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Love me back to live 7

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Harry Potter - Fan Fictions Foren-Übersicht -> General/Allgemein
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LilsPotter
Vorschüler


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Alter: 27
Anmeldungsdatum: 04.12.2007
Beiträge: 21

BeitragVerfasst am: 12.01.2008, 21:35    Titel: Love me back to live 7 Antworten mit Zitat

Hallöle ihr Lieben, Midna und ich haben uns wieder an eine neue Fic gewagt. Sie ist mal etwas anders wie unsere anderen. Sozusagen eine AU, die wir in unsere Zeit geholt haben, weil die 70iger net so unser Ding ist. Am Anfang hat auch Midnas Schwester mitgeschrieben, aber nur bei den ersten zwei Kapiteln.

Titel: Love me back to live
Genre: Drama, Romance, Action (später)
Altersbeschränkumg: erst mal ab 12, wird aber sicherlich noch erhöht
Pairings: hm, wird nicht verraten
Hauptcharaktäre: Lily und James
Nebencharaktäre: Sirius, Remus, Peter, Snape, Oc Lyra, Oc Sarah, Oc Kristin, Oc Ikea, und noch ein paar andere
Inhaltsangabe: James ist nicht mehr der Alte. Ein Geheimnis umgibt den jungen Gryffindor. Lily versucht James aus seinem tiefen dunklen Loch zu "retten". Ob es ihr gelingt? Lesen und rausfinden.

So, viel Spaß beim lesen






Prolog

Warum schauten mich alle so an? Was war los?
Langsam lief ich die Strasse entlang, in der ich wohnte und alle Nachbarn hatten ihre Blicke auf mich gerichtet.
Es fühlte sich unangenehm an und ein mulmiges Gefühl machte sich in meinem Magen breit.
Rauch stieg am Ende der Strasse auf.
Am Ende der Strasse, da wo mein Elternhaus stand.
Meine Schritte wurden immer schneller und schneller und schneller, bis ich schließlich an die Stelle kam, wo normalerweise das Haus stehen sollte.
Muggel, überall standen Muggel herum. Manche von ihnen waren rot gekleidet, trugen Helme und versuchten das Haus mit Wasser zu löschen.
Ich sah nur Feuer, überall war Feuer.
Mein Herz zog sich zusammen und langsam schaute ich zum Himmel hoch. Dort war klar und deutlich das Zeichen des Dunklen Lords.
Erst jetzt begriff ich was das zu bedeuten hatte. Das war nicht nur ein normaler Hausbrand. Nein, darin waren meine Eltern, meine Schwester und mein Bruder.
Ich wollte ins Haus rennen, aber einer der Rotgekleideten Muggel hielt mich fest.
„Junge, du kannst da nicht rein!“
„Meine Eltern, meine Geschwister. Sie sind da drin!“, brüllte ich den Mann an und sein Gesicht wurde kreideweiß.
„John …. John!“, schrie er. „Darin sind noch Menschen.“
Er hielt mich an meinen Schultern fest. „Junge, wir tun was wir können. Kannst du wohin? Zu Freunden?“
Langsam schüttelte ich den Kopf.
„Dann setz dich da hinten hin.“
Bestimmend schob er mich außer Reichweite von dem Feuer und drückte mich auf eine Mauer nieder.
„Wir werden deine Familie daraus holen, das verspreche ich dir.“
Unfähig was darauf zu erwidern, kauerte ich mich zusammen.
Sein Versprechen war unnötig. Ich wusste dass sie tot waren. Mir wurde meine Familie genommen.
Mein Vater, das ältere Ebenbild von mir, meine Mum, gutmütig und warmherzig, Lindsay, meine kleine Schwester, mein Engelchen und Harry, mein kleiner Bruder, erst fünf Jahre alt und so intelligent.
Weg! Einfach weg! Ich war alleine, für immer alleine.
Tränen liefen über mein Gesicht.
Ich wusste dass niemand davon erfahren würde. Der Tagesprophet würde es wieder verheimlichen, genauso wie sie es bei all den anderen Todesfällen von Auroren es taten.
Niemand würde erfahren was mir widerfahren war.
Ab sofort war ich alleine.
Wo sollte ich nur hin? Zu meinen Großeltern? Blieb mir eine andere Wahl?
Ich war doch erst 15.
Nichts war mehr so wie es war und es würde nie mehr wieder so werden. Dieser Abend hatte mein ganzes Leben verändert.
Würde ich jemals wieder lachen können? Mit meinen Freunden herumalbern? Mit Mädchen flirten und mit ihnen ausgehen?
All das hatte keine Bedeutung mehr. Ich war mit meinem Schmerz alleine.

Ich wusste nicht wie lange ich auf der Mauer gesessen hatte und gewartet hatte bis einer der Muggel zu mir kam.
Bedauernd schüttelte er den Kopf und versuchte mir das zu sagen was ich eigentlich schon längst wusste.

Schutzengel

Allein, in Trauer gehüllt,
mit gebrochenem Herzen,
lasse ich die Stunden an
mir vorübergehen.

Schutzengel, ich bitte dich,
umgib mich mit deinen
sicheren Schwingen
und schenke mir den Trost,
dessen ich so dringend bedarf.

By Annegret Kronnberg



Kapitel 1

Ein Jahr war vergangen, seit dem schrecklichen Unfall. James hatte seine Familie verloren. Nichts war ihm geblieben, außer dem Schmerz. Der junge Gryffindor saß allein in einem Abteil des Hogwarts-Express. Er hatte den Kopf gesenkt und die Hände in seinen schwarzen wilden Haaren vergraben.
Der Zug war schon seit einiger Zeit in Bewegung und die Landschaft zog an den Fenstern vorbei, als würde sie fliegen.
James fiel nicht auf, dass sich die Tür seines Abteils geöffnet hatte. Er bekam auch nicht mit, wie sich eine schöne junge Frau ihm näherte.
„Hey Potter“, ihre Stimme war lauter als beabsichtigt, dennoch klang sie sanft und weich.
James hob seinen Kopf. Als er Lily erkannte vergrub er jedoch wieder die Hände in seinen Haaren.
„Was willst du hier Evans?“ murmelte er kaum verständlich.
Lily schien es zu ignorieren.
„Gehst du mit mir aus Potter?“
James bekam einen roten Kopf, jedoch nicht vor Scham. Seine aufgestaute Wut schien sich entladen zu wollen. James sah ihr direkt in die Augen und zwang sich ruhig zu bleiben.
„Geh zu deinen Fans Lupin und Black und lass mich in Ruhe“, zischte der Schwarzhaarige.
Lily wich einen Schritt zurück. Ungläubig schüttelte sie den Kopf.
Seit einem Jahr fragte sie sich, was mit James los war.
„Ich will aber hier bei dir sein“, antwortete sie ihm mit fester, kontrollierter Stimme.
„Ich will es aber nicht!“ Seine Stimme bebte vor Zorn. „Verschwinde und lass mich endlich in Ruhe. Schau mich nicht an! Spreche nicht mit mir! Geh mir einfach aus dem Weg!“
Lily verstand seine Wut nicht. Früher war er immer anders gewesen. Was war mit dem Jungen, der immer lachte und für Scherze aufgelegt war, geworden?
Es beängstigte sie, James so zu sehen.
Er hatte in den Ferien bestimmt drei bis vier Kilo abgenommen gehabt. Seine sonst so schöne Hasselnussbraune Augen, die immer Lebensfreude ausgestrahlt hatten, haben gänzlich den Glanz verloren.
„James, was ist nur mit dir passiert?“, versuchte Lily ihn behutsam zu fragen.
James schluckte den Zorn, den er in letzter Zeit tief in sich verspürte, hinunter. Er schaute auf die kleine Rothaarige hinab. James überragte sie über einen Kopf.
Lily musste ihren Kopf in den Nacken legen um zu ihm aufzusehen. Ihre smaragdgrünen Augen trafen seine Hasselnussbraune.
„James, ich will dir doch nur helfen“, versuchte sie es erneut.
„Den Teufel willst du“, spie James. „Das Einzige was du willst ist dein Spaß, aber den bekommst du von mir nicht. Such dir einen anderen Trottel, der dir hinter her läuft und alles macht was du sagst.“
Bevor Lily irgendetwas darauf erwidern konnte, hatte James sie aus dem Abteil geschoben.
Stöhnend ließ er sich zurück auf die Polster der gemütlichen Sitze des Hogwarts-Expresses fallen und starrte weiter aus dem Fenster.
Noch ein Jahr musste er es schaffen und so tun als wäre nichts. Als würde es ihm blendend gehen. Noch ein Jahr und er könnte die Jagd nach den Mördern seiner Familie beginnen.
*
Lily biss sich auf die Unterlippe. James hatte sie schon öfters so abserviert, aber diesmal war es anders. Es machte sie unglücklich ihn so zu sehen und es machte sie rasend vor Wut, dass er glaubte sie wolle nur mit ihm spielen.
Warum verstand er nicht, dass er alles war, was sie wollte?
Zitternd umschlang sie sich mit ihren Armen selbst und machte sich auf den Weg zu ihren Freundinnen.
Auf halben Weg traf sie auf Sirius Black.
„Hey Süße“, begrüßte er Lily und zwinkerte ihr zu.
„Hey Black, warum sitzt James alleine in einem Abteil?“, fragte sie ihn wissbegierig.
„Weil er uns raus geschmissen hat, dieser Idiot“, schimpfte der überaus Gutaussehende Gryffindor und strich sich einer seiner schwarzen, langen Haarsträhnen aus dem Gesicht. Seine stahlgrauen Augen blitzten Lily an.
„Warum hat er das getan? Du bist doch sein bester Freund?“
„Ja, das dachte ich auch immer“, schnaubte er verächtlich. „Aber seit einem Jahr wird er immer komischer. Verschließt sich mir immer mehr.“
Lily nickte. „Okay, ich geh dann mal weiter.“
Sie warf ihm ein Lächeln zu und wanderte weiter den Gang entlang.
„Hey Lils, wo warst du denn? Wir haben schon auf dich gewartet.“
Ein Mädchen mit langen schwarzen Haare und lila Strähnen, zog Lily in ein Abteil.
„War noch bei Potter“, nuschelte sie.
Das Mädchen verdrehte die Augen. „Mensch Lils, wie oft willst du ihn noch fragen, ob er mit dir ausgeht? Du könntest jeden Typ auf der Schule haben, warum ausgerechnet ihn?“
Lily seufzte und setzte sich neben ihre Freundin. „Ach Ikea, ich weiß es nicht.“
Grinsend zwirbelte Ikea eine lila Strähne um ihren Finger und blickte Lily mit ihren tiefen, kaffeebraunen Augen an.
„Okay, er sieht gut aus und so und früher war er echt lustig, aber jetzt …“, sie blies eine Kaugummiblasse auf und ließ sie platzen. „Jetzt ist er so langweilig geworden. Nicht mal seine Freunde wollen noch mit ihm zusammen abhängen.“
Lily lief vor Zorn rot an. Wie konnte Ikea so etwas nur sagen.
„Wenn das so wäre, dann wären sie keine Freunde“, donnerte Lily Ikea entgegen und diese zuckte zusammen.
„Ich mein ja nur“, nuschelte sie und wandte sich wieder zu den anderen Mädchen im Abteil zu.

*

Die Große Halle von Hogwarts war bis auf den letzten Stuhl besetzt. Die Neuen waren schon eingeteilt, doch trotzdem hörte man kein Besteckgeklapper, keine schnatternden Schüler, einfach nichts.
Die Halle war erfüllt mit einem ängstlichen Schweigen. Alle Augenpaare waren auf den weißbärtigen, alten Schulleiter gerichtet.
Albus Dumbledore, vor einem Jahr hatte er das Schulleiteramt übernommen, hatte gerade eben dunkle Zeiten angekündigt. Lord Voldemort und seine Anhänger würden immer stärker werden und man solle auf der Hut sein, hatte er gesagt. Er hatte eine Pause gemacht, damit sich das Gesagte erstmal setzen konnte.
„Aber Professor! Wer oder was ist dieser Zauberer, der sich „Der dunkle Lord“ nennt?“, fragte einer der Schüler vom Ravenclawtisch. Einige Köpfe wandten sich ihm zu, doch schnell drehten sie sich wieder zurück, als Dumbledore erneut sprach.
„Er ist ein Zauberer, der sich den dunklen Künsten gänzlich verschrieben hat. Er ist durchaus böse, aber dennoch begabt. Doch nun lasst uns von diesem Thema abweichen. Es werden noch Zeiten auf uns zu kommen, die schwer genug sind, also sollt ihr eure Zeit in Hogwarts genießen. Ich kann euch versichern, dass kein anderer Ort so sicher ist, wie dieses Schloss. Hier braucht ihr nichts zu fürchten.
Widmet euch wieder euren Freunden, Geschwistern und dem köstlichen Essen. Lasst das Fest beginnen!“
Mit den letzten Worten erschienen Teller, Gläser, Schüsseln und Kannen auf den vier Haustischen, voll mit den leckersten Gerichten, die die Küche von Hogwarts zu bieten hatte.
Langsam setzten die Gespräche ein. Das Stimmengewirr wurde lauter. Ab und an wurde auch gelacht. Doch das Gesagte von dem Schulleiter saß noch zu tief, um ausgelassen zu feiern.
Am meisten aber, schien es James Potter zu bewegen.
Kein Wunder.
Es waren Seine Anhänger gewesen, die im dieses Leid gebracht hatten. Die ihn so verändert hatten. Die Anhänger von Lord Voldemort.
Nichts und niemand auf der Welt, so schwor sich James, konnte ihn daran hindern, seine Eltern und Geschwister zu rächen!
Er hielt sein Besteck in der Hand, doch ohne etwas zu essen. Sein Teller war voll beladen, doch er rührte es nicht an.
Remus hatte ihm das Essen aufgetan.
Sein Blick war wütend und traurig zu gleich. Mit Dumbledores Worten kam auch gleichzeitig die Trauer wieder hoch.
James konnte nicht begreifen, wie man so etwas nur tun konnte. Wie konnte man einfach so eine Familie zerstören?
Eine glückliche Familie. Seine Familie.

Nicht unweit von ihm saß ein zierliches Mädchen mit roten Haaren, das ihn genau beobachtete.
Sie studierte jeden Gesichtszug von ihm. Gleichzeitig fragte sie sich, wie sich jemand so sehr verändern konnte. Remus hatte James zwar etwas Essen auf seinen Teller gelegt, doch er rührte nichts an. Krampfhaft hatte er das Besteck in seine Hände und starrte all die Köstlichkeiten an.
Manchmal wünschte sich Lily sie könne Gedanken lesen. Durch James Kopf schossen Millionen Gedanken und Lily wüsste nur zu gern einen davon.
Sie war von Natur aus schon immer etwas neugierig, aber diesmal war es nicht nur die Neugierde, die sie befriedigen wollte. Nein, interessierte sich für James und sie wollte ihn helfen.
„Isst du nichts?“, fragte Lilys beste Freundin sie.
Lily zuckte zusammen und schaute beschämt auf den Tisch. Sie fühlte sich von Ikea ertappt, wie sie James angestarrt hatte.
„Nein, mir ist der Appetit vergangen“, nuschelte sie und legte das Besteck beiseite.
„Wenn das so ist …“, Ikea stach mit ihrer Gabel in das Filetstück, das auf Lilys Teller lag. „Dann nehme ich es. Wäre schade um das gute Stück Fleisch.“
Aus dem Augenwinkel erhaschte Lily einen Blick auf James. Er war vom Tisch aufgestanden und verließ die große Halle.
Seine Freunde Remus, Peter und Sirius schauten ihm nach. Der Letztere der drei wollte aufstehen und seinem Freund folgen, wurde jedoch von dem Marauder mit den hellbraunen Haaren und den honigbraunen Augen festgehalten. „Pad, lass ihn! Wenn er endlich reden will, dann wird er schon von sich alleine kommen.“
„Ich kann es mir nicht länger ansehen wie er sich gehen lässt, Moony. Hast du ihn dir nicht genauer angesehen?“
Remus seufzte schwer und legte ordentlich sein Besteck beiseite. „Doch habe ich, Pad. Aber wir können uns ihm nicht aufdrängen. Das haben wir das ganze letzte Jahr probiert und was ist dabei rausgekommen? Er hat sich nur noch mehr von uns zurückgezogen.“
Frustriert strich sich Sirius durch die Haare, das Lily schmunzeln ließ. Dies war eigentlich immer eine Macke von James gewesen.
„Verdammt Moony, er ist mein bester Freund. Ich erkenne ihn nicht wieder. Was hat ihn nur so … so … verändert?“
So sehr Lily dieses Gespräch auch interessierte, war der Drang nach James zu sehen größer. In einem unbeobachteten Moment, als ihre Freundinnen mit sich selbst beschäftigt waren, huschte sie aus der Halle.
Nachdenklich schaute sie sich vor der Halle um. Wo würde sie hin gehen, wenn sie ihre Ruhe haben wollte?
Nordturm!
Lily eilte die vielen Stufen hinauf, nahm immer zwei auf einmal.
Mit jedem Schritt überlegte sie mehr und mehr, was in James vorgehen musste. Was konnte einen so lebenslustigen, aufgeweckten Menschen so derart verändern?
Was hatte er vor einem Jahr erlebt?
Lily wollte es unbedingt wissen. Sie musste es erfahren! Wie sonst könnte sie James helfen?

Auf einmal verlangsamte sie ihre Schritte. Am Ende der Treppen blieb sie stehen.
Was war wenn sie James hier fand? Was würde sie ihm sagen?
Schließlich sah er in ihr nur die coole, überall beliebte Lily Evans. Nicht mehr. Wieso sollte er sich dann also gerade ihr anvertrauen?
Lily schien mit sich zu hadern. Sollte sie zu ihm, oder sollte sie zurück?
Nein! Sie wollte nicht wieder zurück. Der Drang James zu helfen war einfach größer!
Sie wollte erfahren was mit ihm los war. Wo der Glanz seiner so schönen braunen Augen hin war. Warum er ihn verloren hatte….

Zögerlich öffnete sie die schwere Holztür, die zu einem kleinen runden Raum führte.
Es war dunkel und Lily konnte nur James Umrisse an einem der Fenster entdecken. Er saß auf dem Sims, angelehnt an der Wand und die Beine an sich gezogen.
Am liebsten würde Lily zu ihm gehen und ihn einfach nur in den Arm nehmen…
„Was willst du Evans?“, kam es mürrisch von James. Ohne aufzublicken hatte er gewusst, dass sie es war. Er hatte geahnt, dass sie ihm folgen würde.

Lily war in der Tür stehen geblieben. Sie wusste nicht was sie sagen sollte. Gerade jetzt wollte ihr nichts einfallen.
„Dir macht es Spaß mich so zu sehen, oder?“ Die Kälte die von James Stimme aus kam, ließ Lily leicht erzittern.
Wieso war er so zu ihr?
Damals war er es noch gewesen, der sie ständig nach einem Date gefragt hatte und jetzt wollte er nichts mehr von ihr wissen.
„Ich ähm…“
„Eine Lily Evans um Worte verlegen, na das ich das noch erleben darf!“
„James bitte!“, Lilys Stimme klang zerbrechlich.
„Seit wann nennst du mich James? Evans, du musst nicht glauben, dass ich dein Mitleid brauche, okay? Ich komm schon zurecht“
„POTTER!“ Lily war jetzt außer sich. Da war sie gekommen, um nach ihm zu sehen, um ihm zu helfen, ihm zuzuhören und was machte er? Er blaffte sie an!

James schwang sich vom Fenstersims und drehte Lily den Rücken zu.
„Was willst du? Sag mir was du willst und dann verschwinde!“ Nicht einmal hatte James Lily angesehen.
Lily trat ganz in den Raum und schloss die Tür. So leicht würde sie sich nicht abschütteln lassen.
„Ich wollte einfach nur nach dir sehen, James. Was ist nur mit dir geschehen?“ Lily stellte sich dicht hinter ihn.
„Ich brauche keinen Aufpasser! Und mit mir ist nichts geschehen und wenn, dann würde es dich nichts angehen, klar?! Jetzt lass mich allein!“
Er wühlte in seinem Umhang eine Schachtel Zigaretten heraus. Lily beobachtete wie er sich eine Zigarette in den Mund nahm und sie mit seinem Zauberstab anzündete.
„Was?“, blaffte er. „Noch nie jemanden rauchen gesehen?“

Lily sah James einen kurzen Moment verwundert an, doch dann ging sie langsam zu ihm ans Fenster. Lily bewegte sich leise, ja fast vorsichtig, um ihm nicht das Gefühl zu geben in die Enge getrieben zu werden.
„Hast du auch eine für mich?“, fragte die Rothaarige kaum hörbar. Eigentlich hielt Lily nicht viel vom Rauchen. James hielt ihr seine Schachtel West-Zigaretten hin, ohne ein Wort zu sagen. Lily bedankte sich höflich und zündete sich ebenfalls den Glimmstängel an. Schon beim ersten Zug bekam sie einen Hustenanfall.
James sah sie mit seinen großen haselnussbraunen Augen an. Jetzt konnte er sich ein Grinsen nicht verkneifen. Es war das erste Grinsen seit einer halben Ewigkeit.
„Sag nicht das war deine erste“, stellte James mehr fest, als das er fragte.
Lily brachte nur ein Nicken zustande, denn ihr Hals kratzte immer noch. Sie drückte die Zigarette auf dem Fenstersims wieder aus und schaute James mit Tränen in den Augen an. Dem jungen Gryffindor waren die Tränen nicht entgangen und augenblicklich fing er an zu lachen, so herzhaft, wie Lily es schon seit langem nicht mehr von ihm gehört hatte.
„Was ist denn so lustig Potter?“, fragte Lily ihn herausfordernd.
„Naja, ich habe die ach so perfekte Lily Evans nur noch nie in so einer Situation gesehen“, japste James und wuschelte Lily kurz durch die Haare. Diese Geste bedachte Lily mit einem bösen Blick und beide wandten sich voneinander ab und schauten in den schwarzen Sternenhimmel. Es herrschte ein langes Schweigen, bevor Lily erneut versuchte ein Gespräch zu beginnen.
„Was meinst du James, bei wem wir morgen früh zuerst Unterricht haben?“
James starrte nur in die Dunkelheit hinaus. Er antwortete nicht. Er klammerte sich innerlich an dieses neue Gefühl, welches Lily in ihm ausgelöst hatte, als sie ihn bei seinem Vornamen nannte. Dem Namen, den seine Mutter ihm gegeben hatte. Seine Mutter. Plötzlich wurde das Gefühl, was ihn innerlich erwärmte, verdrängt. Verdrängt durch den Schmerz, der von dem Gedanken an seine Mutter, seine Eltern, ausgelöst wurde. James Gesichtszüge erhärteten sich.
„Verzieh dich endlich Evans und lass mich in Ruhe.“
Lily konnte den plötzlichen Launenumschwung von James nicht nachvollziehen und starrte ihn ungläubig an.
„Ich hab gesagt du sollst dich VERZIEHEN!“
James brüllte fast und Lily erschrak sich. Sie wandte sich um und verließ schweigend den Nordturm. Das letzte was James von ihr noch hörte war ein leises weinerliches Schluchzen und dann das knallen der Tür.
Er zuckte bloß mit den Schultern und rauchte seine Zigarette zu ende. Warum musste sie ihn auch verfolgen. Da brauchte sie sich nicht zu wundern, dass sie jetzt heulte.
Doch dieses Tatsache, dass sie weinte, das er sie zum weinen gebracht hatte, ließ ihn komisch fühlen. Warum machte es ihm etwas aus, dass er sie zum weinen gebracht hatte?
Langsam drückte er die Zigarette an der Mauer aus und schnipste sie aus dem Fenster.
Irgendwie interessierte es ihm doch, warum Lily sich so um ihn bemühte.
Sollte er ihr nachgehen?
*
Es schmerzte so behandelt zu werden. Vor allem wenn man nichts Böses beabsichtigt hatte. War das der Dank dafür, dass sie für ihn da sein wollte?
Die Tränen brannten auf ihrer Haut. Sie rannte durch den Hof, nein, sie stolperte mehr und ihr Schluchzen hallte wie ein Echo durch den Hof. Bevor sie durch das große Eichenportal des Schlosses verschwand, schaute sie noch einmal zum Turm hoch. Lily erkannte James Schatten. Sie war sich ziemlich sicher dass er sie beobachtete. War das eine Art Befriedigung für ihn, sie so nieder geschmettert zu sehen? Machte es ihm Spaß sie so zu demütigen?
Mit aller Kraft schob sie das Tor zu und als sie sich umdrehte stieß sie mit jemand zusammen.

„Evans, du siehst ja fürchterlich aus.“
„Danke Black“, schluchzte sie und wollte an ihm vorbei, doch er hielt sie am Arm fest.
„Wo warst du?“, fragte er sie sanft. Ihm tat es Leid Lily so verweint zu sehen. Er mochte die kleine Gryffindor schon immer. „Sag nicht dass du bei James warst.“
„Doch“, schluchzte sie.
Sirius seufzte schwer. „Warum bist du ihm nach?“
„Ich … ich wollte doch nur nach ihm sehen. Nach Dumbledores Rede war er noch merkwürdiger wie sonst. Ich … ich wollte doch nur wissen wie es ihm geht.“
„James interessiert es nicht, dass wir uns Sorgen machen. Er lebt in seiner eigenen Welt und er möchte uns nicht mehr darin haben. Wir haben es akzeptiert und du wirst es wohl oder übel auch akzeptieren müssen.“
Lily ballte die Fäuste und schüttelte wütend den Kopf. Das Wort aufgeben gab es in ihrem Vokabular nicht.
„Du wirst sehen Black, ich werde es schaffen James aus seinem Schneckenhaus zu holen.“
Sirius verschränkte überlegen seine Arme vor der Brust. „Na, da bin ich aber mal gespannt wie du das machen willst.“
Lily kaute auf ihre Unterlippe herum und dachte nach wie sie es anstellen könnte.
„Er war in mich verliebt“, antwortete sie ihm trocken. „Immerhin hat er mich jeden Tag nach einem Date gefragt.“
Sirius verdrehte die Augen. „Was hat das mit dem hier zu tun?“
Lily zuckte mit den Schultern. „Was auch immer daran schuld ist, warum er mich nicht mehr mag, er wird bald keine Rolle mehr spielen. Er wird sich wieder in mich verlieben.“
Sirius lachte. „Und du glaubst dass er dadurch aus sein Lock kommt?“
„Ich werde ihn da raus holen.“ Ihre Stimme war entschlossen, auch das leise Schluchzen das sie ab und an immer noch schüttelte, minderte die Wirkung ihres Entschlusses nicht.
„Entweder hilfst du mir, oder ich mache es alleine.“
Mit hocherhobenen Kopfes und gerader Haltung machte Lily sich auf den Weg in den Gryffindorturm.
Sirius vernahm ein lautes Schluchzen und er musste grinsen. Lily Evans war erstaunlich. Da wurde sie erst erniedrigt und trotzdem will sie demjenigen helfen.

_________________
Freunde sind solche, die es schaffen, deine Tränen zu trocknen und deine innere Sonne hinter dem Horizont der Traurigkeit hervorzuholen.
*************************************************

Ein Tropfen Liebe ist mehr als ein Ozean Verstand!


Zuletzt bearbeitet von LilsPotter am 14.10.2008, 21:05, insgesamt 5-mal bearbeitet
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Honigbärchen
Orden des Merlin 5. Klasse


Offline
Alter: 16
Anmeldungsdatum: 25.11.2007
Beiträge: 915
Wohnort: ...auf Rügen...

BeitragVerfasst am: 13.01.2008, 01:08    Titel: Antworten mit Zitat

Die ff is voll schööön!! Razz Razz
Armer james....ich kann gut verstehen wies ihm geht! Crying or Very sad Crying or Very sad Crying or Very sad Crying or Very sad
Schnell weiterschreiben!!! Wink

_________________
I like walking in the rain...cause no one knows I'm crying!

Love me or hate me..but never try to change me!!

Die Starken sind die, die unter Tränen lachen, eigene Sorgen verbergen und andere glücklich machen!





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herminegirl
Orden des Merlin 2. Klasse


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Alter: 14
Anmeldungsdatum: 14.08.2007
Beiträge: 2314
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 13.01.2008, 17:33    Titel: Antworten mit Zitat

Also erstmal riesiges Kompliment tolle Idee
Ich hab die FF schon auf einer anderen Hompepage angefange zu lesen und war sofort fasziniert
James tut mir sooo leid
Aber wie er seine Freunde behandelt finde ich trotz allem nciht richtig sie wollen ihm schließlich nur helfen
Auch das lily ihm helfen will und anscheinen auch in ihn verliebt ist find ich süüß
Aber das er sie so angeschrien hat fand ich etwas heftig
DAfür find ich es umso besser das lily nciht aufgeben will
Sirius ist mal wieder nicht überzeugt das ein Mädchen so etwas schaffen kann aber nana so blöd wird sie sich schon nicht anstellen *gg*
Bin mal gespannt wie es so wieter geht
lg Jenny

_________________


"Ich hasse, wie du mit mir sprichst, und deine komische Frisur!
Ich hasse, wie du Auto fährst, und deine ganze Machotour!
Ich hasse deine Art mich anzuglotzen und dich ständig einzuschleimen.
Ich hasse es so sehr, ich muss fast kotzen, noch mehr als bei diesen Reimen.
Ich hasse, wenn du Recht behältst, und deine Lügerei.
Ich hasse, wenn du mich zum Lachen bringst, noch mehr als meine Heulerei.
Ich hasse, wenn du nicht da bist und dass du mich nicht angerufen hast.
Doch am meisten hasse ich, dass ich dich nicht hassen kann.
Nicht mal ein wenig, nicht mal ein bisschen.
Nicht einmal fast. "
(Zitat aus dem Film: 10 Dinge die ich an dir hasse)
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Janine0906
Schulsprecher


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Alter: 16
Anmeldungsdatum: 24.09.2007
Beiträge: 640

BeitragVerfasst am: 14.01.2008, 15:36    Titel: Antworten mit Zitat

Super ff!! Armer James!! Ich finde es aber seltsam, das er sich seinen Freunden nicht anvertraut, oder wenigstens Sirius alles erzählt...
Hoffentlich schafft es Lily!!
Bitte weiter!! Very Happy

_________________
Harry Potter (und Charmed) for ever!!!!!!!!!!
Nach oben
Janine0906
Schulsprecher


Offline
Alter: 16
Anmeldungsdatum: 24.09.2007
Beiträge: 640

BeitragVerfasst am: 25.02.2008, 19:30    Titel: Antworten mit Zitat

Wann gehts denn endlich weiter?? Ich möchte unbedingt wissen ob Lily es schafft!! Very Happy

_________________
Harry Potter (und Charmed) for ever!!!!!!!!!!
Nach oben
MoiraLestrange
Viertklässler


Offline
Alter: 15
Anmeldungsdatum: 14.01.2008
Beiträge: 209
Wohnort: Godric's Hollow

BeitragVerfasst am: 05.07.2008, 19:26    Titel: Antworten mit Zitat

Die FF is voll schön und traurig, macht sofort Gänsehaut!
Mir tut der James total leid, obwohl er nach einem Jahr seine Freunde nicht mehr so aus seinem Leben ausblenden sollte. Sirius würde ihm doch sofort beistehen!
I-wie find ichs komisch, dass anscheinend niemand in Hogwarts Lord Voldemort kennt, schließlich gehört das ja zur Allgemeinbildung Laughing
Schreib aber unbedingt weiter, dein Stil is voll super und die FF natürlich auch und überhaupt alles f77afce4.gif

_________________
"Er ist ständig nett...ich denke, es ist ein Gen-defekt!"
>House 4-eva!<
Nach oben
LilsPotter
Vorschüler


Offline
Alter: 27
Anmeldungsdatum: 04.12.2007
Beiträge: 21

BeitragVerfasst am: 10.08.2008, 19:46    Titel: Antworten mit Zitat

Oh sorry das ihr sooooooooo lange warten musstet. Zu meiner Schande muss ich sagen, ich habe total vergessen das ich die fic hier auch on gestellt habe. Ich schäme mich so. Dafür bekommt ihr gleich 2 weitere Kapitel.

Kapitel 2



Wie man ein Leben rettet

Schritt eins, du sagst, wir müssen
reden.
Er läuft, du sagst, setz dich, es ist
nur ein Gespräch.
Er lächelt höflich zurück zu dir
Du starrst höflich weiter hindurch
Eine Art Fenster zu deiner
Seele.
Als er nach rechts geht und du
links bleibst
zwischen den Grenzen aus Angst
und Schande
Und du fängst an, dich zu fragen,
warum du gekommen bist.

Was habe ich falsch gemacht?
Ich habe einen Freund verloren
irgendwo dort in der Bitterkeit
Und ich wäre mit dir die ganze
Nacht wach geblieben,
hätte ich gewusst, wie man ein
Leben rettet.

Lass ihn wissen, dass du es am
besten weißt.
Weil letzten Endes, weißt du es am
besten.
Versuche seine Verteidigung zu
durchdringen
ohne Unschuld zuzugeben
Lege eine Liste nieder, mit allem
was falsch ist
Die Dinge, die du ihm alle gesagt
hast.
Und bete zu Gott, dass er dich
hört
Und bete zu Gott, dass er dich
hört

Und ich wäre mit dir die ganze Nach wach geblieben,
hätte ich gewusst, wie man ein Leben rettet.
By The Fray


„Ich weiß wie du dich fühlst James.“
„Wenn Sie das wüssten, würden sie akzeptieren dass ich das Amt ablegen möchte. Ich will es nicht.“
James saß trotzig in dem großen, braunen Ohrensessel im Büro des Rektors. Professor Dumbledore schaute seinen Schützling ernst an.
„James, du kannst nicht zurück treten. Ich habe dich zum Schulsprecher ernannt und ich werde mich davor hüten meine Wahl in Frage zustellen.“
Seit einer Stunde saß James im Büro seines Professors und versuchte ihn zu überzeugen, dass er nicht der Richtige für dieses Amt war.
Zuerst wollte er Lily folgen, doch sein Stolz hatte die Oberhand gewonnen und so war er direkt zum Schulleiter gegangen.
In den ganzen Ferien hatte er sich nicht mit den Gedanken anfreunden können, dass er die Verantwortung tragen sollte. Er wusste nicht mal wer sein Partner werden würde. Und um ehrlich zu sein, war es ihm auch relativ egal.

„James, hör mir zu. Ich habe dich nicht umsonst zum Schulsprecher gemacht. Glaubst du etwa mir ist es entgangen wie du dich verändert hast? Du verschließt dich Junge. Siehst du nicht das es Leute gibt die dir beistehen wollen? Miss Evans zum Beispiel, sie macht sich wirklich Sorgen um dich.“
James verkrampfte sich. Lilys Tränen hatten ihn wieder eingeholt, dabei hatte er es erfolgreich verdrängen können. Bis zu diesem Moment.
Dumbledore beäugte James, der wie ein Häufchen Elend in sich zusammen gesunken war. „Bitte James, überlege es dir gut. Öffne dich deinen Freunden. Du bist nicht alleine.“
„Lin … Lin …Lindsay wäre dieses Jahr …“
„Ich weiß“, unterbrach der alte Lehrer James.
„Ich wollte für sie der perfekte Bruder sein, der sie vor den Ältern beschützt. Ihr all meine Geheimnisse verraten, sie ins Quidditchteam bringen, …“ James brach ab, so brüchig und leise wurde seine Stimme.
„James, du bist der perfekte Bruder. Auch wenn sie nicht hier her konnte, genau wie Harry es nicht kann, bist du immer noch ihr Bruder. Sie haben dich geliebt und sie tun es immer noch, wo auch immer sie jetzt sind.“
James fing an zu zittern und strich sich über das Gesicht. Er ließ die Worte des Professors auf sich wirken, der unbeirrt weiter redete. „Sie würden es nicht wollen dass du dich so zurück ziehst, dass du aufhörst zu leben.“
James hob langsam den Kopf und funkelte seinen Lehrer zornig an. Wieder beherrschte ihn der Zorn der Ungerechtigkeit. Wütend schlug er mit der Faust auf den Schreibtisch. „Ich hätte daheim sein sollen, als es passierte. Ich hätte vielleicht was unternehmen können. Ich …“
Dumbledore packte James an den Schultern. „DU hättest gar nichts tun können. Deine Eltern konnten es auch nicht verhindern und sie waren die besten Auroren die England je gesehen hatte.“
Bestimmend drückte Dumbledore James in den Sessel zurück. „Gib Miss Evans eine Chance, gib deinen Freunde eine Chance dich zu verstehen und vor allem gebe dir die Chance wieder zu leben und zu lieben.“
James schwieg und fing an sich zu fragen warum Dumbledore immer wieder Lily erwähnte.
*
Lily traute sich nicht zu atmen. Sie hatte nicht alles verstanden was im Büro des Professors gesprochen wurde. Aber eins war sicher: James musste etwas Schlimmes widerfahren sein.
Zitternd atmete sie ein und wieder aus, bevor sie zaghaft an der Tür klopfte.
Ein freundliches „Herein“ forderte sie auf ins Zimmer zu kommen. Mit immer noch zittrigen Händen öffnete sie die Tür und trat ein.
„Ahhh Miss Evans, wir haben schon auf Sie gewartet.“ Dumbledore zeigte ihr strahlend den Platz neben James Sessel.
Erschrocken hatte sich James zu ihr umgedreht. Nie im Leben hätte er damit gerechnet, das Lily Evans seine Partnerin werden sollte. Okay, wenn er ehrlich zu sich war, hatte er es doch vermutet. Immerhin war sie eine der beliebtesten Mädchen der Schule, sehr intelligent und so mit einer der Jahrgangsbesten, immer hilfsbereit und freundlich. Also wer hätte das Amt mehr verdient wie sie?
Ohne ihn anzusehen setzte sich Lily neben ihn. Sie hatte keine Ahnung was sie in diesem Moment zu ihm hätte sagen können, nachdem er sie vor einer Stunde so angeschrieen hatte.
So saß sie völlig verkrampft und mit gesenktem Blick neben ihn und hörte sich Professor Dumbledores Rede, über ihre Rechte und Pflichten als Schulsprecher, an.
Sie nahm nicht wirklich seine Worte in sich auf. Stattdessen lauschte sie James Atemzüge und beobachtete durch ihr Pony, das ihr ins Gesicht fiel, wie er nervös mit seinen Händen spielte. Ihm schien es aus irgendeinem Grund unangenehm zu sein neben ihr zu sitzen.

*

James’ Aufmerksamkeit lag ebenfalls nicht bei Dumbledores Worten. In Gedanken war er bei Lily und bei ihren Tränen, die er einfach nicht vergessen kann. Der schwarzhaarige Gryffindor überlegte, wie er es wieder gut machen könnte, dass er so gemein zu ihr war.
Dumbledore war nun mit seiner Einweisung in das Schulsprecheramt fertig.
„Ich werde ihnen beiden noch ein paar Pergamente mitgeben, dort können sie noch einmal alles Gesagte nachlesen und natürlich finden sich dort auch meine Vorstellungen zum diesjährigen Weihnachstball. Diese müssen sie aber nicht unbedingt bei Ihrer Planung einhalten“, Dumbledore grinste beide über seine Halbmondbrille an. Doch mit seinem Blick wollte er beiden sagen, dass alles wieder gut werden würde. Lily nahm keine Notiz davon. Sie schmiedete schon Pläne, wie sie an James herankommen könnte, um ihm sein Lachen wieder zu geben.
Wie in Trance standen beide auf, nahmen die Pergamente von Dumbledore und verließen das Büro des Schulleiters. Keiner von beiden sagte auf dem weg zum Gemeinschaftsraum ein Wort. Beide waren in Gedanken vertieft. James bei seinem Plan sich bei Lily zu entschuldigen und Lily bei ihrem Versprechen an Sirius, James wieder ins Leben zurück zu holen.
Erst als Lily und James den Gemeinschaftsraum betraten und Sirius sie dämlich angrinste, wurden sie sich einander bewusst.
Was denkt der denn schon wieder, schoss es James durch den Kopf und er verleierte die Augen. Lily hingegen konnte sich nichtmal erinnern wie sie durch das Portrait gekommen waren und wer das Passwort sagte.
Sichtlich verwirrt machte sie sich auf den Weg in die Schulsprecherräume.
„Kommst du auch mit, oder willst du noch hier unten bleiben?“, richtete Lily, immer noch geistig abwesend, ihre Frage an James.
„Ich denke ich komme dann nach ich lass mir erstmal unsere Stundenpläne geben“, antwortete der Dunkelhaarige, doch Lily war schon wieder durch das Portraitloch verschwunden.
„Uuund?“, fragte Sirius schelmisch grinsend.
„Und was?“
James war schon wieder gereizt. Am liebsten würde er jetzt Lily hinterher in die Schulsprecherräume, aber er brauchte ja noch die Stundenpläne und so musste er Sirius noch eine Weile ertragen.
„Ist ja schon gut ich frag nicht weiter.“
„Danke Pad.“
Sirius wühlte auf dem Tisch herum, der neben dem Kamin stand und kramte zwei Stundenpläne hervor.
„Hier, sieht aber dieses Jahr nicht gut aus mit Freizeit für uns“, sagte Sirius, „Der andere ist für Evans. Und jetzt geh endlich, ich weiß doch das du zu ihr willst.“
Erleichtert wandte sich James zum gehen. Sirius schaute ihm nach und ihm wurde klar, dass er Lily helfen würde, obwohl er noch nicht so ganz daran glaubte, dass sie es schaffen würde. Aber auf einen Versuch kam es an.

*
James war im Schulsprecherturm angekommen. Er betrat die Räumlichkeiten und sah sich um. Der erste Raum, den man betrat, war wohl der Gemeinschaftsraum. Ein große, gemütliche Couch und ein dazugehöriger Sessel, standen in der Mitte des Zimmers. Ein großer runder Tisch, lud zu vielen Besprechungen und Planungen ein. Beheizt wurde das Zimmer mit einem schönen großen Kamin, in welchem ein kleines Feuer prasselte.
James lief zu dem Kamin hinüber und betrachtete die Fotos, die auf dem Sims standen. Auf den Bildern waren die Schulsprecherpaare der vergangenen Jahre abgebildet. Viele lachten in die Kamera, einige schauten etwas gleichgültig.
An der Wand über dem Kamin hingen weitere Bilder und da erkannte James sie. Seine Mutter.
Auch sie war einmal Schulsprecherin geworden, sein Vater jedoch nicht.
Er starrte eine ganze Weile auf das Bild und die Erinnerungen holten ihn erneut ein. Es war schon ein Jahr vergangen, und trotzdem saß der Schmerz noch so tief. Kaum ein einziges Bild hatte er von seiner Familie aufgehoben, aus Angst es könnte ihn zu sehr verletzen, wenn er sie betrachtete.
Natürlich hatte er sich nicht von jedem Bild trennen können. Er wusste, irgendwann würde der Schmerz vergangen sein, die Leere in seiner Brust wieder erfüllt sein, doch im Moment konnte er sich das nicht vorstellen. Er hatte viele seiner Bilder an die Großeltern gegeben, doch das schönste von allen, hatte er behalten.
Auf diesem waren all seine Familienmitglieder abgebildet, sogar Sirius war mit drauf.
Es war kurz vor dem schlimmsten Tag in seinem Leben entstanden.
Alle lachten fröhlich in die Kamera, winkten. Seine Eltern hatten sich eng umschlungen und Charles, sein Vater, drückte seiner Frau einen festen Kuss auf die Wange. James selbst stand hinter seinen zwei Geschwistern und hatte die Arme um sie gelegt, während Sirius neben ihm stand und den Arm um ihn gelegt hatte.
Die Großeltern hatten auf zwei Stühlen neben den Eltern Platz genommen und ihr Lächeln ließ nur vermuten, wie warmherzig sie wirklich waren.
Und das waren sie sehr.
Nach dem tragischen Ereignis haben sie keinen einzigen Schmerz gezeigt vor James. Sie waren stark für ihn, hatten ihn getröstet wo sie nur konnten.
Doch James hatte seine Großmutter oft nachts weinen hören. Immer wenn sie dachte er würde schlafen, ging sie hinaus in ihr kleines Zimmerchen, extra für die verstorbene Familie, besah sich wahrscheinlich die vielen Bilder ihrer Enkel und ihrer Tochter und ihrem Schwiegersohn, und weinte bitterlich.
James hatte oft daran gedacht, zu ihr zu gehen. Ihr zu sagen, sie bräuchte nicht stark für ihn sein. Er würde das schon schaffen. Sie sollte auch ihre Trauer ausleben.
Doch James war sich nie sicher, ob er das auch wirklich schaffen würde.

„J… james? Was ist denn mit dir?“, fragte Lily zögerlich. Sie war aus dem Badezimmer gekommen und hatte eine Hand tröstend auf James Arm gelegt.
James zuckte bei ihrer Berührung zusammen. Ja, er schreckte sogar etwas vor ihr zurück.
Tränen standen ihm in den Augen, und auch Lily war das Glitzern nicht entgangen. Mit aller Macht versuchte James vor Lily seine Tränen zurückzuhalten, doch die Trauer übermannte ihn.
Schnell drehte er sich von ihr weg. Er atmete tief ein und aus, wischte sich die Tränen aus dem Gesicht.
Lily indes betrachtete das Bild, auf welches James so gestarrt hatte, als sie zu ihm gekommen war. Erst jetzt fiel ihr auf, dass es seine Mutter war. Sie schaute auf die Namen unter dem Bild: John McBreaden und Claire Fraser.

Lily wusste, dass sie nichts aus James herausbekommen konnte, also versuchte sie es mit Ablenkung.
„Wir sollten uns dann mal den Unterlagen von Professor Dumbledore widmen“, meinte sie leise. Arbeit war die beste Ablenkung.
James schaute irritiert zu ihr. Er hatte erwartet, dass sie ihn ausfragen würde, warum er hier stand, das Bild eines Schulsprecherpaares anstarrte und fast heulte, doch sie kam mit Schulsprecherkram?
Hatte sie nicht bemerkt, dass er…?
Okay, im Grunde konnte es ihm Recht sein. So brauchte er keine lästigen Fragen zu beantworten.
Aber dennoch lastete ein gewisser Druck auf ihm. Er wusste, dass er sich bei Lily entschuldigen musste.
„Hör zu Ev… ähm Lily. Wegen vorhin im Turm… Es..“
„Es ist schon gut James“ Lily lächelte ihn an.
Er konnte es nicht fassen. Wieso war sie auf einmal so? Normalerweise hätte sie jede Gelegenheit genutzt, um eine Entschuldigung von Ihm zu hören.
Stattdessen war sie freundlich, verständnisvoll, nannte ihn James anstatt Potter…
Wollte sie ihm tatsächlich nur helfen? Oder hatte sie irgendwas anderes im Sinn?
„Ähm, okay … hier dein Stundenplan. Du hast morgen in der ersten Stunde Verwandlung … mit mir.“ Er reichte ihr den Stundenplan.
„Ich hasse Verwandlung“, murmelte sie leise.
James wusste dass dieses Fach noch nie Lilys stärkste war.
Lily breitete die Pergamente auf dem Schreibtisch aus und beugte sich darüber. Ihre dunkelroten Haare fielen über ihre Schultern. Das Feuer im Kamin warf Schatten auf Lilys Gesicht.
James ließ seinen Blick an ihr runter wandern. Sie war so hübsch.
Schnell versuchte er den Blick von ihr abzuwenden. Dass er eben so über sie gedacht hatte, machte ihn ein schlechtes Gewissen. Wie konnte er nur an so etwas denken, wenn er eigentlich trauern sollte?
„Ich … ähm … sorry, ich kann mich heute nicht konzentrieren“, murmelte James.
Lily schaute zu ihm auf. „O-o-okay“, stotterte sie. „Dann … soll ich dir die restlichen Räume zeigen?“
„Restliche Räume?“ Fragend schaute James seine Partnerin an.
„Ja, die Schlafzimmer und das Bad. Oder hast du gedacht das wir zusammen hier im Aufenthaltsraum schlafen?“
„Äh … nein, natürlich nicht. Ich dachte nur das wir in unsere alten Zimmern schlafen würden und hier nur arbeiten.“
„Ich muss dich enttäuschen James. Du wirst wohl oder übel hier mit mir wohnen müssen.“
James schluckte. Das könnte wirklich hart für ihn werden.
Lily stand auf und bedeutete James ihr zu folgen.
Zuerst führte sie ihn in sein Schlafzimmer.
Ein großes Himmelbett, welches gut und gerne für vier Personen gereicht hätte, erfüllte den Großteil des Raumes.
Ein kleiner Schrank, verbunden mit einem kleinen Tisch, daneben ein großes Fenster mit herrlichem Ausblick auf das Quidditchfeld, ließen das Zimmer vollkommen wirken. An den Wänden war genug Platz für persönliche Bilder.
Als nächstes war Lilys Schlafzimmer dran. Ohne weiteres konnte James mit eintreten, was ihn verwunderte.
Lily bemerkte seinen fragenden Blick und meinte nur: „Ja, man denkt wohl, als Schulsprecher ist man alt genug für so was…“ Lily war sich bewusst, welche Bedeutung ihr Gesagtes noch hatte, aber von James kam keine Reaktion.
Kein anzügliches Grinsen, kein Augenbraue hochziehen, gar nichts. Er schaute sich einfach nur im Zimmer um.
Lily hatte gehofft, ihn wenigstes damit etwas zum Grinsen zu bringen.
Das Schlafzimmer von Lily war dem von James sehr ähnlich, nur dass die Möbel heller waren, als die von James.
„Und jetzt zeig ich dir das beste überhaupt“, strahlte Lily und packte seine Hand, ohne sich dabei was zu denken. James hatte nicht mal die Möglichkeit sich aus ihren Griff zu befreien und er musste ihr anerkennen, dass sie kraft hatte. Sah man ihr gar nicht an. So ließ er sich hinter ihr her ziehen.
Lily öffnete eine schwere Tür und zerrte ihn mit rein.
„Das Bad“, jauchzte sie fröhlich. „Ist das nicht herrlich? Eine riesige Badewanne, in der man in kalten Wintertagen entspannen kann oder nach einem harten, langem Quidditchtraining.“
Innerlich schmunzelte James. Ja, diese Badewanne war sehr einladend und nicht nur um zu baden. Kaum merklich schüttelte er den Kopf. Was dachte er da nur schon wieder? Die Wanne ist zum baden da und nicht … nicht für … für was auch immer.
„Ist das nicht Wahnsinn James? Das ist so groß wie ein kleiner Pool. Für was ins Schwimmbad gehen wenn man seine Bahnen in der Badewanne drehen kann?“
Wieder schmunzelte er nur für sich. Lily war erstaunlich, wie machte sie das nur?
Neugierig beobachtete er Lily, wie sie sich etwas ins Becken beugte um an den Wasserhähne zu drehen.
„Ich habe vorhin schon mal getestet. Schau mal, da kommt bunter Schaum raus.“
„Ja, sehr bunt“, kommentierte James sarkastisch.
„Sei nicht so missmutig Potter“, grummelte Lily und versuchte die Hähne wieder zuzudrehen. Doch sie klemmten und der Schaum floss ungehalten weiter in die Wanne.
„Scheiße, scheiße, scheiße“, tobte Lily. „Warum passiert immer mir so was?“
Der rosarote Seifenschaum quoll schon übers Becken.
Amüsiert verschränkte James die Arme vor der Brust und schaute zu wie Lily kämpfte.
„Tu doch was“, rief Lily panisch. Sie richtete sich auf und wollte einen Schritt auf ihn zu gehen, rutschte aber auf der Schaummasse aus. Schreiend schnappte sie nach James Arme um sich festzuhalten, doch statt Halt zu finden, fielen beide in die Wanne.
Prustend tauchte Lily vor James auf, der sie mit einem undefinierbaren Blick anschaute. „Oh … das … das … das tut mir so Leid“, stotterte sie gleich los und zog schon mal vorsichtshalber den Kopf ein, angst auf das Donnerwetter, das gleich folgen würde.
Doch dann passierte das unfassbare. James fing an zu lachen. Laut, herzhaft, befreiend.
Lily schaute ihn geschockt an und das ließ ihn nur noch mehr lachen. Bevor sich Lily versah hatte James sie untergedunkt und im Nu war eine wilde Schaumschlacht in Gange.
Das Lachen von James war wie Musik in Lilys Ohr. Es klang so schön.
Grinsend verschönerte er Lily mit einer Schaumkrone, das Lily mit einem Schmollmund quittierte.
„Die Königin des Schaums“, lachte James leise.
„Du solltest öfters lachen, da siehst du viel süßer aus“, grinste Lily. Leider war das Das schlechteste was sie hätte sagen können. James verstummte und drehte sich von ihr weg.
*

Lily wusste nicht wie James es geschafft hatte die Hähne zuzudrehen. Sie hatte es nicht geschafft und er gleich auf Anhieb. Danach war er still aus dem Bad verschwunden.
Am liebsten hätte sich Lily auf die Zunge gebissen. Warum musste sie gleich wieder so übermütig werden? Sein Lachen verleitet sie zu Dinge, die sie hätte nicht lieber tun sollen. Jetzt war er wieder weg und sie saß alleine im Schaum.
Hatte sie Sirius vielleicht zuviel versprochen? Langsam zweifelte sie selbst daran, dass sie es schaffen könnte, James aus seinem Tief zuholen.
Traurig kletterte sie aus der Wanne und mit einem Handtuch trocknete sie ihr Haar ab, das nass über ihre Schulter hing.
Leise schlich sie aus dem Bad, aber James war nicht im Aufenthaltsraum. Doch die Tür zu seinem Zimmer stand einen Spalt offen.
Lily war sehr versucht einfach zu ihm zugehen, aber sie beschloss erst mal ihre Schlafsachen anzuziehen, immerhin war es schon weit nach Mitternacht.
Aus ihrem Koffer kramte sie ihr Pyjama raus und zog ihn sich an. Sie sollte schlafen, das wusste sie, morgen würde der Tag gleich mit Verwandlung anfangen. Das Fach das sie nicht leiden konnte. Sie liebte Professor McGonagall, nein, sie verehrte ihre Hauslehrerin, aber Verwandlung lag ihr nicht. James dagegen war der Musterschüler schlechthin. Was er anfasste, gelang ihm auch. Bis auf Zaubertränke, da hatte er kein Händchen dafür.
Und da kam Lily die Idee. Sie sprang aus ihrem Bett und mit schnellen Schritten überquerte sie den Aufenthaltsraum und blieb vor James Tür stehen. Sie war immer noch ein Spalt offen und Lily konnte erkennen, dass noch Licht in seinem Zimmer brannte.

James saß auf dem Fensterbrett und starrte in die Nacht hinaus. Das Fenster war geöffnet und man konnte hören wie die Grillen auf dem Quidditchfeld zirpten. Er rauchte eine Zigarette und blies den Rauch in kleine Kreise ins Freie. Auch wenn er Raucher war, mochte er es nicht dass er selbst oder die Zimmer nach Rauch rochen. So wurde es zu seiner Angewohnheit bei Wind und Wetter im Freien zu rauchen und wenn das nicht ging, saß er eben am Fenster.
Nach jeder Zigarette musste er ein Kaugummi kauen, denn der Geschmack danach gefiel ihm ebenfalls nicht. Eigentlich konnte man sich fragen, warum er überhaupt rauchte.
James wusste es nicht mal selbst. Eigentlich könnte er jeder Zeit damit aufhören, aber er wollte nicht. Für wen sollte er auch aufhören? Es gab niemand, der sagte er solle es bleiben lassen.
Aus dem Augenwinkeln sah er ein kleiner Schatte, der vor der Tür stand. Evans, immer wieder Evans. Sie hatte Durchhaltevermögen, das musste er ihr anerkennen.
„Komm rein“, bot er ihr an.
Nach kurzem Zögern trat Lily in sein Zimmer. Er schaute sie nicht an. Sein Blick war weiterhin in die Nacht gerichtet. Sein liebstes Hobby wurde die Sterne anzuschauen.
„Was willst du?“, murmelte er ihr zu, während er den nächsten Kringel ins Freie blies.
„Ich wollte dich um Hilfe bitten“, flüsterte Lily.
Langsam drehte er seinen Kopf zu ihr um. „Warum sollte ich dir helfen?“
„Weil ich dir helfen könnte“, bot Lily an.
James Gesicht war ausdruckslos. „Ich brauche keine Hilfe von dir.“
„Auch nicht in Zaubertränke?“, fragte sie vorsichtig.
Zaubertränke? Damit hatte er gar nicht gerechnet.
„Hör zu James, ich brauch deine Hilfe wirklich. Ich bin so schlecht in Verwandlung und ohne Hilfe schaffe ich es nicht.“
„Warum fragst du nicht jemand anderes?“
„Weil du darin der Beste bist.“
James seufzte und drückte seine Zigarette aus. Lily beobachtete ihn wie seine Hand in seine Tasche wanderte und er sich ein Kaugummi raus holte, das er sich in den Mund schob.
„So? Ich bin also der Beste darin?“
Lily nickte kaum merklich. „Für mich schon.“
Sein Schweigen war für sie dann wohl nein.
Lily holte tief Luft. „Ich weiß das jedes Wort von mir, jeder Gedanke den ich an dich habe, jeder Ton den ich sage, jede Berührung die du von mir spürst und jedes Lächeln das ich dir schenke, für dich zu viel ist. Du hasst mich, ich habe es verstanden. Du hast wohl auch allen Grund dazu. Immerhin habe ich dir einiges angetan, als du noch hinter mir her warst. Aber ich hatte gehofft wir könnten neu anfangen. Mir tut alles Leid was ich dir jemals an den Kopf geschmissen habe. Jede Beleidigung, jede Ohrfeige, jede Ignoranz. Es tut mir Leid James.“
Es bahnten sich wieder Tränen in Lilys Augen und James spürte dass jedes Wort von ihr ernst gemeint war.
„Ich will dich nicht länger nerven. Gute Nacht.“ Sie drehte sich um und verließ sein Zimmer.

Kapitel 3

Kennst du das Gefühl…?

Kennst du das Gefühl des Alleinseins,
wenn so viele Menschen um dich herum sind, doch du nimmst keinen wahr?

Kennst du das Gefühl der Verlassenheit,
wenn dir ein wichtiger Teil genommen wurde und du weißt nicht mal warum?

Kennst du das Gefühl der Wut,
auf diejenigen, die dir den Teil genommen haben?

Kennst du das Gefühl der Rache,
an jenen, die an deinem Leid Schuld sind?

Kennst du das Gefühl des Schmerzes,
wenn dein Weg bis zur Rache noch so weit ist?

Kennst du das Gefühl der Trauer,
die dich immer tiefer in dein einsames Loch zieht?

Kennst du das Gefühl der Liebe,
die in deiner unmittelbaren Nähe ist und du sie doch nicht haben willst?

Kennst du das Gefühl der Hilflosigkeit,
wenn das Gefühl der Liebe dich übermannt und die Angst dich überrennt?

Kennst du das Gefühl der Angst,
erneut zu lieben, und verlassen zu werden?

Kennst du das Gefühl der Verwirrtheit,
all diese Sachen auf einmal zu fühlen?

Erst wenn du all das mit „Ja“ beantworten kannst,
wirst du mich verstehen können.
By Midna



„Hey Lils, wie hast du geschlafen? So ganz ohne mich?“
Strahlend nahm Ikea ihre beste Freundin beim Frühstück in Empfang.
„Geht so“, murrte sie und setzte sich neben ihre Freundin.
Eigentlich wollte sie noch einmal mit James reden, aber dieser war schon nicht
mehr da.
Sie schaute sich in der Halle um, aber hier war er auch nicht. Sirius löffelte gerade seine Cornflakes, Remus las in einem Buch, während er sein Marmeladebrötchen aß und Peter ließ immer wieder kleine Zettelbotschaften zu einem Huffelpuffmädchen fliegen.
„Wie war der Abend noch so mit Potter?“, fragte Ikea Lily neugierig.
„Wie soll er denn gewesen sein?“
„Ich weiß es nicht. Sag du es mir.“
Lily zuckte nur mit den Schultern. Was zwischen ihnen gestern Abend abgelaufen war, musste ihre Freundin nicht wissen. Sie war eine fürchterliche Tratschtante.
„Bist du denn immer noch in ihn verliebt?“
Lily lief rot an, denn Ikea hatte nicht gerade das leiseste Organ.
„Musst du es so rumbrüllen?“
Verlegen schaute sich Lily am Tisch um. Einige Blicke waren auf sie gerichtet. Auch Black schaute sie grinsend an. Doch er wusste ja schon was Lily für seinen besten Freund empfand.
„Ja, bin ich immer noch und ich lass nicht locker“, zischte sie Ikea zu.
Müde rieb sich Lily die Augen, als James die Halle betrat.
Seine Wangen waren rosig und sein Haar war zersauster wie eh und je.
„Na, warst du schon ne Runde auf dem Besen drehen?“, fragte Remus ihn, während er sich Lily gegenüber setzte.
„Ja“, antwortete er knapp. Mehr war dazu nichts zu sagen. Seiner Meinung nach. Lily sah das aber ganz anders.
„Hättest du nicht sagen können dass du gehst?“, blaffte sie ihn an.
James schaute auf. „Was?“
„Ich wollte mit dir reden und du warst weg. Verschwunden. Ich hab mir vielleicht Sorgen gemacht.“
„Nur weil wir zusammen in diese Räume leben, musst du dich hier nicht so aufführen wie meine Ehefrau“, knurrte James.
„Wenn du so weiter machst, wirst du überhaupt niemals eine Ehefrau kriegen“, keifte Lily zurück.
James knallte das Messer, das er in der rechten Hand hielt, auf den Tisch. „Was willst du überhaupt Evans?“
„Ich habe mir Sorgen gemacht.“ Ihre Stimme zitterte. Warum regte sie sich überhaupt so auf? James war schließlich alt genug um das zu machen, worauf er Lust hatte.
„Ich werde mich schon nicht von einem Turm stürzen, wenn du das gedacht hast“, murrte James. In Gewisserweise war er gerührt, dass Lily sich Gedanken um ihn machte.
Mit zittrigen Fingern strich Lily sich ihre Haare aus dem Gesicht. Ihr war zum heulen zumute.
„Verwandlung“, kündigte Peter an und das ließ sie nicht gerade besser fühlen. Im Gegenteil. Sie hasste Verwandlung und wie sollte sie diese Stunde rum kriegen, wenn ihre Gedanken sich nur um einen gewissen, schwarzhaarigen Gryffindor drehten?

*

„Blablabla blabla blablabla … wenn sie ihre Prüfungen bestehen wollen … blablabla blabla blablabla … sonst fallen sie durch … blablabla.“
Lily gähnte in sich hinein und starrte auf ihren Tisch.
Ikea, die neben ihr saß, kritzelte eifrig alles mit was Professor McGonagall
sagte.
Lily wusste das sie lieber aufpassen sollte, aber sie schaffte es einfach nicht ihr zu folgen. Stattdessen malte sie lieber Herzen auf ihr Pergament, kritzelte überall James drauf und verschnörkelte sein Namen künstlerisch.
Sie war so vertieft darin dass sie nicht mitbekam, wie McGonagall sich vor sie
stellte und ihr Gekritzel beobachtete.
Mittlerweile waren alle Blicke auf sie gerichtet. Auch James schaute neugierig zu ihr rüber.
„Miss Evans, sie können wirklich schöne Herzen malen und den Namen von Mr Potter ausschmücken, aber sie sollten besser aufpassen. Gerade sie hätten es nötig.“
Erschrocken blickte Lily auf und sie nahm wahr, dass sie von allen angestarrt wurde. Ihre Lehrerin nahm ihr das Pergament ab.
„Nach dem Unterricht können sie es sich bei mir abholen. In ihre Freizeit können sie so lang wie sie wollen ihre Liebe zu Mr Potter zum Ausdruck
bringen.“
Lily lief knallrot an und ihre Mitschüler fingen an zu kichern. Vorsichtig drehte sie ihren Kopf zu James. Seine Wangen waren leicht gerötet und als sein Blick den ihren traf, schaute er schnell weg. Das hatte ihm gerade
noch gefehlt. Gefühle! So was wie Liebe! Das konnte er im Moment echt nicht
gebrauchen. Aber bekanntlich gab es nie der richtige Zeitpunkt sich zu
verlieben. So was wie Liebe würde ihn an seinem Plan rütteln. Den Plan, von dem er nicht abrücken durfte. So was wie Liebe würde ihn nur behindern.
Sirius zwickte in seinen Arm und zwinkerte ihm zu. „Na Prongs, ein neues Mädchenherz erobert?“
James schnaufte abfällig. Was hieß hier erobert? Er wollte nicht Lilys Herz erobern. Nicht mehr! Das war Vergangenheit. Und er wollte nicht erobert werden. Doch war Lily schon auf den besten Weg es zu schaffen. Er sollte abblocken, bevor sie es schaffen würde.

*

Der erste Schultag war nervig wie immer. James hatte sich direkt nach dem Mittagessen in den Schulsprecherraum zurückgezogen. Er hoffte das Lily ihm nicht folgen würde. Dass sie stattdessen in die Bibliothek gehen würde.
Seufzend breitete er seine Schulsachen auf dem Schreibtisch aus und machte sich an seinen Aufsatz.
Nach der ersten Schulstunde hatte Lily versucht ihm aus dem Weg zugehen. Was ihm auch Recht war. Auch beim Essen hatte sie ihn nicht angesehen.
Ihr schien es wirklich peinlich zu sein, was in der ersten Stunde passiert war.
James musste schmunzeln. Sie hatte schon süß ausgesehen, so verlegen wie sie gewesen war.
Schnell schüttelte er den Kopf um die Gedanken zu vertreiben.
Wieso dachte er an sie?
Er sollte seinen Aufsatz machen und nicht über unnötiges Zeugs nachdenken…
Doch war es wirklich so unnötig?
Lily brachte ihn völlig aus dem Konzept. Erst hat sie den Spieß rumgedreht und ihn ständig nach einem Date gefragt, obwohl sie jeden anderen haben könnte.
Dann hat sie ihn nach so langer Zeit wieder zum Lachen gebracht.
Und jetzt schwirrte sie ihm ständig im Kopf rum.
James legte den Stift beiseite und stand auf.
Er ging zu dem großen Fenster hinüber und starrte auf die Landschaft. Konnte er Lily vertrauen? Solle er es vielleicht doch wagen und ihr etwas sagen? Sollte er auf Dumbledore hören?
James lehnte seinen Kopf gegen die Fensterscheibe. Er wusste nicht was er machen sollte. Doch mit Lily konnte es so nicht weitergehen. Sie musste aus seinem Kopf verschwinden. Sie würde ihn nur behindern. Sie würde nicht wollen, dass er das machte, was er vorhatte.
Aber er würde sich davon nie und nimmer abbringen lassen.
Einzelne Regentropfen platschten an das Fenster und bahnten sich einen langsamen Weg die Scheibe hinab.
James folgte einem Tropfen mit seinem Blick.
Er war langsamer als die anderen. Ja, so langsam ging es bei seinem Plan momentan auch voran.
Er wusste nicht, wer genau am Tod seiner Familie Schuld hatte, er wusste nicht, wie er es raus finden konnte… Im Grunde war er kein Stückchen weitergekommen, außer dass er mehr Flüche und Gegenflüche konnte, also sonst jemand in seinem Alter.
Alle hatte er sich selbst beigebracht.
Aber was nütze ihm das, wenn er sie nicht gegen die wenden konnte, die es verdient hatten?

*

Lily saß allein an einem Tisch in der Bibliothek. Auch sie wollte ihren Aufsatz schreiben, doch bekam sie den jungen schwarzhaarigen Gryffindor nicht aus dem Kopf.
Sie war so tief in Gedanken versunken, dass sie nicht bemerkte, wie sich jemand zu ihr setzte.
„Evans? Huuhuu Evans!“
Ryan Jefferson fuchtelte wild mit der Hand vor Lilys Gesicht herum.
„Willst du ihn nicht endlich vergessen?“, fragte er grinsend, als Lily ihn endlich anschaute.
„Wen?“
„Potter!“
Lily sah weg. Nein! Sie konnte und wollte ihn nicht vergessen.
„Was geht es dich an, Jefferson?!“
Ryan Jefferson war ein Hufflepuff und hatte es seit langem auf Lily abgesehen. Wie so viele andere Jungs auch, doch für sie gab es nur einen. Okay, sie hatte hin und wieder ein Date, aber nicht mehr und nicht weniger.
Sie ließ sich halt gern ab und zu auf einen Drink einladen. Was war da schon dabei?
Doch Ryan ließ nicht locker. Er wollte einfach nicht verstehen, dass Lily kein Interesse an ihm hatte.
„Ich mein ja nur. Stattdessen könntest du mir doch noch einmal die Ehre erweisen und mit mir ausgehen, oder?“ Ryan zwinkerte Lily zu.
Sie verdrehte die Augen und seufzte. Langsam hatte sie es satt, so beliebt zu sein bei den Jungs.
Okay, anfangs hatte es ihr gefallen, doch jetzt war es einfach nur noch nervig. Sie hatte einen Plan, und den musste se verfolgen, komme was wolle.
Sie musste James wieder zurückholen. Den alten James… ihren James.
Stöhnend packte sie ihre Sachen zusammen und stand auf.
„Hey, wo gehst du denn hin?“ Ryan sprang auf und lief ihr hinter her.
„Ich geh dahin, wo ich meine Ruhe habe. Falls du es nicht bemerkt hast, ich war dabei meine Hausaufgaben zu machen.“
„Ich könnte dir doch helfen?“
Lily stöhnte innerlich auf. Konnte man so dämlich sein?
„Nein danke, ich komme gut alleine zurecht.“
Ihre Schritte wurden immer schneller und Ryan hielt bei ihrem Tempo mit. Die Tür zu den Schulsprecherräumen kam immer näher. Erleichtert hauchte sie das Passwort und die Tür öffnete sich.
„Verpiss dich Jefferson!“, spie sie ihn an, knallte die Tür hinter sich zu und lehnte sich mit geschlossenen Augen an die Wand.
„Arschloch“, fluchte sie.
Als sie die Augen öffnete, gefror ihr das Blut in den Adern. James saß am Schreibtisch und schaute sie mit großen Augen an.
„Was tust du hier?“
„Ähm, Aufsatz schreiben?“, antwortete James ihr. „Und du?“
„Verstecken?“, flüsterte sie und lief zu dem anderen Schreibtisch.
„Also wenn du dich vor mir verstecken willst, bist du hier falsch“, grinste James sie leicht an.
Lily lief rot an. Ihr fiel wieder die Verwandlungsstunde ein, in der Professor McGonagall sie bis auf die Knochen blamiert hatte.
„Nein … nein … Jefferson“, stotterte Lily. „Er will unbedingt mit mir ausgehen.“
„Und du willst nicht?“ James Stimme war leise und irgendwie klang er unsicher.
„Nein, bei Merlins Bart. Er ist so furchtbar langweilig, naja, und hübsch ist er auch nicht gerade.“
„Evans, es kommt nicht immer auf das Äußere an.“ Er beugte sich grinsend über den Tisch und Lily kam ihm entgegen.
„Ich weiß“, lächelte sie. „Aber ich habe mein Herz schon vergeben.“
James Grinsen verschwand und er ließ sich zurück auf den Stuhl fallen.
Enttäuscht setzte sich Lily hin. „Wenn ich dich störe, dann geh ich woanders hin.“
„Nein, nein … ich kann dich ja schlecht Jefferson ausliefern.“
„Danke“, murmelte sie und packte ihre Sachen wieder aus.
Beide machten sich wieder an die Arbeit.
Nicht lange konnte sich Lily auf ihren Aufsatz konzentrieren. Heimlich schielte sie durch ihr Pony und beobachtete James dabei.
Er bemerkte sehr wohl, dass sie ihn beobachtete, doch er wollte es sich nicht anmerken lassen. Doch eines musste er unbedingt loswerden. Er musste wissen ob es wirklich stimmte.
Den Blick immer noch auf sein Pergament gerichtet, sammelte er sich. Er musste lässig wirken, nicht zu interessiert. Aber eines hatte er in den letzten Monaten ganz gut gelernt. Keine Gefühle zu zeigen. Er setzte also seinen typischen kühlen Blick auf und sah sie direkt an.
Etwas erschrocken darüber, konnte Lily dem Blick von James nicht mehr ausweichen.
„So, du stehst also auf mich?“
In Sekundenschnelle lief Lily feuerrot an. Sie öffnete den Mund nach Worten suchend, doch schloss ihn dann wieder.
Schnell schaute sie auf ihre Pergamente, als ob es da etwas Unaufschiebbares zu lesen gäbe.
James musste innerlich lächeln. Wieder war sie verlegen und sie sah dabei so verdammt süß aus.
Am Liebsten würde James sie sich jetzt einfach so schnappen und sie kü….
Nein! Das würde er nicht wollen! Was war nur los mit ihm?
Er sollte so was nicht denken. Er durfte so was nicht denken…
„Wäre es denn so schlimm?“, holte Lily ihn wieder aus seinen Gedanken.
Immer noch vermied sie es ihn anzusehen.
Jetzt war es James, der sprachlos war.
Wäre es denn schlimm, wenn Lily auf ihn stehen würde? Würde er sich nicht wenigstens ein kleines bisschen darüber freuen?
Wenn er ehrlich zu sich war, dann würde er das durchaus. Doch was sollte er ihr jetzt sagen?
Er konnte ihr doch keine falschen Hoffnungen machen…
Sie würden nie ein Paar werden, das stand fest.
Er konnte sich nicht auf ein Mädchen einlassen. Nein… das konnte er nicht.
James stand auf, ohne auf Lilys Frage einzugehen und ging in seinen Schlafraum.

*
Lily verstand gar nichts mehr. Was hatte sie denn jetzt wieder falsch gemacht?
Sie überlegte einen kurzen Moment, ob sie ihm vielleicht hinterher sollte, entschied sich aber dagegen.
Okay, er wusste jetzt, dass sie sich in ihn verliebt hatte, doch wie stand es um ihn?
Warum hatte er ihr nicht auf ihre Frage geantwortet?
Stattdessen hatte er sie weiterhin mit seinem kühlen Blick angesehen und nichts gesagt. Er ist einfach so davon gelaufen.
Wieder einmal fragte sich Lily, was so schlimmes passiert war in James` Leben.
Was konnte denn so schlimm sein, dass man eine so drastische Änderung durchmacht?
Für Lily gab es da nur eines. Der Tod.
Hatte James denn etwa jemanden verloren?
War seinen Eltern etwas zugestoßen? Oder seinen Geschwistern? Nein, sicher nicht. Das wäre Sirius doch aufgefallen. Schließlich verbrachte er seine meiste Freizeit bei James.
Aber wenn es Sirius es nun doch nicht aufgefallen war?
Lily musste es wissen. Sie musste Black suchen und ihn fragen.
Ruckartig stand sie auf und rannte los.
Sie rannte durch die nahezu leeren Gänge, ohne auf die wenigen Schüler zu achten, die noch draußen waren.
Es war bereits Abend und Lily hoffte, das die restlichen Marauder noch im Gemeinschaftsraum waren.
Lily war so in Gedanken, dass sie den entgegenkommenden Schüler überhaupt nicht bemerkte. Auch dieser, war so in ein Buch vertieft, dass er Lily nicht sah.
Mit einem lauten Rumms, knallten die beiden gegeneinander und fielen.
Der Schüler stand als erster wieder auf und reichte Lily die Hand.
Erst als Lily aufsah, bemerkte sie, gegen wen sie da gelaufen war. Ihr schmerzverzerrtes Gesicht, erhellte sich wieder und sie begann zu lächeln.
„Sev!“, sagte sie leise.
„So stürmisch heute, Evans?“, war seine Begrüßung.
Dankend nahm Lily die Hand von Severus und ließ sich aufhelfen.
Severus Snape, ein Slytherin mit schwarzen, schulterlangen Haaren und einer
unverkennbaren Hakennase, hob sein Buch wieder auf und lächelte Lily dann an.
„Wir… wir haben uns lang nicht mehr gesprochen, Sev“, meinte Lily und strich sich die Kleider wieder glatt.
„Ja… das stimmt wohl“ Severus wusste nicht recht, was er sagen sollte.
„Willst du denn reden?“, fügte er noch hinzu und sah sie an.
Lily überlegte. Sie wusste, sie konnte sich immer an Severus wenden, wenn sie irgendein Problem hatte, doch wenn es um Potter ging, war sie bei ihm an der falschen Adresse.
Doch hatte er sich vielleicht ein wenig geändert? Schon so viele Wochen vor den Ferien, hatten sie nicht mehr miteinander gesprochen. Lily war immer beschäftigt damit gewesen, an James heran zu kommen und Severus hatte
seit neuestem eine Freundin.
„Ich weiß nicht… Wie läuft es mit Lyra?“
„Ähm, gut … sie hat angefangen Gitarre zu spielen.“ Er verdrehte die Augen. „Sei froh dass du keine Slytherin bist. Sie spielt grauenhaft. Und das schlimme ist das sie es nicht merkt.“
„Sag es ihr doch.“
„Bist du verrückt? Sie macht doch sofort Schluss mit mir, wenn ich sie kritisiere.“
Lily lachte. „Glaubst du wirklich dass sie es tut?“
Severus legte die Stirn in die Falten. „Nein, eigentlich nicht.“
Lily lachte leise.
Lyra, ebenfalls eine Slytherin, mit langen schwarzen Haaren und stahlblauen Augen, war Severus` Freundin. Auch Lily kannte sie schon gut. Sie war eine Art Freundin für sie geworden, doch seit Severus und sie ein Paar waren, hatten beide meist nur noch Augen füreinander.
Lily hätte sich niemals vorstellen können, dass Sev sich eine Freundin sucht. Er war sonst immer nur ein Einzelgänger gewesen. Immer in seine Bücher vertieft.
Lyra war erst letztes Schuljahr nach Hogwarts gekommen und Severus und sie hatten relativ schnell angefangen, miteinander auszugehen.
Irgendwas an ihr musste ihn wohl aufgeweckt haben. Doch richtig zusammengekommen sind sie erst vor ein paar Wochen.
Lily freute sich für Severus, keine Frage, doch irgendwie vermisste sie auch die heimlichen langen, befreienden Gespräche mit ihm.
Ja, sie und er, sie waren so was wie „heimliche beste Freunde“. Niemand wusste, dass sie sich oft an einem geheimen Ort getroffen haben und dort immer nur geredet hatten.
Doch seit den Ferien, war das nicht mehr gewesen.
Lily wusste nicht, ob sie ihm das mit James erzählen sollte, oder nicht. Sie wusste nicht, ob er es irgendwann mal gegen ihn verwenden würde. Seit langem schon, konnten sich Severus und James nicht leiden. Nein, sie hassten sich bis aufs Blut.
Lily wusste nicht einmal den Grund dafür.
Sie verabschiedete sich von Severus, mit dem Versprechen sich bald mal wieder zu treffen. Sie musste heute unbedingt noch erfahren, was Sirius wusste. Rennend setzte sie ihren Weg zum Gryffindor Gemeinschaftsraum
fort.
Dort angekommen, staunte sie darüber, dass der Gemeinschaftsraum wie ausgestorben war. Nichts und niemand war noch hier.
Sie schaute zum leise prasselnden Feuer. Enttäuschung machte sich in ihr breit. Lily hatte gehofft, endlich mehr zu erfahren.
Niedergeschlagen ließ sie sich auf einen Sessel nahe dem Feuer fallen. Das war immer James` Sessel gewesen….
Sie ließ den Blick durch den Raum gleiten, als ihr plötzlich was ins Auge fiel-
Auf dem Sessel direkt neben ihr, lag ein großes Pergament, zur Hälfte aufgefaltet. Lily schielte darauf um irgendwas zu erkennen, doch als sie
sah, was sich darauf befand, glaubte sie ihren Augen nicht zu trauen. Ruckartig stand sie auf und schnappte sich die Karte, um sie sich dann näher vor ihre Augen zu halten. Sie glaubte, dass es nur eine Einbildung gewesen wäre, doch das Unglaubliche war immer noch da.
Auf der Karte war jeder, wirklich jeder einzelne Bewohner, des Schlosses abgebildet, als kleine schwarze Pünktchen, mit einem Namenschild versehen.
Im Gemeinschaftsraum konnte sie deutlich ihren Namen lesen.
Sie klappte die Karte ganz aus und betrachtete jeden Winkel von ihr.
Wer hatte bloß ein solch geniales Werk erschaffen?
Gerade noch konnte sie erkennen, wie ein Punkt mit dem Namen „Sirius Black“ das Schloss verließ.
Schnell faltete Lily die Karte zusammen und rannte los.
Ab und an schaute sie wieder drauf, um einige Abkürzungen nehmen zu können.
Wo wollte Sirius denn um diese Zeit noch hin?
Draußen angekommen, blieb Lily kurz stehen und schaute sich um.
Plötzlich sah sie die Umrisse von einem jungen Mann, der sich schnell vom Schloss entfernte.
Das musste Sirius sein.
Lily schlich sich weiter hinterher. Er steuerte geradewegs auf den See zu.
Die Rothaarige blieb im Schutz eines Baumes in einiger Entfernung stehen. Am Ufer des Sees standen bereits zwei Personen und Lily konnte anhand ihrer Stimmen erkennen, dass es Remus und Peter waren.
Unaufhörlich riefen sie jemandem zu, er solle endlich aus dem kalten See kommen, er würde sich sonst noch den Tod holen.
Doch dieser Jemand hatte wohl keine Lust auf sie zu hören.
Lily strengte sich an, damit sie etwas in der Dunkelheit erkennen konnte. Den Blick fest auf den See gehaftet, versuchte sie auszumachen, wer da in aller Ruhe seine Runden schwamm.
Mit Schrecken stellte sie fest, dass es James war! Das durfte doch wohl nicht wahr sein. War er denn jetzt völlig übergeschnappt?
Wütend über seine Leichtsinnigkeit rannte sie ans Ufer zu den drei anderen Gryffindor.
„James Potter, mach das du aus dem See kommst, sonst kannst du was erleben!“, schrie sie über das Wasser.
Und zum Erstaunen aller, blickte James wirklich auf und schwamm langsam ans Ufer.

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Freunde sind solche, die es schaffen, deine Tränen zu trocknen und deine innere Sonne hinter dem Horizont der Traurigkeit hervorzuholen.
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Ein Tropfen Liebe ist mehr als ein Ozean Verstand!
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Janine0906
Schulsprecher


Offline
Alter: 16
Anmeldungsdatum: 24.09.2007
Beiträge: 640

BeitragVerfasst am: 12.08.2008, 13:41    Titel: Antworten mit Zitat

Juhu! Endlich geht es weiter!!
Super Chaps!! I-wie habe ich das Gefühl, dass James anfängt "aufzutauen". Hoffentlich schafft es Lily ihn ganz zurück zu holen...
Bitte weiter!! Very Happy

_________________
Harry Potter (und Charmed) for ever!!!!!!!!!!
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LilsPotter
Vorschüler


Offline
Alter: 27
Anmeldungsdatum: 04.12.2007
Beiträge: 21

BeitragVerfasst am: 14.08.2008, 21:59    Titel: Antworten mit Zitat

Und weiter gehts:

Du und ich

Was für ein Tag ist heute
Und in welchem Monat?
Die Zeit schien nie so kostbar
Ich kann dich nicht
aufhalten und kann nicht nachgeben
Ich habe zuviel Zeit verloren

Denn es sind du und
ich und all diese Leute
Nichts zu tun und nichts
zu verlieren
Und es sind du und ich
und all diese Leute und
Ich weiß nicht, warum
ich die Augen nicht von dir lassen kann.

All die Dinge, die ich sagen wollte
Kommen nicht richtig rüber
Ich stottere die
Wörter, du bringst mich durcheinander
Ich weiß nicht, wo ich hingehen soll

Nun irgendwas ist an dir
Ich kann nicht herausfinden was
Alles was du tust ist schön und
Alles was du tust ist das Richtige

Ich weiß nicht warum
ich die Augen nicht von dir lassen kann.
by me Smile



Bibbernd stapfte James aus dem See. Lily versuchte ihn böse in die Augen zu blicken, aber das fiel ihr schwer. Immer wieder huschte ihr Blick über seinen nackten Oberkörper. Er war zwar sehr dünn, aber man konnte doch deutlich die Konturen seiner Bauchmuskeln sehen, genau wie die von seinen Armen.

„Mann Prongs, was denkst du dir dabei? Mitten in der Nacht schwimmen gehen“, wetterte Sirius sofort los.
„Nicht hab ich mir dabei gedacht“, murmelte James.
„Ja, das hat man gemerkt“, knurrte Peter.
„Woher hast du gewusst dass wir am See sind?“, fragte Remus Lily.
Sie streckte ihm die Karte entgegen. „Die lag im Gemeinschaftsraum.“
Mit großen Augen starrte Remus auf die Karte der Rumtreiber. Sirius schnappte sie sich schnell und steckte sie in seinen Umhang.
„Bist du verrückt Pad? Lässt sie einfach liegen. Die hätte von sonst wem gefunden werden können“, schimpfte Remus.
„Lily wird uns schon nicht verraten“, versuchte Peter die beiden zu beruhigen. „Das wirst du doch nicht, oder?“
Lily schüttelte den Kopf. „Also gehört sie euch.“
„Ja“, schnaufte James abfällig, während er in seine Hosen schlüpfte. „Sie gehört uns und ich warne dich, wenn sie verschwunden ist, dann weiß ich dass du sie hast.“
„Klar doch, ich bin ja auch der Typ Mädchen, der andere beklaut“, zischte Lily ihm zu. „Schön dass du so etwas von mir denkst, Potter.“
Beleidigt drehte sie sich um und stürmte zum Schloss hoch.
Warum tat sie sich es auch immer wieder an? Warum wollte sie ihm überhaupt
helfen? Da hatte sie manchmal das Gefühl ein Schritt auf ihn zu gekommen zu
sein und dann stieß er sie einfach wieder weg.
„Lily, warte!“
Sirius überholte sie und blieb keuchend vor ihr stehen. „Du wirst niemand von der Karte erzählen, oder?“
„Nein“, rief Lily empört. „Was denkt ihr denn nur alle von mir?“
„Warum bist du an denn See gekommen?“, lenkte Sirius schnell ab.
Lily seufzte. „Ich wollte eigentlich zu dir.“
„Zu mir?“
„Ich wollte mit dir über James reden.“
Sirius Blick verdunkelte sich. „Über James … naja … ich weiß nicht ob ich dir da weiter helfen kann. Er hat sich verändert.“
Er schaute über seine Schulter und hielt nach seinen Freunden Ausschau. Remus, Peter und James liefen an ihnen vorbei. Dabei warf James Lily einen intensiven Blick zu, der ihr ein Schauer über den Rücken laufen ließ.
„Komm mit Evans!“ Sirius packte sie am Arm und zog sie in eine Abstellkammer.
Lily verschränkte ihre Arme vor ihrer Brust. „Ich warne dich Black, wenn du irgendjemanden erzählst, dass ich mit dir in einer Abstellkammer war, mach ich aus dir Hackfleisch.“
Sirius lachte. „Keine Sorge Evans, das bleibt unter uns.“
„Also, was kannst du mir erzählen?“
„Nicht viel, weil er nicht wirklich mit mir darüber redet. Nein, eigentlich redet er überhaupt nicht mit mir. Ich weiß nur dass es in den Ferien vor dem sechsten Schuljahr angefangen hat. Ich war nur kurz bei den Potters. Als ich ausgezogen bin, war noch alles in Ordnung. Wir schrieben uns Eulen und trafen uns in der Winkelgasse. Doch plötzlich brach der Kontakt ab. Ich habe ihm eine Eule nach der anderen geschrieben, doch es kam nie eine Antwort. Ich sah ihn erst wieder im Hogwarts-Express. Und da war er schon so komisch drauf.“
„Has du ihn den nie gefragt was passiert war?“
„Ständig. Jeden Tag … bis er mich angeschrieen hat, ich solle ihn endlich in Ruhe lassen.“
Lily seufzte schwer. Sirius war ihr wirklich keine große Hilfe.
„Du musst mir helfen Black. Alleine schaffe ich das wirklich nicht.“ Bittend blickte sie den großen, schwarzhaarigen Gryffindor an.
„Lily, was soll ich denn noch alles tun? Ich habe es ja versucht.“
Mürrisch stieß Lily Sirius von sich weg und riss die Tür auf. „Dann eben nicht.“
Aufgewühlt rannte sie die Gänge entlang, stieß jeden beiseite der ihr im Wege stand und blieb erst wieder stehen, als sie die Tür zu den Schulsprecherräume erreichte. Sie war völlig außer Atem, als sie das Passwort murmelte. Ihre Gedanken drehten sich immer noch um den Anblick des halbnackten James. Hatte er damals auch schon so gut ausgesehen? Warum konnte sie sich nicht daran erinnern wie er noch vor den Ferien ausgesehen hatte?
„Du hast auch immer ein Talent reinzuplatzen, wenn es mir gerade nicht passt.“
Erschrocken blickte Lily auf und sah James an der Badtür lehnen. Er hatte nur ein Handtuch um seine Hüfte gewickelt. Mit einem verschmitzen Grinsen verschränkte er die Arme vor der Brust.
Lily bemerkte wie sie ihn mit offenem Mund anstarrte. Schnell schloss sie den Mund und versuchte ihren Blick von ihm zu reißen.
„Ich wohne nun mal auch hier. Gewöhn dich lieber dran“, versuchte sie ihre Stimme bissig klingen zu lassen.
James kam auf sie zu und blieb nur Millimeter vor ihr stehen, packte sie am Kinn und zwang sie somit ihn anzusehen.
„Dir gefällt was du siehst. Das sehe ich an deinem Blick.“ Seine Stimme war sanft und Lily bemerkte wie es ihr schauderte.
„Du bildest dir sehr viel ein Potter.“ Krampfhaft versuchte sie ihre Contenance zu behalten.
„Evans, du lügst wen du den Mund aufmachst.“
„Ich habe dich nie angelogen. Ich habe dich gehasst! Jahrelang warst du für mich der größte Idiot.“
James Griff um ihr Kinn wurde fester, doch Lily verzog keine Miene. „Doch alle Anfeindungen dir gegenüber, alle Kränkungen die ich dir angetan habe tun mir aufrichtig leid. Du magst mir vielleicht nicht glauben, aber meine Gefühle dir gegenüber haben sich geändert, ob es dir nun passt oder nicht. Ja, ich begehre dich! Ich sehne mich nach dir! Das wolltest du doch jahrelang, oder? Warum stößt du mich von dir weg? Entspreche ich nicht mehr deinen Anforderungen? Hast du mich die ganze Zeit angelogen gehabt? Vielleicht war ich ja nur ein Spiel für dich. Wenn ja, dann hast du gewonnen. Du hast mich dazu gebracht dich zu lieben. Ich hoffe du bist zufrieden.“
James löste den Griff um ihr Kinn und ließ die Hand sinken.
Lilys Augen funkelten wütend. Ihr Blick bohrte sich regelrecht in seine Seele.
Er öffnete den Mund und wollte etwas darauf sagen, doch kein Ton kam über seine Lippen.
Lily drehte sich von ihm weg und lief in ihr Zimmer. Das Zuknallen der Tür holte ihn aus seinen Schock. Deutlich vernahm er das Schluchzen, das aus ihr Zimmer kam. Sie weinte … wegen ihm … schon wieder.
Nervös strich er sich durch die feuchten Haare und sein Herz schlug ihm bis zum Hals. Sie begehrte ihn. War es das nicht was er immer wollte? Sein Herz sehnte sich ebenfalls nach ihrem, aber dafür hatte er keine Zeit. Für ihn herrschte Krieg. Er wusste dass es nur noch Wochen, vielleicht Monate dauern könnte, bis Voldemort herausfinden würde, dass noch ein Potter lebte. Dann würde die Jagd auf ihn beginnen. Was wäre er für ein Mann, wenn er Lily mitrein ziehen würde? Sie hatte mit all dem nichts zutun und so sollte es
eigentlich auch bleiben. Eigentlich …
Aber war es dafür nicht schon zu spät? Hatte die kleine rothaarige Hexe sich nicht schon längst in sein Herz geschlichen? Obwohl er sie da raus verbannt hatte?