang und seinenblonden Haaren, war er nicht zu verwechseln.
"Lucius?", fragte Bellatrix ihn verwirrt.
"Ja, wer, denkst du, wäre es sonst?", fragteLucius sarkastisch und senkte den Zauberstab. Jetzt ließ Bellatrix auch ihrensinken.
"Was machst du hier? Ich dachte, wir treffen uns an derWeggabelung!", fragte Bellatrix kalt und blickte ihm in die Augen.
"Ja, das dachte ich auch, aber du bist ja nichtgekommen!", sagte er noch kälter als sie. "Also hielt ich es fürmeine Pflicht, dich zu suchen!"
"Deine Pflicht?", fragte sie ihn mit hochgezogenenAugenbrauen. "Deine Pflicht war es, auf mich zu warten, Lucius!"
"Nun, das habe ich auch! Eine halbe Stunde habe ichgewartet!", sagte Lucius und ließ ihren Blick nicht los. Er stierte sieregelrecht an.
"Falls du es vergessen haben solltest, meine Elternsind keine Anhänger des Lords und haben mich beschatten lassen! Ich brauchteeinen Fluchtplan und bis ich diesen in die Tat umsetzen konnte, hat es etwasgedauert!", erklärte Bellatrix mit zorniger Stimme. Dieser arroganteMalfoy. Glaubte auch immer alles besser zu wissen und hielt sich für denabsoluten Obertodesser. Aber das würde sich heute ändern, dachte sie verbissen.
"Wie auch immer! Du weißt, dass der dunkle Lord ungernwartet, deshalb sollten wir uns beeilen!", sagte Lucius und griff nachihrer Hand. "Halte dich an mir fest. Wir apparieren!"
Bellatrix zögerte. Sie war sich nicht sicher, ob sie ihmvertrauen konnte. Er war zwar ein Todesser, genau wie sie einer werden wollte,und immer, wenn sie ihm ihre "Privatstunden" gab, gab er ihr dasGefühl von absoluter Treue und Loyalität, doch jetzt, war sie sich dessen nichtmehr sicher.
Sie hob ihre Hand und wollte sie ihm schon geben, da hörtesie plötzlich eine andere Stimme neben Lucius. Sie zog ihre Hand wieder weg undblickte auf.
"Lucius! Beeilt euch. Der dunkle Lord wartet bereitsauf euch!", sagte die Stimme. Wieder war es ein Mann.
"Ja, ja, Rodolphus! Nur keine Panik. Ich habe unseremhübschen Neuzugang nur erklärt, dass der Lord äußerst ungern wartet. Nichtwahr, Bellatrix?", sagte Lucius schleimig und packte ihre Hand gewaltvoll.
Bellatrix konnte kaum etwas sagen, da war ihr auch schon,ohne Vorwarnung, als ob sie den Boden unter ihren Füßen verlieren würde. Siewurde zusammengezwängt, wie durch einen Schlauch und bekam kaum noch Luft. Obwohlder Zustand nur einen kurzen Augenblick anhielt, musste sie sich kurz davonerholen, als es vorbei war.
Ihre Gedanken, die vorhin noch bei Lucius und seinemarroganten Gehabe waren, wurden jetzt durcheinander gewirbelt von Angst undZweifel. Tatsächlich würde sie gleich dem leibhaftigen Lord Voldemortgegenüberstehen. Bisher hatte sie nur aus Berichten und Erzählungen von ihmgehört, aber gesehen hatte sie ihn noch nie.
Er musste grausam sein, so ängstlich, wie die Menschen überihn redeten. Die Leute trauten sich noch nicht einmal seinen Namenauszusprechen. Die Angst überkam Bellatrix wie eine zweite Haut, aus der siesich jetzt verzweifelt zu befreien versuchte.
"Komm schon!", sagte Lucius' kalte Stimme und ihreHand wurde von der Lucius noch fester gepackt.
Erst jetzt bemerkte sie, dass sie sich vor dem Eingang einesFriedhofs befanden. Das musste der Friedhof in Little Hangleton sein, an densie kommen musste. Er war nicht sehr groß, jedoch war die meiste Fläche mitGräbern bedeckt. Der Friedhof hatte keine Kapelle oder Kirche oder etwas in derArt. Es gab nur Gräber und unbedeckte Rasenflächen.
Lucius und Rodolphus gingen voran und Lucius zog sie am Armmit. Sie kamen an einen Platz, an dem etwa dreißig maskierte, schwarzeGestalten im Kreis standen. Eine Lücke, in die genau drei Personen passten, warnoch frei.
Lucius, der jetzt auch eine Maske trug, zog Bellatrix in dieLücke. Er und Rodolphus, der ebenfalls eine Maske vor dem Gesicht hatte,stellten sich jeweils auf eine Seite neben Bellatrix. Niemand blickte sie an.Die Todesser hielten ihre Blicke auf einen Punkt in der Mitte des Kreises gerichtet,doch dort war nichts zu sehen!
Niemand unterhielt sich. Die Maskenmänner blickten stummaufs Gras und schienen auf etwas zu warten.
Bellatrix überkam wieder die Angst. Sie wusste, auf wendiese Gestalten warteten. Sie wagte es nicht sich zu rühren. Ein kalter Schauerkroch ihr den Rücken hinunter und ließ sie kurz bibbern.
Wieso hatte sie sich darauf eingelassen? Sie hätte doch auchso böse sein können, ohne sich den Todessern anzuschließen. Der dunkle Lordwäre auch ohne sie erfolgreich. Was hatte sie sich dabei nur gedacht?
Ihre eigenen Entscheidungen und ihre Besessenheit für diedunklen Künste kamen ihr in diesem Moment der Stille töricht und unüberlegt vor.Sie wäre froh gewesen jetzt in ihrem Bett zu liegen und friedlich zu schlafen.Was hätte sie dafür geben, mit Narcissa zu tauschen? Ihre jüngste Schwester lagin diesem Moment schlafend in ihrem Zimmer und hatte keine Ahnung davon, wasBellatrix hier trieb.
Warum hatte sie Narcissa nichts gesagt? Wenn ihr etwaspassieren würde, könnte sie Mutter und Vater bescheid geben, damit diese sieretten konnten. Diese Gedanken durchströmten ihren Kopf wie Gift, das sichlangsam in sie hineinfraß.
Bellatrix atmete jetzt laut und schwer. Ihre Kehle schienausgetrocknet zu sein und ihr Hals fühlte sich wie ein zugeschnürter Sack an,aus dem keine Luft mehr entweichen konnte.
Niemand sprach auch nur ein Wort. Nicht einmal die Grillen,die im Wald zu hören waren, zirpten noch.
Als wäre alles Leben in diesem Friedhof ausgelöscht worden,überkam sie diese Stille und Kälte. Die Finsternis, die sich über den Ortgelegt hatte, schien zugenommen zu haben. Bellatrix konnte kaum etwas sehen,nur teilweise flackerten Lichter von Laternen, die etwas weiter hinten standen.Sie hatte nicht mitbekommen, wie Lucius Zauberstab, der vorhin noch hellleuchtete, abgestellt wurde.
Bellatrix, die ihre Augen seit ihrer Ankunft mit Erkundungentränkte, ließ ihren Blick nun ebenfalls auf den unsichtbaren Punkt im Rasengleiten. Still und ruhig stand sie jetzt da. Sie hatte zwar Mühe sich ruhig zuhalten und nicht loszulaufen und zu schreien, aber dennoch kam ihr das leichtervor, als ihre Augen ruhig zu halten. Immer wieder huschte ihre Pupille zu einemder Todesser und inspizierte ihn. Die Warterei machte sie nervös. Warum kam derLord nicht? Wo war er denn? Hatten sie sich nicht beeilen müssen? Offenbarhatte auch der dunkle Lord so seine Probleme mit der Pünktlichkeit, dachte sieund grinste diabolisch.
Doch das Grinsen verging ihr, als sich plötzlich etwas inder Mitte des Kreises regte. Rauch wirbelte auf, obwohl niemand Feuer gemachthatte. Schwarzer, dichter Rauch quoll aus etwas hervor, dass Bellatrix nichterkennen konnte. Die schwarzen Gestalten um das Geschehen rührten sich nochimmer nicht. Es war kein Ton zu hören, nur ein unheilvolles Zischen, das vonder Gestalt in dem Rauchwirbel zu kommen schien.
Bellatrix erschauderte beim Klang des Zischens. Es war alsob eine Schlange direkt in ihre Adern eindrang und das Blut dort gefrierenließ.
Der Rauch nahm ab und verschwand schließlich ganz. Nur vonden Laternen weiter hinten beleuchtet, erkannte Bellatrix eine dürre, langeGestalt, die das Profil einer menschlich gewordenen Schlange hatte. LordVoldemort stand in der Mitte des Kreises. Mit seinem wehenden Umhang schien erwie eine automatisierte Teufelsmaschine.
Bellatrix getraute sich nicht ihn näher anzusehen. Sierichtete ihre dunklen Augen auf einen Punkt neben ihm und versuchte sich zuberuhigen.
Angst kam in ihr hoch. Was, wenn der Lord sich entschließenwürde, Bellatrix aufgrund ihrer Unpünktlichkeit nicht aufzunehmen? Was, wenn ersie überhaupt nicht aufnehmen wollte und sie nur eine Art Opfer war? Bellatrixwusste nicht, was sie denken sollte. Sie wusste noch nicht einmal mehr, warumsie überhaupt hier war. Alles kam ihr jetzt so unwirklich vor. So verschwommen,als ob sie nie Gefühle für die dunkle Magie gehabt hätte. Als ob es falschgewesen wäre, überhaupt Gefühle dafür zu haben.
Sie wollte diese Unsicherheit nicht haben, doch sie wusstenicht, wie sie diese wieder wegbekommen sollte.
Immer noch war sie damit beschäftigt den dunklen Lord nichtanzusehen. Ihre Kehle schnürte sich erneut zu und drohte sie zu ersticken.Bella spürte, wie ihr Brustkorb sich hob und wieder senkte von ihrenanstrengenden Versuchen ruhig zu atmen.
Lord Voldemort, der sich jetzt zu Bella gewannt hatte,jedoch immer noch einige Meter weit entfernt von ihr stand, blickte sie tiefund eindringlich an.
Bellatrix musste sich regelrecht zwingen den Kopf zu hebenum ihn anzusehen.
Obwohl es dunkel war und die Laternen nur den Hintergrundschwach beleuchteten konnte Bellatrix Voldemorts rote Augen leuchten sehen, alssie in diese blickte. Wie zwei Rubine, die frisch geschliffen wurden blicktensie Bellatrix an und raubten ihr die Sinne.
Einen Moment lang hatte sie das Gefühl sich in ihnen zuverlieren. Noch immer stand sie schwer atmend und doch reglos vor ihm. Seinschlangenartiges Gesicht, wand sich nun an seine Todesser.
"Guten Abend, meine Todesser!", sagte der Lord miteiner Stimme, wie sie Bellatrix noch nie gehört hatte. So kalt und voller Hasswar diese Stimme, dass Bellatrix erneut ein eiskalter Schauer über den Rückenlief. "Nun, wie ihr wisst, bekommen wir heute einen Neuzugang!"
Der Lord nickte zu Bellatrix und blickte ihr nun wieder indie Augen.
"Komm zu mir, Bellatrix Black!"
Die Worte fuhren in sie wie Messer. So schneidend undfordernd hatte sie noch nie einen derartigen Befehl entgegengenommen.
Bellatrix zögerte kurz, wagte es jedoch nicht zuwidersprechen und setzte dann langsam einen Fuß vor den anderen. Wie eineferngesteuerte Puppe bewegte sie sich auf den Lord zu.
Sie stand nur noch wenige Schritte von ihm entfernt, als ersich ihr näherte. Schleichend und vollkommen leise waren seine Schritte. Als objeder Laut in ihn hineingesogen wurde, um nicht allzu viel Aufmerksamkeit zuerregen.
Einen halben Meter von Bellatrix entfernt blieb Voldemortstehen.
"Sieh mich an, Bellatrix!", befahl er ihr in demgleichen scharfen Befehlston, mit der er sie zu sich herbefohlen hatte.
Bellatrix wusste nicht, ob sie es riskieren konnte, nocheinmal in die Augen des Lords zu blicken. Sie konnte die nervösen underwartungsvollen Blicke der Todesser förmlich in ihrem Rücken und auf ihremGesicht spüren.
Dem Lord schien ihre Unsicherheit aufgefallen zu sein. Er hobeine Hand und griff ihr damit unters Kinn.
Als seine Hand Bellatrix' Haut berührte, zitterte dieseunwillkürlich. Diese Hand war so kalt, dass selbst der Nordpol gefrieren würde,wenn Voldemort ihn berühren würde.
Der dunkle Lord drückte sanft auf ihren Unterkiefer undBella musste ihn unweigerlich ansehen.
Wieder durchströmte der kalte Blick Voldemorts ihren Körpermit Kälte.
Bellatrix konnte nicht mehr klar denken. In ihr drehte sichalles. Die Vorstellung diese kalten, roten Augen von nun an jeden Tag sehen zumüssen und diese kalten Hände nun immer zu spüren, betäubten ihre Sinne.
"Bellatrix, mit Freude, nehmen wir dich hier, im Kreisder Todesser, auf!", zischte Voldemort mit grausiger Stimme. "Wie ichsehe, brachte dich Lucius hier her zu mir!", sagte er und wandte sich zuLucius. "Lucius, du kannst dir deine Belohnung später abholen!"
Bellatrix nutzte die Chance und blinzelte kurz, bevor ersich wieder zu ihr umdrehte.
"Nun, die Aufnahmebedingungen sind dir klar, oderBellatrix?"; fragte er sie kalt und berechnend. Er ließ ihrenverzweifelten Blick nicht los.
Bellatrix nickte kaum merklich und sagte: "Ja, meinHerr!"
Die Todesser um sie herum begannen zu flüstern und lachtenleise.
"Ruhe!", fuhr der Lord seine Untertanen an."Schön, dann wirst du mit der Aufgabe, die ich dir stellen werde, auchkeine Probleme haben?"
Bellatrix wusste, dass diese Aufgabe nur eines sein konnteund nickte. Sie wollte es in diesem Moment nicht wirklich, doch ihr blieb keineandere Wahl. Sie konnte sich seinem Befehl nicht widersetzen, selbst wenn siees gewollt hätte.
"Ja, Herr, ich weiß, was ich tun muss!",antwortete sie mit ängstlicher und bemüht selbstsicherer Stimme.
"Sehr schön, sehr schön! Dann bringt ihn her!",befahl Lord Voldemort einem seiner Todesser und dieser apparierte sofort.
Kurze Zeit später vernahm Bellatrix ein PLOPP hinter sichund wusste, dass der Todesser mit einem Opfer wiedergekehrt war.
Angst breitete sich in Bellas Körper aus. Sie lähmte sie.Sie war unfähig sich umzudrehen und sich ihr Opfer anzusehen. Immer nochstarrte sie, wie in Trance, ihrem zukünftigen Meister in die Augen.
"Dolohow, komm her zu mir! Bring uns unserenGast!", sagte Voldemort jetzt zischend zu dem Todesser.
Bellatrix vernahm Schritte und ein Wimmern, als sie sichverzweifelt zwang, dem Blick Voldemorts Stand zu halten. Es wurde für sie zurQual diese kalten rubinroten Augen zu betrachten. In ihnen spiegelte sich soviel Hass, der auch sie einst übermannen sollte.
Dolohow stand jetzt vor ihr und der Lord ließ von Bellatrix'Kinn und Augen ab.
Sie senkte ihren Blick und sah auf dem Boden einzusammengekauertes Bündel liegen. Wie ein Knäuel Wäsche, saß ein Mann, derseine Knie eingezogen und den Kopf darin versteckt hatte, im Gras.
Seine dunklen, leicht gewellten Haare waren durcheinandergewirbelt und sahen aus, wie Filz.
"Bellatrix, was ich von dir erwarte, ist einfach! Töteihn, diesen dreckigen Muggel, und wir werden dich wohlwollend aufnehmen!",erklärte der dunkle Lord mit freudiger Stimme. Er begann wahnsinnig zu lachen.So kalt und unbarmherzig, wie er lachte, blickte Bellatrix nun auf dasMenschenbündel hinab.
Sie sollte einen Menschen töten. Das war die Aufgabe.Bellatrix wusste, wie sie diese zu bewerkstelligen hatte, doch die Tatsache,dass es ihr erster Mord sein sollte, ohne zu wissen, ob sie dieser Aufgabe auchwirklich gewachsen war, und dass sie diesen Mann überhaupt nicht kannte und erihr nichts getan hatte, machte sie unsicher. Sie wollte es tun, alleine schonum zu wissen, wie es war, einen Menschen zu töten, doch ein Funke Angst hattesich dennoch in sie geschlichen.
Der Lord war ihr aus dem Weg gegangen und sie hatte nunfreie Bahn auf den Muggel. Mit ihren dunklen Augen, versuchte sie auszumachen,wie alt der Mann in etwa war und was er verlor.
Sie schätzte ihn auf etwa dreißig Jahre und vermutete, dasser Frau und Kinder hatte. Womöglich war er auch noch wohlhabend und hatte großePläne vor sich.
Noch immer hatte der Mann seinen Kopf in seinen Knienversteckt, was Bellatrix die Aufgabe erheblich erleichterte, denn so musste siedie Augen ihres ersten Mordopfers nicht sehen.
Sie hob den Zauberstab und schloss für einen Moment dieAugen. Dieser Moment reichte aus um ein Schluchzen von dem Muggel ertönen zulassen, das in Bellatrix die Lebensgeister wieder weckte.
Der Mann weinte. Und genau diese Erkenntnis brachteBellatrix' Wut zum überkochen. Genauso jämmerlich hatte ihre SchwesterAndromeda geweint, als sie ihre Eltern rausschmissen, weil sie von einem Muggelgeschwängert worden war und ihn heiraten wollte. Dieser Tag war der Schlimmsteüberhaupt in Bellatrix' Leben. Denn von da an, wurden all ihre Kindheitsträumezerstört. Ihre ganzen Pläne für die Zukunft zunichte gemacht, wegen einesMuggels.
Die gesamte Wut, die sich über die Monate hinweg inBellatrix aufgestaut hatte, floss nun in ihren Zauberstab.
Der Hass, den sie auf Andromeda hatte, weil sie wegging undihre Schwestern mit ihren zerstörten Träumen allein ließ und ihren eigenennachging, wuchs in Bellatrix und sie versuchte ihn nur für einen kleinen Momentfestzuhalten, um sich dann endlich an ihrer Schwester zu rächen und einenMenschen zu töten.
Sie öffnete langsam ihre Augen und konzentrierte sich nurauf ihren Hass und ihre Wut, dann richtete sie den Zauberstab auf den Muggel.Mit starker, selbstbewusster und kalter Stimme schrie Bellatrix:
"Avada Kedavra!"
Ein grüner Lichtblitz schoss aus der Spitze ihresZauberstabes und traf den Mann genau in die Brust. Wie ein Baum, der geradegefällt wurde, fiel der Mann tot zu Boden.
Stille herrschte nun wieder auf dem Friedhof. Niemand regtesich, nicht einmal ein Flüstern war zu hören. Das Schluchzen des Mannes warverstummt und Bellatrix spürte ein Gefühl im Bauch, wie sie es noch nie gefühlthatte. Ein Gefühl voller Genugtuung und Selbstachtung verbreitete sich in ihr.Sie hatte es geschafft. Sie hatte tatsächlich ihren ersten Mord begangen.
Zwar hatte sie kurz gezögert, doch sie hatte sich derAufgabe tatsächlich gestellt und einen Muggel getötet. Und es war ein gutesGefühl. Bellatrix konnte sich nicht erinnern je ein so gutes Gefühl bei einerSache gehabt zu haben.
Als einige Zeit vergangen war fing Voldemort an zu lachen.
"Bellatrix Black, ich muss schon sagen! Diese Aufgabehaben schon ganz andere Todesser nicht beim ersten Mal geschafft. Nicht einmaldu, Lucius, nicht wahr?", sagte Voldemort lachend und blickte Luciuseindringlich an. Ob Lucius grinste oder eine Grimasse schnitt, konnte Bellatrixnicht sagen, denn seine Maske machte es unmöglich auch nur einen Gesichtsmuskelzucken zu sehen. "Wie dem auch sei, ich habe vor mein Wort zu halten undwerde dich in meinen Kreis aufnehmen! Ich bin sicher, dass wir Großartiges vondir zu erwarten haben! Dieser Muggel war mir lange ein Dorn im Auge und ichwusste, dass eines Tages der Tag für ihn kommen wird, an dem ich ihn endlichaus dem Weg schaffe! Ich danke dir, Bellatrix!" Voldemorts Gesichtszügeformten sich zu einem weiteren Lachen und er griff jetzt nach seinem Zauberstab.
Bellatrix sagte nichts. Sie hatte das Gefühl überhauptnichts mehr sagen zu können. Ihr erster Mord war großartig, aber sie hattekeinen Dank von Voldemort erwartet.
Nicht für etwas, für ihn so…Selbstverständliches.
"Streck deinen Arm, Bellatrix!", sagte Voldemortund hob seinen Zauberstab.
Zitternd und ohne zu wissen, was passieren würde, hob sieihren Arm und streckte ihn dem dunklen Lord entgegen.
"Wir werden nun deine Treue besiegeln, BellatrixBlack!", sagte er und seine Lippen kräuselten sich bei den Worten. Erschloss seine bleiche Hand um Bellas Arm und sprach:
"Morsmordre!"
Kaum waren die Worte aus Voldemorts Mund gedrungen, dadurchfuhr Bellatrix ein solch grausamer Schmerz, der sie zusammenfahren ließ.Als würden tausende Nadeln auf einmal in ihre Haut einfahren und das dunkle Malin ihren Arm brennen. Der dunkle Lord ließ Bellatrix' Arm nicht los, sonderndrückte nur noch fester zusammen.
Der Druck des Lords um ihren Arm und der brennende Schmerz,des dunklen Mals ließen ihre Sinne für kurze Zeit schwinden.
Sie ging zu Boden und wollte sich verzweifelt aus dem Griffdes Lords befreien, doch er wollte sie offenbar nicht loslassen, denn egal wieverzweifelt sie sich wand und daran zog, der Griff lockerte sich nicht.
Bellatrix keuchte vor Schmerz auf und der Lord ließ sie endlichlos. Sie hatte sich über ihren Arm gebeugt und hielt ihn sich vor Schmerz. DasMal brannte sich noch immer tief in ihren Arm und hinterließ schwarze, feineLinien, die sich als Totenkopf mit Schlangenzunge entpuppten.
"Präge dir den Schmerz gut ein, solltest du jemals indeiner Treue unsicher sein!", gab ihr Voldemort zu denken.
"Ja, Herr!", antwortete Bellatrix keuchend undhielt sich ihren Arm immer noch schmerzverzerrt. "Niemals werde ich inmeiner Treue zu Euch wanken!"
Zitternd und mit Tränen in den Augen stand sie wieder auf.
"Sehr schön, Bella!", sagte der Lord und grinstesie kalt an. "Du darfst dich wieder auf deinen Platz begeben!", erdeutete mit seiner Hand auf die Lücke zwischen Lucius und Rodolphus.
Langsam und ohne zu zögern ging sie auf sie zu.
"Ach und Bellatrix, deine Robe werde ich dirhöchstpersönlich zukommen lassen!", zischte er ihr noch im Gehen zu.
"Ja, Meister! Ich danke euch, Meister!",antwortete Bella unterwürfig, als hätte ihr jemand den Imperius-Fluchaufgehalst.
Sie stellte sich an ihren Platz und wartete geduldig und mitschmerzendem Arm auf das Ende der Versammlung.
Lucius, der sie wieder zurückbringen sollte, beäugteBellatrix aus den Seiten seiner Maske. Er war stolz darauf, sie zu ihm gebrachtzu haben, denn offenbar war sie eine wirklich gute Todesserin. Sie hattebewiesen, worauf es ankommt, wenn es um den nackten Tod geht und auch dieSchmerzen, die ihr das dunkle Mal bereiteten, hatte sie im Griff. Nicht einmalmännliche Todesser hatten diesen Eingriff mit so viel Fassung getragen, wiediese Frau.
Die Versammlung dauerte nicht allzu lange, denn die AufnahmeBellatrix' war Hauptgrund des Treffens. Jetzt, da sie vorbei war, verschwandendie schwarzen, maskierten Gestalten wieder nach einander und hinterließen nurkleine Rauchwölkchen.
Der dunkle Lord, der schon nach seinem Schlusswortdisappariert war, hatte Lucius' Überraschung nicht vergessen, denn nachdem dieletzten Todesser verschwunden waren, apparierte er erneut auf den Friedhof undüberbrachte Lucius einen Gehstock, der einen nagelneuen Zauberstab beinhaltete.
Der Zauberstab hatte die gleiche Zusammensetzung wie die,die Lucius ohnehin schon in seinem Zauberstab vorhanden hatte und trug auf demGriff einen Schlangenkopf, dessen Augen mit glitzernden Smaragden bestecktwaren.
"Auf dass du niemals wanken möchtest, Lucius, in deinerTreue! Dein Geschenk, das du mir heute gemacht hast, hat Würde verdient undglaub mir, dieses Höflichkeitspräsent hier verdienen nur die allertreuesten meinerAnhänger!", zischte Voldemort ihm zu.
"Niemals, Herr! Ich weiß euer Lob zu schätzen und werdemich Euch für immer beugen!", schleimte Lucius und verbeugte sich tief vordem Lord.
"Schön! Nun denn, ihr könnt gehen!",verabschiedete sich der Lord und disapparierte erneut.
Das Geschenk Voldemorts in der einen und seinen neuenZauberstab in der anderen Hand entschwand Lucius gemeinsam mit Bellatrix demFriedhof.
Lange nachdem Lucius sie vor ihrer Haustür abgesetzt hatte,lag Bellatrix, noch immer hellwach, in ihrem Himmelbett und dachte über denheutigen Abend nach.
Sie hatte es getan. Sie hatte einen Muggel getötet und warden Todessern beigetreten. Was Vater und Mutter wohl zu diesem Schritt sagenwürden? Was sie wohl sagen würden, wenn sie wüssten, dass Bellatrix zuwiderihres Befehls gehandelt hatte?
Sie wollte gar nicht darüber nachdenken, denn im Moment warsie zu glücklich, um sich mit solch grausigen Gedanken zu beschäftigen.
Das dunkle Mal hatte Bella bereits vergessen. Den Schmerz,den es ihr bereitete, jedoch nicht. Sie würde ihn sich merken, das schwor siesich, bis an ihr Lebensende würde sie diesen Schmerz niemals vergessen.
Mit diesen Gedanken schlief Bellatrix ein. |
_________________ laufe nicht dem nach der auch ohne dich glücklich sein kann sondern dem der ohne dich nicht leben kann. |
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AmelyGoldstein Erstklässler
 Alter: 15 Anmeldungsdatum: 09.11.2008 Beiträge: 40 Wohnort: Shell Cottage
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Verfasst am: 14.11.2008, 22:22 Titel: |
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Wirklich toll geschrieben, !!!
Dies ist eine der Besten Bella-Geschichten die ich irgendwann mal gelesen habe =) |
_________________ Ohne Träume könnte der Mensch heute nicht fliegen.
Mein Lieblings Zitat aus den Büchern:
>>Ich kann es nicht fassen! Ich glaub es nicht! Oh, Ron, wie wunderbar! Vertrauensschüler! Wie alle in der Familie!<<
>>Und was sind dann Fred und ich? Nachbarn von neben an?<<, sagte Gorge beleidigt.
HP 5... S. 195
Mein FF´s:
Normality - What else?
I need you |
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