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Niobe Calliditas- Am Rande des Wahnsinns

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 8%  [ 1 ]
Schrecklich
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Stimmen insgesamt : 12

Autor Nachricht
   

Janine0906
Schulsprecher


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Alter: 16
Anmeldungsdatum: 24.09.2007
Beiträge: 640

BeitragVerfasst am: 29.12.2007, 21:47    Titel: Antworten mit Zitat

Oje, die ff ist bald zuende, echt schade, aber da kann man nichts machen...
Regulus hat sie erkannt, das fand ich i-wie total süß von ihm!!
Ich glaube er ist nicht an einem kalten Krieg interessiert, weil er sie nocht zu sehr mag...
(Ich fände es schön, wenn sie sich wieder vertragen würden, oder vllt. auch wieder zusammenkämen.)
Ich bin total auf das nächste Chap gespannt!! Very Happy

_________________
Harry Potter (und Charmed) for ever!!!!!!!!!!
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xXMiraXx
Orden des Merlin 1. Klasse


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Alter: 14
Anmeldungsdatum: 02.10.2007
Beiträge: 2851
Wohnort: Zuhause

BeitragVerfasst am: 30.12.2007, 16:57    Titel: Antworten mit Zitat

Das letzte Chap Smile Danach noch der Epilog und ihr seid aus dem Schneider Wink

29. Kristallklar

Ich schlummerte gerade vollkommen unschuldig und gewiss leise vor mich hin, als die eingeschnappte Apokalypsen-Fee ihr zartes Stimmchen erhob:
„Ach, Merlin! Wie lange willst du denn noch schlafen?! Es existieren auch noch andere Menschen außer dir, falls du es noch nicht wusstest, und ich würde mich hier gerne frei bewegen können, ohne mir Sorgen darum zu machen, dich aus versehen zu wecken und damit deine dauerhaft schlechte Laune auf mich zu ziehen. Ganz im Ernst, aber dieses Zimmer gehört nun einmal nicht dir alleine!“
Ich stöhnte entnervt auf und raufte mir – mich bedauernd – die Haare.
„Und im Übrigen könntest du auch mal wieder deinen Kram aufräumen. Ich wäre gestern Abend um ein Haar über deine Leoparden-Pumps gestolpert und hätte mir dabei gewiss das Genick gebrochen.“
Als ich mir das Kissen auf die Ohren drückte und mich diskret von der Zimmermitte abwandte, drehte die Furie erst richtig auf. Merlin, ich hatte ihr wirklich schon tausend Mal gesagt, dass sie es mit dem Kaffee nicht übertreiben sollte. Hrmpf.
„Ach nein! Natürlich, jetzt ignorierst du mich wieder! Man könnte wirklich meinen, du lebst in deiner kleinen bunten Welt und scherst dich einen Dreck um die Menschen in deinem Umfeld. Ich bin schon seid unglaublich langen sechs Jahren deine Zimmergenossin und du behandelst mich wie eine Fremde, gegenüber der man besonders misstrauisch sein sollte. Und – oh ja – wenn wir schon einmal dabei sind, wirklich, wie du Nathan behandelt hast, geht ja auf keine Kuhhaut mehr. Dass du dich nicht schämst!“
Okay. Ganz eindeutig war es aus mit dem süßem Geträume. Ich schmatzte einmal schlaftrunken auf, wälzte mich unwillig herum und brachte mich schließlich mit einiger Anstrengung in die halbwegs Senkrechte. Auf dem Bett sitzend blinzelte ich dann durch selten abstrus abstehende Locken zu Amy empor, die wutentbrannt die Arme in die Hüften gestemmt hat.
„Ist es nicht gut gelaufen mit meinem alten Freund Terry?“ [Anm.: Amy ist mit Terry Borders, Vertrauensschüler der Ravis, nach Hogsmeade gegangen.]
„Doch, wir haben’s in dem Vertrauensschülerbad getan, was übrigens überhaupt nicht zur Sache steht.“
Unverkennbar Stolz blitzte in ihren olivgrünen Augen auf. Ich erhob mich anerkennend grimassierend und schlurfte dann ins Bad.
Nachdem ich geduscht und mich halbwegs öffentlichkeitstauglich zurechtgemacht hatte, betrat ich wieder das Schlafzimmer, welches Amy nach wie vor mit ihrer Anwesenheit bereicherte. Sie gab sich überaus geschäftig, indem sie ihre Hippe Harpyien Platten sortierte und mir einen versteckt erwartungsvollen Blick zu warf. Ich seufzte leise auf und tat etwas absolut wider meiner Natur: Ich regte Amy zum Reden an. Ein Gräuel, ich weiß. Aber manchmal musste eine Frau tun, was eine Frau tun muss.
„Chrm, also wie kam es zu eben erwähntem Stell-dich-ein im – ach du meine Güte – Vertrauensschülerbad?“
Rette mich einer! Bitte.
„Eigentlich hast du es ja überhaupt nicht verdient, etwas darüber zu erfahren, aber gut, ich will ja mal nicht so sein“ – wieso eigentlich nicht? Hrmpf. – „Wir haben einen perfekten, einen absolut grandiosen und so bezaubernden Tag in Hogsmeade verbracht, wirklich, du hast vielleicht etwas verpasst. Der Schnee war zwar bereits geschmolzen, aber das hat Terrys Aussehen ganz gewiss wettgemacht. Wow, ich meine er trug diese anbetungswürdige Jeans, in der sein Allerwertester einfach nur knackig aussieht. Ich meine, in Natura ist er natürlich genauso knackig, aber“ – Kichern – „du kennst sicherlich diese Jeans. Wer auch nicht? Ein Traum. Also zumindest…“
Natürlich blubberte sich noch weiter über Terrys Kleidung, seine Frisur, wie er sein Butterbier hielt, wie er ihr eine Spinne aus dem Ausschnitt fischte („Ich habe zwar keine gesehen, aber er war der festen Überzeugung, dass dort eine Spinne gewesen wäre, also… Hihi, er ist ja so ein böser Finger.“), wie er sich sein schmieriges (das Adjektiv kommt von mir) Haar zurück strich, während sie sich bei Madam Puddifoots – uärks – küssten, wie sich dabei seine Zunge anfühlte und wie er atmete, sich in der Nase popelte (Hehehe – ja, ich weiß. Wieder von mir), dann schließlich im Vertrauensschülerbad den Kalt- mit dem Heißhahn verwechselte und – man mochte es kaum glauben – den gesamte Akt selbst auf blümerante, überkandidelte und allzu sehr mit Details bespickte Art und Weise.
Ich würde die Vorstellung von Amy und Terry gemeinsam in einem Planschbecken gewiss nie wieder aus meinem Kopf verbannen können und wie es aussah war sie noch nicht einmal am Grand Final angelangt. Meine Güte, sollte man so etwas tatsächlich seiner Zimmergenossin anvertrauen? Ich meine, mit dem, was sie mir erzählte, könnte ich Terry in seinen gesellschaftlichen Ruin treiben, aber ansonsten hat diese Angelegenheit gerade durchaus nichts Reizvolles. Hüstel.
Als ich dann ob der Tatsache, dass ich so grausam geweckt wurde, nur dezent gähnte, durchbohrte Amy mich bereits mit Todesblick, obwohl ich ihr zuvor wirklich auf aufmerksame, wenn auch aufgesetzte Art und Weise, begleitet von wohl platzierten ‚Oho’s und ‚Ah’s, gelauscht habe.
„Bitte? Ist es dir zu langweilig, wenn ich mein Liebesleben vor dir ausbreite? Glaubst du vielleicht, du könntest mir hier Interesse vor heucheln, während du dir insgeheim sagst, dass du ja mit einem Black geschlafen hast. Aber so läuft das nicht, Niobe. Terry steht Regulus ganz gewiss in nichts nach. In gar nichts, hörst du? … Gut er hat ihn im Quidditch geschlagen, aber das sagt noch lange nichts über seine Qualitäten als Liebhaber aus! Und übrigens auch nicht über seine Quantität, denn Terry und ich, wir haben es die ganze Nacht-…“
„Okay, okay! Verflucht noch einmal!“, fuhr ich mit abwehrenden Händen dazwischen. „Wenn du das nächste Mal vorhast, mir dein so genanntes Liebesleben zu offenbaren, dann reiche mir doch einfach die gewisse Literatur. Wirklich, das würde den gleichen Effekt erzielen und-…“
„Die gewisse Literatur?“
Ihre Nasenflügel bebten und ihre Augenbrauen waren durchaus finster zusammen gezogen. „Willst du mir etwa sagen, dass ich ein Flittchen bin, Madam ich-vernasche-ganz-nebenbei-meinen-besten-Freund-und-habe-etwas-mit-zwei-Blacks-gleichzeitig, eh?!“
Ich wandte mich kopfschüttelnd von Amy ab und strebte – mir meinen Winterumhang überwerfend – die Zimmertür an.
„Was denn? Jetzt verlässt du den Raum und lässt mich mit meiner grenzenlosen Empörung, wie Wut zurück?! Das ist ja wieder klar. Du kannst dich einfach mit nichts ernsthaft befassen. Alles wird nur oberflächlich überflogen. Und dich mal auf jemanden einzulassen, ihm tatsächlich ein wenig deiner kostbaren Zeit zu opfern, kannst du erst recht nicht. Arrgh! Du bist schrecklich.“
Ich drehte mich noch einmal zu ihr um, während ich die Türklinke bereits in der Hand hielt, und zog herausfordernd eine Augenbraue empor.
„Das kann ich postwendend wieder zurückgeben Und im Übrigen gehören die Leoparden-Pumps nicht mir, sondern dir. Ich besitze die mit dem Tigermuster. Also wirklich.“
Sie schnaubte verächtlich auf.
„Das hättest du wohl gerne. Die Leos gehören dir! Das weiß ich ganz genau.“
Ich tippte mir bedeutsam mit dem Zeigefinger gegen die Stirn und trat geschmeidigen Schrittes in den leeren Gang, der auf direktem Wege in den Gemeinschaftsraum führte.
„Jetzt hältst du mich also auch noch für verrückt, eh?! Du glaubst wohl, du hättest immer Recht. Pff, Pustekuchen, meine Liebe. Ich weiß ganz genau, welche Schuhe dir und welche mir gehören.“
Ich beschleunigte meine Schritte, doch Amy klebte weiterhin an meiner Hacke.
„Tja. Ich zufällig auch und Leos habe ich noch nie getragen. Schließlich habe ich Geschmack.“
„Ach ja?! Und was ist mit den grün-schwarz Gestreiften? Die sind nun wirklich abgrundtief hässlich.“
Ich öffnete die Tür zum Gemeinschaftsraum und fauchte Amy dabei gereizt an: „Erstens sind sie einfach nur gewöhnungsbedürftig! Wenn du etwas wirklich Hässliches sehen willst, schau dir deinen Planschkollegen an. Zweitens geht es dich rein gar nichts an, was zwischen mir und Nathan vorfällt. Drittens geht es schon rein technisch nicht etwas mit zwei Blacks gleichzeitig zu haben – meine Güte! Allein die Vorstellung an etwas Dergestaltiges lässt mir die Zehennägel empor rollen. Ganz ehrlich. Du hast vielleicht Nerven. Und viertens, wir beide sind möglicherweise – aus welchem unerfindlichen Grund auch immer – Freundinnen, aber deswegen bin ich noch lange nicht an der genauen und geradezu plastischen Darstellung von Terry interessiert! Herrgott noch mal – Was ist los mit dir?!“
„Ich bin kein Flittchen, verstanden?“
Ich runzelte irritiert die Stirn. „Deine Platte hat einen entschiedenen Sprung.“
„Aber sicher doch! So wie du über meine Erzählung von Terry sprichst… ich sehe es in deinen Augen, Niobe, aber wenn hier einer ein Flittchen ist, dann bin das ganz gewiss nicht ich. Du bist es. Ich nicht. Du.“
„Kinder, haltet die Ohren zu. Solch schreckliche Wörter solltet ihr wirklich nicht verinnerlichen, verstanden?“, erschallte die überstrapazierend amüsierte Stimme eines – Merlin, steh mir bei – alten Bekannten. Worauf die anwesenden, durchweg weiblichen Gryffindors beifällig aufkichern.
Amy wirbelte eindeutig zu hektisch herum und starrte Mir-gehört-die-Welt Black überrumpelt an. Ich stöhnte währenddessen durchaus entnervt auf. Das durfte doch einfach nicht wahr sein.
„Sirius Black, was tust du hier? (im Grunde eine doofe Frage…S.B. ist schließlich ein Gryffi…aber naja, normalerweise sollte er halt Essen sein…) “, erlangte Amy die Sprache wieder und schlenderte dabei versucht lässig auf den notorischen Störenfried zu. Ich hegte derweil den sehnlichen Wunsch, meinen Kopf gegen eine x-beliebige Wand zu schlagen. Nein, am besten eher seinen Kopf. Hrmpf. Für so etwas hatte ich jetzt wirklich nicht die Geduld.
„Na ja, ich wollte Niobe abholen. Außerdem ist das auch mein Gemeinschaftsraum. Aber ich hielt es doch für zu unschicklich, in ihren Schlafsaal vorzudringen. Immerhin hätte sie nackt sein können.“
„Oh ja, natürlich. Bei Niobe ist das auch keine unbegründete Vorsicht. Ehe man sich versieht, hat sie sich schon wieder ausgezogen“, erklärte Amy mit zuckersüßer Stimme und wirft mir einen bitterbösen Blick zu.
„Zieh Leine, Amy, oder ich rede über deine Sockenallergie, die grässlich eitrige Furunkel an deinen Füßlein erscheinen lässt.“
Ich hielt gespielt entsetzt die Hand vor den Mund, während meine Zimmergenossin zu Stein erstarrte.
„Huuups. Das ist mir jetzt aber mal herausgerutscht“, säuselte ich mit Engelszunge. „Ich werde auch gleich noch von deiner Reaktion auf Haselnüsse berichten.“
„Flittchen“, zischelte sie mir noch mit der Inbrunst ihrer momentanen Wut zu, hob die Nase bedeutsam empor und stiefelte dann sehr leise, wie sehr schnell aus dem Gemeinschaftsraum. Wumms und weg.
Tja. Tut mir leid, Amy, aber du hattest es ja regelrecht heraufbeschworen. Die Geister, die ich rief… und so weiter.
Black, der zuvor lässig auf der besonders gemütlichen Couch – mein inoffizieller Besitztum – vor dem Kamin gehangen hat, erhob sich nun und kam mit diebischem Grinsen auf mich zu geschaukelt. Wirklich, ein Matrose auf Landgang kann graziler laufen, aber Black schien sich unglaublich cool vorzukommen.
„Also, Gänseblümchen, können wir zu unserem ganz gewiss romantischen, wie friedlichen Date aufbrechen, hmm?“
„Bist du ein guter Sprinter?“, fragte ich gequält lächelnd nach.
„Der Beste, also versuch’ erst gar nicht vor mir wegzulaufen.“
Ich ließ ermattet die Schultern sinken und sah missmutig zu dem Black direkt vor mir hinauf. Wie ich es hasste, kleiner als Menschen – konnte man das in seinem Fall sagen? – wie er zu sein.
„Können wir das hier nicht einfach verschieben? Bei der nächsten Eiszeit hätte ich vielleicht ein Minütchen für dich Zeit, aber jetzt bin ich gerade wirklich überaus unpässlich.“
„Keine Chance“ sagte Black mit einem diabolischen Grinsen. Ich durchmaß den Raum gen Todesschlingen, auch Gemeinschaftsraumausgang genannt. Bedauerlicherweise mit ihm auf den Fersen.
„Du charmantes Ding, du“, gurrte er begeistert. „Und wie steht es um Terrys Beziehung zu Amy?“
Ich trottete missmutig den Kerkergang entlang. (Ui, das reimt sich… chrm)
„Wenn du Klatsch und Tratsch wünschst, schlaf einfach weiterhin mit Fara. Ach, und wenn du mir dabei einen Gefallen tun willst, lass sie einfach von Zeit zu Zeit fallen. Das – muss ich neidlos sagen – ist nämlich etwas, das du zur Abwechslung ausgezeichnet beherrschst.“
„Soll ich das jetzt als Beleidigung, Kompliment oder Bedauern gegenüber Fara verstehen?“
Ich lachte trocken auf. „Glaub mir, ich bin schon zufrieden, wenn du meine Worte überhaupt verstehst.“
„Sahneschnittchen, du hast die Liebeswürdigkeit wohl mit Löffeln gefrühstückt, hmm?“
„Tatsächlich habe ich noch gar nicht gefrühstückt, weswegen ich wohl besser einen viele, viele Stunden andauernden Brunch einlegen sollte.“
Ich umging eine Ecke und marschierte unwillig weiter. Wie konnte ich diese Schmach nur irgendwie umgehen? Was konnte ich tun, um Black loszuwerden? Also, klar, mir würde da schon etwas einfallen, aber das wurde – bedauernswerterweise – mit einem lebenslänglichen Aufenthalt in Askaban quittiert.
„Ach, nicht doch, ich lade dich einfach in Hogsmeade zu einem Wasdirgefällt ein.“
„Oh, kann man es sich denn als Ausgestoßener erlauben, gönnerhaft zu sein?“
Er schlang spontan seinen Arm um meine Schultern und drückte mich schmerzhaft fest an seine Seite.
„Aber ja doch, Herzchen.“
„Ich hoffe, du weißt, wie wenig ich dich leiden kann.“
Das verwegene Grinsen breitete sich über sein ganzes Gesicht aus und ließ seine schiefergrauen Augen erstrahlen. So ein Kotzbrocken.
„Tja, Mäuschen, dann sage mir, warum ich dir so gar nicht glauben kann.“
„Hmm, ich weiß nicht, vermutlich liegt das an deiner insgesamt verschobenen Realität.“
„Nein, nein. Das ist etwas zwischen uns.“
„Glaubst du denn tatsächlich, neben der uferlosen Verachtung findet sich noch Platz?“
Ich lächelte übrigens auch durchaus munter (gestellt, war ja klar) vor mich hin, während wir uns immer mehr der Eingangshalle näherten. Wann hat dieser Alptraum endlich ein Ende? Ach ja, hoffentlich sah mich keiner mit diesem Primaten. Gut, Fara dürfte vielleicht einen kurzen Blick erhaschen, aber alles andere wäre fatal und unerträglich.
„Grrr“, gab er zurück und knabberte mir einen klitzekleinen Moment am Ohr, bis ich ihm einen gut gemeinten Klaps auf den Hinterkopf verpasste und mich dabei auch gleich aus seiner halben Umarmung befreite.
„Werd’ nicht übermütig, klar?!“
Black lachte bellend auf und hatte mich sogleich wieder im Schraubstockgriff.
„Heute gehörst du mir, schon vergessen?“
„Träum weiter, Prinzesschen.“ Nein, das hatte nicht ich gesagt, auch wenn mir dies selbstredend zuzutrauen wäre. Okay, reden wir nicht lange um den heißen Brei herum – Regulus schob sich anmutigen Schrittes vor uns und schenkte mir den Hauch eines schiefen Grinsens. Klar, in Anwesenheit seines nächsten Blutsverwandten durfte man einfach keine Gefühle zeigen. Wissen wir ja alle.
„Ach, Schwesterherz, kann ich dir irgendwie behilflich sein? Ich weiß, dass ich dir dein todschickes T-Shirt nie zurückgegeben habe, aber ich finde es partout nicht wieder.“ Uiuiuiuiui, da hatte Sirius also doch noch ein klein wenig Humor…
„Lass nur. Ich schätze, es liegt irgendwo gemeinsam mit deinem Stolz begraben, also wäre eine weitere Suche wohl vergebens.“ 1:0 für Regulus…
„Mach dir keine Sorgen um meinen Stolz, solange dein Selbstwertgefühl auf dem Dachboden vor sich hin schimmelt, du kleines, kriechendes Etwas.“ Unentschieden. Mann, das hier war ja spannender, als ein aztekisches Ballspiel [Anm.: Das gemeinte Ballspiel wurde damals mit einem bis zu 3 Kilo schweren Ball gespielt. Man hatte ein Ziel und musste den Ball mittels Ellenbogen und Knie dadurch befördern. Arme und Füße durfte man nicht benutzen. Ach ja, der Verlierer wurde anschließend geopfert]
Sirius’ (ich fasste diesen Namen nur mit der Zange an, weil sonst Verwirrungen entstehen könnten. Damit das klar ist) Stimme verlor jedenfalls nicht den Hauch an Fröhlichkeit und auch Regulus ließ sich nicht zu einem negativem Tonfall hinab.
„Oh, ich bin doch nicht derjenige, der sich seine Verabredungen durch Erpressung sichert, nicht wahr?“
„Richtig. Du bist es eher, der Verabredungen für überflüssiges Zeug hält und einfach das nächstbeste Miststück besteigt, das sich selbst zu schade war, um die Beine in die Hand zu nehmen. Oder liege ich da etwa falsch?“
Regulus zog mit gespielter Verwunderung eine makellos geschwungene Augenbraue empor, doch ich kam ihm zuvor: „Entschuldige mal!“
Da ich mich nach wie vor noch nicht von Sirius’ Griffeln befreit hatte, konnte ich nur mit verächtlicher Miene sein Profil anstieren.
Sirius: „Damit bist nicht du gemeint, Liebes. Du hast an kurzweiliger, überaus krankhafter Geschmacksverwirrung gelitten, aber ich – die Heilung – bin ja schon da.“
„Du bedarfst gleich Heilung, wenn du mich nicht auf der Stelle loslässt, Affe.“
Regulus verschränkte mit dezentem Amüsement im Gesicht die Arme vor der Brust. Sirius versuchte seinem Blick standzuhalten, was weniger das Problem wäre, wenn er nicht nebenbei mich abwehren müsste, die an seinem starren Arm herum zu zerren begonnen hatte.
„Mäuschen, du solltest wirklich die rosa-rote Brille absetzen“, presste er zwischen den Zähnen hervor.
„Dito.“ Ich löste seine Hand gewaltsam von meiner Schulter und drehte mich dann endlich vollständig aus seiner Umklammerung, um mich mit wütendem Funkeln vor ihm aufzubauen. Er blitzte imposant zurück.
„Heutzutage werden heldenhafte Retter wohl nicht mehr so geachtet, wie?!“
„Keine Ahnung, ich bin noch keinem begegnet“, fauchte ich bissig zurück. „Aber vielleicht hilft mir ja einer, wenn ich mich mit dir durch Hogsmeade quäle. Wirklich, das würde mir gefallen.“
Sirius knurrte grimmig auf und spießte mich dann mit seinem Zeigefinger richtiggehend auf.
„Weißt du was, Niobe Calliditas?! …“
„Was denn, Sirius-“
„Verschone mich mit diesem abscheulichen Nachnamen!“ – er rieb sich die Stirn, als hätte er Kopfschmerzen – „Ich habe es satt. Wenn du so etwas“ – er nickte besonders abfällig zu Regulus hinüber – „ mir vorziehst, dann hast du nicht nur einen unheimlich schlechten Geschmack, was Aussehens- und Charaktervorstellungen angeht, nein, du bescherst mir damit auch noch einen traumhaft schönen und dazu niobe-freien Nachmittag. Oh ja, ich hoffe, du bist jetzt endlich glücklich.“
Ich kam nicht umhin, zu vermuten, dass Sirius das alles nicht sonderlich an die Nieren ging, denn das Grinsen flackerte mir so zu sagen durch seine Augen hinweg zu.
„Glücklich ist gar kein Ausdruck.“
„Na prima. Aber weißt du“ – er kratzte sich nachdenklich im Nacken – „Moment, vielleicht war ich doch ein wenig voreilig, denn da war diese Hufflepuff. Bis jetzt noch namenlos, aber unsagbar lecker. Du nimmst es mir doch nicht übel, hmm?“
Ich strich mir theatralisch eine Strähne aus dem Gesicht. „Vielleicht werde ich ein bisschen weinen müssen“, beichtete ich staubtrocken.
„Ja, da bin ich mir schon fast sicher. Aber, Hey – Schwamm drüber.“
„Natürlich.“
Sirius grinse schelmisch auf, machte eine ach so dramatische Absatzwende und marschierte in Richtung Eingangshalle davon, von wo er gewiss nach Hogsmeade zu seinen Angetrauten aufbrechen würde.
Ich richtete mein Augenmerk auf Regulus, der mich schief lächelnd ansah.
„Da waren’s nur noch zwei“, murmelte ich in meinen nicht vorhandenen Bart.
„Niobe, wie ich dich kenne, hast du noch nicht gefrühstückt, also, was würdest du sagen, wenn ich dich in Hogsmeade zu etwas einladen würde, hmm?“
Ich lächelte geschmeichelt und sah plötzlich meine Entscheidung schon vor mir. Ich war mir lange nicht mehr so sicher gewesen, dabei wusste ich nicht einmal, auf was sich diese Sicherheit gründete. Es war einfach dieses angenehme Gefühl, das einem sagte, ob man etwas wirklich, tatsächlich Richtiges tat. Einen wunderbaren Moment, musste ich schon sagen.
„Sehr kalt, Regulus“, erklärte ich durchaus bestens gelaunt und wandte mich beschwingten Schrittes von dem Black ab.
„Das werden wir ja noch sehen.“
Er klang nicht enttäuscht oder traurig, obwohl das bei ihm gewiss nicht bedeutete, dass er es nicht tatsächlich war. Gut, auch das bezweifelte ich, denn es war ja nun nicht so, dass wir in grenzenlose Liebe zueinander entbrannt gewesen waren. Wir hatten einen One-Night-Stand gehabt. Sozusagen. Und ich war stolz darauf, aber – nüchtern, wie ein wenig distanziert – überlegt, war alles doch ziemlich oberflächlich abgelaufen. Jetzt war es einfach so, als würde ich ganz schnell ein Pflaster abziehen. Und das auch noch ganz ohne Schmerzen. Es war eine gute Erfahrung gewesen. Ich hatte gelernt, das nicht immer alles so ist, wie es auf den ersten Blick erschien, und das Vorurteile zumeist einfach nur nervend waren.
Klingt abgedroschen, ist aber so.
„Oh, ich habe es bereits gesehen.“ Antwortete ich noch auf Regulus’ Aussage (siehe oben)
Ich sah noch, wie Regulus – dezent kopfschüttelnd – lächelte, und übertrat dann die Schwelle zur Großen Halle, in der – wie immer – geschäftiges Treiben herrschte.
Slughorn kämpfte sich noch durch seine Frühstück-Mittagessen Kooperation. Gizem Farrel tötete mich versuchsweise mit seinen Blicken. Malvin Cornell, heute mit einer rot-schwarz karierten Krawatte, die ich mir beizeiten mal ausleihen musste, lächelte mir schüchtern vom Ravenclawtisch aus zu. Fara und ihre Hirnamputierten GmbH zogen hysterisch giggelnd über irgendetwas her. Elias, der vermutlich heute Morgen von dem Anwesen meiner Großeltern zurückgekehrt war, lächelte selig in seinen Kürbissaft hinein, wobei mir der verheißungsvolle Fleck an seinem Hals nicht entgeht, und grüßte mich mit hauchig-heiserer Stimme. (Ich dachte mir einfach mal meinen Teil und verkniff mir die ach-du-darfst-das-also-und-ich-vermeintlich-nicht Anklage. Wie die sich regelrecht aufzwängende Frage, ob der guten Finn klar war, auf wen – gepaart mit wie vielen Ängsten – sie sich da eingelassen hatte)
Schließlich blieb mein Blick an Nathan hängen, der mit gesenktem Blick in seinem Pflaumenpudding stocherte und dabei eine Hand an seinen Kopf gestützt hatte. Sein Irokese hing müde zur rechten Seite, was ich vielleicht als Einstieg verwenden könnte. Das zwischen uns musste wieder gerade gerückt werden, denn ich wusste meine Prioritäten endlich wieder richtig zu setzen. Ohne ihn machte das Leben einfach nur halb so viel Spaß. Er war mein Nathan. Mein bester Freund. Wir waren auf einer Wellenlänge, verstanden einander ohne Worte. Wie Pech und Schwefel, ihr wisst schon. Es war einfach falsch von mir gewesen, ihn derart respektlos zu behandeln. Das war nicht fair. Ich hatte ihn irgendwie benutzt, um mir selbst ein besseres Gefühl zu verschaffen. Er war einfach da. Aber so etwas wird mir nicht noch einmal passieren. Ich ging nämlich sehr wohl auf die Menschen ein und war nicht oberflächlich, wie Amy mir vorwarf. Tzz. Ich kannte Nathan besser als sonst wer, ich wusste alles über seine Fehler und seine Macken, und dennoch - man glaubte es kaum - bedeutete er mir unglaublich viel. Auf platonische Art und Weise, verstand sich. Vielleicht war es einfach immer mehr zu einer Selbstverständlichkeit für mich geworden, dass er da war. Das musste ich auch ändern.
Ja, ich fand auch, dass das etwas war, das durchaus zu schaffen wäre. Ich meine, wäre doch gelacht, wenn ich nicht endlich eine 'normale' Freundschaft führen könnte. Ich konnte ja gelegentlich zu sehr nach den Sternen greifen, aber das ist doch wohl machbar.

Das Fazit aus dieser ganzen Geschichte war dann wohl schlicht und ergreifend, dass ich mich nicht unterkriegen ließ und ich des Weiteren dafür sorgen würde, dass auch die Menschen, die mir am Herzen lagen, diese schrägen Vögel, in naher Zukunft - und vielleicht auch ein bisschen darüber hinaus - nicht untergehen würden. Das konnte ich für die Welt und mich tun. Dachte ich. Und ich fand, das war allemal auch nicht zu verachten. Ich war in diesem Laden ja nicht für alles zuständig. Wäre ja noch schöner.
Dafür konnte man sich doch bitte eine Theresa suchen, so meine Devise.

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Du und ich - wir sind eins. Ich kann dich nicht verletzen ohne mir selbst weh zu tun

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Li'sar
Orden des Merlin 1. Klasse


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Alter: 14
Anmeldungsdatum: 17.11.2007
Beiträge: 3289
Wohnort: Malfoy Manor

BeitragVerfasst am: 30.12.2007, 17:17    Titel: Antworten mit Zitat

sooo geiler abschluss.... bin gespannt, was jetzt noch kommt........ Hach, ich liebe Niobe und ihr Mundwerk!!! Very Happy Herrlich!!!
Schade, dass sie jetzt so etwa zu ende ist....... aber vielleicht erfreust du uns irgendwann wieder mit einer anderen FF?

lg, Li'sar

_________________
Morgens kann ich nichts essen,
weil ich an dich denke.
Mittags kann ich nichts essen,
weil ich an dich denke.
Abends kann ich nichts essen,
weil ich an dich denke.
Nachts kann ich nicht schlafen,
weil ich Hunger habe.


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Meine FF - Unbedingt lesen - hab noch einen Epilog!
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xXMiraXx
Orden des Merlin 1. Klasse


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Alter: 14
Anmeldungsdatum: 02.10.2007
Beiträge: 2851
Wohnort: Zuhause

BeitragVerfasst am: 30.12.2007, 17:32    Titel: Antworten mit Zitat

ja vielleicht. Aber ich mache keine fortsetzung von dieser hier (ihr werdet noch im epilog sehen wieso)

Eine neue ist grad übrigens in Mache.^^Aber ich poste die dann erst, wenn ich sie zu ende geschrieben habe, das istt besser, wie ich bemerkt hab.

ly

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Du und ich - wir sind eins. Ich kann dich nicht verletzen ohne mir selbst weh zu tun

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herminegirl
Orden des Merlin 2. Klasse


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Alter: 14
Anmeldungsdatum: 14.08.2007
Beiträge: 2314
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 30.12.2007, 19:19    Titel: Antworten mit Zitat

Bin schon richtig gespannt auf den Epilog das letzte Chap war super
Toller Abschluss
Das"wortduell"" zwischen Reglusus und sirius war total genial und auch das zwischen Niobe und den beiden^^
Hach da hat sie ja nochmal "Glück" gehabt das sie nicht mit Sirius nach Hogsmeade muss (obwohl ihr das eig gefallen dürfte*gg*)
Also bin aufs endgültige (schnief) Ende gespannt

_________________


"Ich hasse, wie du mit mir sprichst, und deine komische Frisur!
Ich hasse, wie du Auto fährst, und deine ganze Machotour!
Ich hasse deine Art mich anzuglotzen und dich ständig einzuschleimen.
Ich hasse es so sehr, ich muss fast kotzen, noch mehr als bei diesen Reimen.
Ich hasse, wenn du Recht behältst, und deine Lügerei.
Ich hasse, wenn du mich zum Lachen bringst, noch mehr als meine Heulerei.
Ich hasse, wenn du nicht da bist und dass du mich nicht angerufen hast.
Doch am meisten hasse ich, dass ich dich nicht hassen kann.
Nicht mal ein wenig, nicht mal ein bisschen.
Nicht einmal fast. "
(Zitat aus dem Film: 10 Dinge die ich an dir hasse)
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Lhirael
Vertrauensschüler


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BeitragVerfasst am: 02.01.2008, 14:05    Titel: Antworten mit Zitat

Aah *seufz* ich liebe diese FF einfach. Das Wortduell war wirklich super Wink und Regulus ist irgendwie schon in Ordnung^^
Schön, dass sie wieder auf Nathan zugehen will, ohne ihn wäre die Welt doch nur halb so lustig Wink
was ich besonders schön finde ist, wie du deine Geschichte abgerundet hast. Genau das würde ich auch gerne machen. Es ist kein richtiges Bilderbuch-Happy-End, aber das ist gerade gut. (bis jetzt) kann man sie seinen Teil denken, wie es weiter gehen könnte und genau das ist etwas, wo ich wirklich nur sagen kann: hut ab, sowas krieg ich einfach nicht hin Smile
Niobe behält bis zum Schluss ihre nüchterne Art bei, lässt sich aber dazu herab, zu Nathan zu gehen, was sie ja bis jetzt nie gemacht hat. Sie sieht, wie Nathan in ihre Welt gehört und will ihren teil tun, um das wieder in Ordnung zu bringen Smile
wie gesagt, ich liebe diese FF und finde es schade, dass sie zu Ende ist, aber irgendwann ist nun mal schluss. Ich finde es auch gut, dass du gleich sagst, dass du keine Fortsetzung machst, ich glaube das wäre bei dieser Story auch gar nicht gut, auch wenn ich gerne wüsste, wie es mit Niobe weitergeht Wink
Wenn du deine nächste FF on stellst, musst du mir unbedingt bescheid sagen, damit ich sie nicht versehentlich verpasse Wink
Ganz liebe Grüße,
Lhirael

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I solemnly swear that I am up to no good

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xXMiraXx
Orden des Merlin 1. Klasse


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Alter: 14
Anmeldungsdatum: 02.10.2007
Beiträge: 2851
Wohnort: Zuhause

BeitragVerfasst am: 03.01.2008, 17:50    Titel: Antworten mit Zitat

Epilog

Noch einmal mit Gefühl


Sehr geehrte Miss Niobe Calliditas, 17.05.1981
wir – die Schuldirektion und alle Lehrkräfte – hoffen aus tiefstem Herzen, dass es Ihnen und den Ihrigen an nichts fehlt und Sie sich bester Gesundheit erfreuen.
Angesichts des ungefähr vor einem Jahr wiedereinkehrenden Friedens wird am kommenden Wochenende (dem 21.05) in Hogwarts eine Ehemaligen-Wiedersehen-Feier abgehalten, zu der Sie und ihre Familie natürlich herzlichst eingeladen sind. Über Ihre Anwesenheit würden wir uns überaus freuen.
Gezeichnet, Albus Dumbledore.

P.S: Wenn Sie welche besitzen, bringen Sie doch diese verzaubert guten Muggelbrausebonbons mit.


Ich seufzte inbrünstig auf, während mein Wohnungsschlüssel klirrend in die dafür vorgesehene Totenschädelschüssel fiel. Ein Geschenk meines Vorgesetzten. Ich war keiner satanischen Sekte beigetreten in den letzten fünf Jahren, falls ihr deswegen Befürchtungen hegen solltet. Nein, vielmehr hatte ich eine Ausbildung zur Heilerin angetreten, nachdem ich Hogwarts mit einem mehr als ausgezeichneten (wer hätte auch Anderes erwartet?) Abschluss verlassen hatte. Tja. Und jetzt sah es ganz danach aus, als müsste ich wieder in meine alte Schule zurückkehren. Sicherlich könnte ich auch einfach nicht zu dieser Feier gehen, aber das würde ja schon beinahe an Landesverrat grenzen, immerhin mussten doch alle immer noch penetrant und permanent freudig im Kreis springen, weil der Krieg beendet war. Auch wenn es tatsächlich schon ein Jahr her war. Gut, ich konnte auch nur so locker-flockig von diesem Thema reden, da ich zu den immer ersten Familien gehörte, bei denen kein Mitglied entführt, gefoltert oder gar getötet wurde. Ihr wisst schon, nur jede zweite Familie saß in der Tinte. Vielleicht hatten wir auch nur so ein Glück, weil wir übermäßig aus Reinblütern bestanden. Aus Verrückten, keine Frage, aber zumindest mit sauberem Blut. Tzz.
Wie auch immer. Ich würde zu diesem Wasauchimmer Treffen gehen. Vielleicht würde es ja ganz amüsant mal wieder alle Haudegen von damals zu sehen, obwohl die Reihen sich doch schon erheblich gelichtet hatten. Regulus Black war – neben noch so einigen Anderen – tot, wie der eine oder andere von euch vielleicht wusste. Er wurde ermordet, als er unter der Knechtschaft von ihr-wisst-doch-ganz-genau-wem stand. Und das auch noch von Seinesgleichen. Meine Güte! Kein wirkliches Grande Final würde ich sagen. Ihr müsst wissen, dass ich von diesem ach so tragischen Verlust hörte, als ich bereits unglaublich viel zwischen mich und die Erinnerungen an die ‚Erfahrung’ mit Regulus gestopft hatte. Ich war sozusagen schon gefroren, so dass diese Nachricht an meiner eisigen Oberfläche abprallte. Obwohl? Gut, ich möchte ehrlich zu euch sein, ich war schon schockiert. Vor allem weil ich mich um ein Haar noch intimer und – das ist wohl am wichtigsten – emotionaler auf ihn eingelassen hätte. Stellte man sich nur mal vor, was mit mir passiert wäre, hätte ich tatsächlich weiterhin eine Beziehung mit ihm geführt! Ich hätte vielleicht – nach dem Tod seines Vaters – mit ihm Ende des sechsten Jahres die Schule verlassen, um mich Voldemort (Hah! Ich habe es gesagt.) anzuschließen. Oh ja, ich könnte jetzt genauso mausetot unter der Erde liegen. Ein schauerlicher Gedanke. Wirklich.
Doch – ich musste gestehen – manchmal, in ganz schwachen Momenten, die wahrlich dünn gesät waren, dachte ich darüber nach, ob Regulus vielleicht nicht diesen schließlich tödlichen Weg eingeschlagen hätte, wenn ich ihm noch eine Chance gegeben hätte. Ja ja, ich konnte beizeiten doch ein wenig größenwahnsinnig, wie hochmütig sein. Ich weiß. Jetzt würde ich auch nie im Traum etwas Derartiges vor mich hin spinnen. Absurd, wie es war.
Chrm.
Und wenn wir schon einmal bei absurd und dem gelichtete-Reihe-Phänomen sind, Regulus nächster Blutsverwandte (ich will ihm gar nicht mehr seine spaßigen Namen verpassen. Tz. Das hatte er nun davon), Sirius Black, soll Evans und Potter-… na ihr wisst schon. Eine unschöne Geschichte, weswegen der werte Mr. Black jetzt lebenslänglich in Askaban weilte. Ich wusste wirklich nicht, was ich davon halten sollte. Ich hätte ihm ja alles zugetraut, aber so etwas? Ich meine, ich war vor Ort – im St. Mungo’s – als die von ihm mehr oder weniger in die Luft gejagten Muggel wieder zusammen geflickt werden mussten, und das war alles andere als appetitlich gewesen (Ich hatte unglaublich viele Überstunden schieben müssen, was ich schon beinahe wieder persönlich genommen habe. Okay okay, es wäre wohl zu übertrieben egozentrisch anzunehmen, Black hätte das alles nur veranstaltet, um mich zu ärgern. In Ordnung, das sehe ich ein.), aber trotzdem erschien es mir unrealistisch, Black in der Rolle des Massenmörders und Verräters zu sehen. Gut, ich hatte ihn nicht wirklich gekannt, und das aus – oh ja! – gutem Grunde, aber dennoch. Hmm.. vielleicht sollte ich mir darüber nicht weiter den Kopf zerbrechen. Es führte ja ohnehin zu nichts.
Ach ja, fast hätte ich es vergessen. Bei dieser ganzen Sache war Peter Pettigrew (erst zu dem Zeitpunkt wurde mir klar, dass er auch einen Vornamen hat) hops gegangen. Hmm..
Ich dämmte das viel zu grelle Licht in meinem Wohnzimmer etwas, streifte das violett-schwarz-karierte Shirt von meinem Oberkörper, da schon den ganzen Tag schrecklich gekratzt hatte. Dann schlüpfte ich aus meinen – wunderschönen, egal was andere sagen – schwarz-grün-bepunkteten Pumps und schlurfte gen Küche. Doch schon nach den ersten Schritten hörte ich – zu meinem größten Bedauern – ein Schlüssel sich im Schloss herumdrehen. In die falsche Richtung, wie ich glaubte, weswegen es auch länger dauerte, bis die Tür geöffnet wurde und ein Honigkuchenpferd herein gestolpert kam. Ich verschränkte schon einmal die Arme vor der Brust.
„Niobe! Sieh dir das nur einmal an!“, keuchte Elias, begleitet von seltsamem Geklirre, während er vom Flur ins Wohnzimmer getrabt kam.
„Ach, Elias! In einigen Teilen dieser Erde ist so etwas verboten!“
Das verscheuchte sein Grinsen nicht um einen Millimeter, nein er zupfte hinzukommend noch stolz an dem Geschirr, das sich über seinen gesamten Körper zu erstrecken schien. Um euren Spekulationen auch hier schon einmal vorzugreifen – Elias war nicht dem Verein der Anonymen SM-Fanatikern beigetreten. (Ich hatte da kurz mal hereingeschnuppert, aber es war dann doch nicht so mein Fall) (Hihi) Nein, er war Vortester von Haltungs-, wie Begleitartikel für Tiere. Kein Scherz. Ich hatte es selbst erst nicht geglaubt, als er mir glühenden Blickes davon erzählt hatte. Die Familie war übrigens auch nicht sonderlich erfreut über seine Berufswahl, da sie schließlich viel zu muggel war und seine Kompetenzen – welche genau? – nicht vollständig würde ausschöpfen können, aber Elias hatte bereits seine Lebenserfüllung gefunden. Tja. Für ihn zahlte sich somit wohl auch die jahrelange Übung im sich-befreien aus.
„Guck dir das nur an, Niobe.“
„Ich wüsste nicht, wohin ich sonst sehen könnte“, erwiderte ich trocken. „Das ist so-…“
„Unverantwortlich! Ganz genau! Das hier soll das Geschirr für ein Kaltblutpferd werden, aber ich fürchte aus der entspannten Kutschfahrt wird nichts, denn dieses Modell ist für jedes Tier unzumutbar. Man muss sich nur dieses eiskalte Eisen anschauen und diese rückenfeindlichen Lederschnüre und-…“
„Ja, in Ordnung. Ich habe es verstanden. Aber – sag mal, warum rennst du nach deinem wohlverdienten Feierabend noch damit herum? Und überhaupt, was tust du eigentlich hier?“
„Ja, weißt du, Mrs. Mitchens bat mich, dieses Geschirr ausreichend zu testen. Sie machte sogar Fotos – unbewegte, du weißt schon – von mir, um sie im Mitarbeiterraum aufzuhängen. Sie sagte, damit würde sie meinem bemerkenswerten Engagement huldigen wollen. Na, da staunst du, nicht wahr?“
Ich staunte tatsächlich, jedoch nicht aus Bewunderung. Also tätschelte ich ach so mitfühlend seinen beschirrten Arm und kräuselte die Stirn.
„Meinetwegen. Wenn du etwas zum allgemeinen Gespött deiner Kollegen beitragen möchtest, gern, aber wir hatten doch vereinbart, dass ich diese – meine! – Wohnung heute Abend für mich alleine habe, hmm?“
Elias schob leicht die Unterlippe vor und ließ seine Locken, wie das Gedöns an seinem Körper erzittern.
„Ja. Warum eigentlich?“
Ich blickte ihn entgeistert an. „Weil dies mein erster freier Abend in diesem Monat ist, was ich – so seltsam es auch klingen mag – in ganzen Zügen auskosten will!“
Er stierte trotzig zurück. (Man konnte kaum glauben, dass er tatsächlich schon zwanzig Jahre alt war)
„Und das kannst du nicht mit mir, oder wie?“
„Hmm. Ja, so könnte man es ausdrücken. Also, warum gehst du nicht Monique besuchen? Sie würde sich gewiss riesig darüber freuen.“
Mein werter Cousin senkte bedrückt das Haupt und ich sah bereits meinen relaxten Abend davon schwirren. Weit weg in die Ferne, wo er dann vollständig verblasst. Mist.
„Nein. Sie ist momentan etwas schlecht auf mich zu sprechen. Aber ich konnte doch auch wahrlich nicht ahnen, dass sie ihr Nietenhalsband mit dem Elektrohundehalsband verwechselt. Wirklich, sie hätte auch ein wenig achtsamer sein können.“
Ich seufzte abermals inbrünstig auf. „Wegen so etwas ist sie also wütend auf dich? Was für eine überaus reizbare Person!“
„Ja, das habe ich ihr auch gesagt. So viel Volt kann schließlich nicht durch ihren Körper gejagt sein, dass sie sich gleich derart aufspielen muss.“
Ich unterdrückte energisch ein Aufkichern. „Was, das Halsband ist auch noch losgegangen?“
„Na, sicher. Sonst wäre ihr die Verwechslung doch nicht aufgefallen. Ich setzte mich aus Versehen auf die Fernbedienung, obwohl sie dies selbstredend auch wieder als Absicht auslegt.“
„Ungeheuerlich!“
„Du sagst es!“
Ich fuhr mir demnach – notgedrungen die weiße Flagge hissend – durchs Haar und murmelte verdrießlich:
„Gut, Ich geb’s auf. Bestell du also eine Pizza mit besonders viel Käse, während ich mir etwas Gemütlicheres anziehe.“
Er strahlte unmittelbar auf, was meine Laune noch mehr sinken ließ.
„Ausgezeichnete Idee.“
Umgehend drehte er sich klirrend um und torkelte zu dem Telefon, das auf meiner Kommode im Flur stand. Ich musste unweigerlich grinsen und entschied mich kurzfristig, ihm unauffällig zu folgen. Ich hatte es heute wirklich verdient, noch ein wenig zu lachen. Und tatsächlich wurden meine Hoffnungen erfüllt, denn Elias’ rechter Zügel verfing sich – von ihm unbemerkt – in der Klinke der Wohnzimmertür, während er sich weiter beschwingten Schrittes seinem Ziel näherte. Die Tür schloss sich langsam, umso weiter er ging und fiel schlussendlich ganz in Schloss, was mit meiner Hilfe ein wenig gedämpft von statten ging. Jetzt stand ich also mit vor der Brust verschränkten Armen und belustigt-interessiertem Blick keine zwei Meter von Elias entfernt, während er in Seelenruhe den Hörer nahm, die Nummer des Pizzaservices wählte und sich dann wunderte, warum er leichte Beklemmungen empfand. Er fing an ein wenig an seinem Geschirr zu zupfen, was keinerlei Abhilfe schaffte, also drehte er sich zur – falschen – rechten Seite um – ich folgte seiner Rückenansicht –, wunderte sich weiterhin, drehte sich dann zur Linken und wickelte dabei das Telefonkabel um seine Taille. Ich hörte leise die Stimme Señor Pablos von der anderen Seite der Leitung, was Elias nun vollends überforderte.
„Ja. Hallo. Ich möchte gerne eine Bestellung auf-… verflixt!“
Er versuchte den Zügel aus der Entfernung zu lösen, war sich dabei des um ihn geschlungenen Telefonkabels jedoch nicht bewusst. Ich biss krampfhaft auf meinen Zeigefinger, um ja keinen Laut von mir zu geben.
„Also, zwei Pizzen mit… Merlin!“
„Das ist mir nicht ganz geläufig, Sir. Was soll ein ‚Merlin’ sein?“, ertönte die mit italienischem Akzent versehene Stimme irritiert aus dem Hörer.
„Nein, ich…“
Weiter kam Elias nicht, denn als er – impulsiv wie er war – zu der Tür stürmen wollte, um endlich den Zügel zu befreien, hielt ihn kurzerhand das Telefonkabel zurück.
„Hoppla!“, rief er noch aus, als er schon zu Boden schwirrte, das Telefon dabei von der Kommode, jedoch nicht aus der Steckdose, riss, den Hörer vor Schreck empor warf und mit ohrenbetäubendem Geschepper vor meinen Füßen landete. Ich fing mit vor Lachtränen schwimmenden Augen den Hörer auf, um dann endgültig lauthals los zu prusten.
„Hallo? Hallo?!“, quäkte Pablo ein wenig besorgt, während Elias sich verdattert umsah.
„Oh, Niobe“, ächzte er dann selten dankbar. „Könntest du mir vielleicht hier heraushelfen?“
Ich schnappte zwischen unbändigem Lachen nach Luft, presste gen Pablo eine knappe Bestellung aus und gluckste dann überaus gnädig:
„Na, aber sicher doch. Also – ruhig Brauner.“


Es war Samstag. Ich konnte mir sogar einen ganzen freien Tag ergattern, da mein Vorgesetzter – Heiler Xavier Roberts – eine Tochter ungefähr in meinem Alter hatte, die ebenfalls zu dieser Hogwarts-Ehemaligen-Feier ging und dort möglicherweise wieder mit Tony Braxton, einem mittellosen Egozentriker, anbandeln könnte, weshalb ich besonders die Augen aufsperren und Roberts umgehend informieren sollte, falls dieser Fall tatsächlich eintrat. Ich nickte darauf nur ergeben und stand deshalb nun in ein dunkel-grünes Cocktailkleid (ich hatte es noch von meiner letzten ‚Piep-piep-piep-alle-Heiler-haben-sich-lieb’ Feier) gewandert und halsbrecherische Stilettos tragend in der vor emsigen Ehemaligen brummenden Eingangshalle Hogwarts.
Elias hatte sich irgendwohin verflüchtigt. Vermutlich suchte er seine ehemaligen Freunde oder feierte mit Monique ihre Versöhnung. Zumindest war ich allein, was mir – das gab ich zu – nicht so ganz behagte. Es war einfach erschlagend. Ich hätte nie gedacht, irgendwann wieder einmal hier zu stehen; die Schulluft einzuatmen, diese ganze Atmosphäre zu spüren, so viele Menschen, mit denen ich mich ganze sieben Jahre herum gequält hatte, unaufhörlich schnattern zu hören. Alles schien auf den ersten Blick, mit dem ersten Gefühl, wie damals, doch dann traf einen unvermittelt die Tatsache, dass ganze fünf Jahre vergangen waren, dass die ehemaligen Mitschüler sich entweder unglaublich verändert hatten oder tot waren (was – ganz streng genommen – auch eine Veränderung ihrer Person war. Hmm.).
Ich atmete tief durch und schlenderte dann versucht gelassen zur Großen Halle. Keiner der Umherwuselnden schien mich weiter beachten zu wollen. Ich wurde einfach von dem Schwall Menschen in die Halle getragen, wo es wie in einer geschäftigen Bienenwabe aussah. Die kahlen Wände waren übermäßig bunt und flatterig geschmückt, dass es einem schon fast in den Augen schmerzte. Die Haustische waren vollständig verschwunden und hatten einem großen, zum Biegen gefüllten Büffet vor dem Lehrerpodium Platz gemacht, an welchem ich – zu keiner weiteren Verwunderung – Professor Slughorn entdeckte, der mit roten Pausbacken seinen Teller gewaltig überfüllte und dabei pausenlos auf Severus Snape einredete, der als vollständig Schwarzgekleideter dezent aus der Menge heraus stach. Dumbledore und McGonagall hatten sich derweil gleichsam ins Getümmel gestürzt und begrüßten, lächelten und freuten sich im Einklang mit den übrigen Lehrern, womit wir den noch halbwegs sympathischen, wie interessanten Anteil der Partygesellschaft abgehandelt hätten.
Chrm. Ich ließ meinen Blick nun unbeteiligt über die Menge schweifen und entschied mich dann für einen Abstecher zum Büffet, da sich dort sicherlich Punsch finden ließ.
„…ein ausgezeichneter Job, mein Lieber, Sie werden ihre Freude an der Arbeit haben und ich kann mich endlich zu meiner verdienten Ruhe setzen“, klang Slughorns Bass zu mir hinüber, während ich mein Glas großzügig füllte.
„Gewiss doch“, schnarrte Snapes Stimme kühl zurück, was nicht weiter mein Interesse weckte. Ich nippte vielmehr engagiert an meinem Drink.
„Oh. Du… haha… trinkst also doch Punsch? Nicht, Niobe?“ Ich hob den Blick und schaute direkt in ein schüchtern gerötetes Gesicht. „Durchaus, Malvin“, entgegnete ich ausgesucht höflich, wobei ich einen kurzen, wenig beteiligten Blick zu seiner Begleiterin, Mary-Sue aus der Vorstadt, warf. Sie lächelte mir unangenehm berührt zu. „Gut siehst du aus.“
„Oh. Hmm, danke. Du übrigens auch. Wirklich, ein schönes – tja – Kleid.“
„Ja.“
Er trippelte unsicher von einem Fuß auf den anderen, während sein Blick – sicherlich unbeabsichtigt – über mein Dekolté gleitet, was ihn noch mehr aus der Bahn warf.
„Ich… hmm, ist seltsam wieder hier zu sein, hmm?“
„In der Tat, ja.“
„Oh… tja“, stammelte er kurz vor sich hin, bevor er etwas hinter mir entdeckte, was ihn ganz aus dem Häuschen geraten ließ. „Uhhhu… sieh nur. Ist das nicht Farabella Purcell?“
Weniger aus Interesse, mehr aus Langeweile wandte ich mich gemächlich um und staunte nicht schlecht, als ich die Liebe meiner dunklen Tage… chrm, oh, nicht ganz… also, die grässlichste, geschmackloseste und – nebenbei mit Grauen bemerkt - schwangerste Person des Erdballs. Meine Güte! So etwas sollte jetzt aber wirklich verboten werden!
„Tatsächlich. Sie ist es. Na, der muss ich aber mal Hallo sagen“, entschuldigte ich mich bei Malvin und trippelte beschwingt zu der würzigen Seite des Büffets hinüber. (Snape versuchte auf Höhe der Desserts nach wie vor vergebens Slughorn loszuwerden)
„Farabella-Liebes, hat die Biologische Uhr dich etwa derart gequält?“, hakte ich dann auch sogleich munter-fröhlich nach, als ich sie erreichte.
Die Kugel auf zwei Beinen hob mit finster zusammen gezogenen Augenbrauen den Kopf und stierte mich durchaus feindselig an.
„Nein, ich möchte nur – im Gegensatz zu dir – etwas Sinnvolles mit meiner Existenz anfangen.“
„Was – im Ernst?! Und hast du die Erdbevölkerung auch gefragt, ob sie es für so sinnvoll hält, eine weitere… hmm, nun. ‚Fara’ tolerieren zu müssen?“
„Oh, ich bitte dich, Calliditas. Die Welt kann gar nicht genug von normalen Menschen kriegen!“
Ich verzog verächtlich die Lippen. „’Normale Menschen’, das klingt irgendwie unappetitlich.“
„Was klingt unappetitlich?!“, mischte sich Ignatius Davies – ihr kennt ihn gewiss noch – aufbrausend ein und schlang – zu meiner Verwunderung – seinen Arm um Fara-mäuschen.
„’Normale Menschen’, Herzchen. Aber es macht nichts, dass du nicht weißt, worum es hier geht, schließlich bist du gar nicht am Gespräch beteiligt, hmm.“
Er knurrte leise auf und blitzte mich mit unverkennbarer Wut an. „Normale Menschen, ja?!“
„So ist es. Aber, falls du das ‚Unappetitlich’ mit der schwangeren Fara assoziiert hast, macht das ganz und gar nichts. Um ehrlich zu sein, war mein Gedanke derselbe.“
Fara und Iggy legten sich jetzt gleichermaßen ins Zeug, weswegen nur noch Kauderwelsch dieser Art hervor kam:
„Meine Frau ist“… „… immer noch so biestig wie früher…“, „… also hast du kein Recht…“, „… deinen grottenschlechten Männergeschmack…“ „…an ihr auszulassen und im Übrigen…“, „… ist dein geliebter Regulus so was von mausetot…“, „… und in deiner Lage…“, „…wäre dann Askaban sogar noch besser gewesen…“, „… aber das ist für deine verqueren Gehirnwindungen…“, „… eine Projektion deiner Selbstverachtung auf Andere, Calliditas!“ – „…Calliditas!“ (An dieser Stelle müsste man sich dann doch mal fragen warum sie jetzt plötzlich meinen Namen kennen. Die Welt würde mich wohl immer wieder überraschen…)
Ich blickte die beiden einen Moment schweigend an meinem Glas nippend an, während sie stolz zurück stierten, dann stellte ich schließlich trocken fest:
„Beachtlich. Ich habe soeben mein Leben an mir vorbei ziehen sehen. Meint ihr, das hat etwas zu bedeuten?“
Ich gab ihnen nicht einmal mehr die Chance, sich weiterhin unverständlich zu artikulieren, sondern wandte mich demonstrativ in die Hallenmitte um, in die ich dann schnurstracks hinein marschierte.
„Niobe! Na, das ist sie doch, nicht wahr? Niobe! So warten Sie doch!“
Ich drehte mich irritiert zu der – mir fremden – Stimme um und erspähte in dem allgemeinen Getümmel Amanda, meine ehemalige Zimmergenossin, mit ihrer Mutter an der Seite, die sich zu mir hindurch schlug.
„Na also, deine Niobe ist also doch gekommen, nicht wahr, Amy?“
„Ja, das kann ich sehen, Mum, danke.“
Amys Mutter sah zufrieden aus und ich blickte verdutzt drein. Amy selbst schien das alles recht peinlich zu sein. Tja. Das kann ich verstehen. Ich würde meine Mutter skalpieren, wenn sie eine derartige Show abziehen würde. Absolut inakzeptabel.
„Amy“, begrüßte ich sie reichlich nüchtern. „Du siehst entzückend aus.“
„Ja, Nicht wahr? Ich habe das Kleid selbst gefertigt, damit sie ja nicht Gefahr läuft, der Nährboden für unzählige Furunkeln zu werden. Hihi.“ Die Mutter stupste mich in einer Geste der – selten unpassenden, musste ich sagen – Verbundenheit an und strahlte von einer Backe zur anderen.
„Nein, wirklich? Das interessiert mich ja brennend.“
„Das dachte ich mir. Ich habe auch extra-…“
„Mutter! Sieh nur, da drüben sind Menschen in deinem Alter. Wie wär’s, wenn du dich zu denen gesellen würdest“, unterbrach Amy sie mit trotzig-wütendem Gesichtsausdruck.
„Aber das ist Dumbledore. Meine Güte, so alt bin ich dann doch nicht. – Thihi.“
Amy schnaubte ungläubig auf. „Wie auch immer. Niobe, da wir uns jetzt schon einmal treffen, ich möchte mich am nächsten Freitag mit dir treffen. Hogsmeade wäre sehr schön. Würde es dir gegen acht passen?“
Ich zog verwirrt eine Augenbraue empor, nahm dann durchaus wahr, dass Amy und – viel schlimmer – ihre Mutter wohl nicht eher verschwinden würden, bis ich eine zufrieden stellende Antwort gegeben hatte. Also erwiderte ich mit meinem gottgegebenen (Scherz, ihr wisst schon) Enthusiasmus:
„Es lässt sich ja augenscheinlich nicht umgehen, also – acht klingt vorzüglich. Ich freue mich schon. Auf wasauchimmer.“
„Oh, das ist toll!“, jubellierte die Mutter, was Amy mit einem ‚Ein Traum.’ quittierte und dann mitsamt Anhängsel Richtung Büffet abzog. Was mir dabei jedoch nicht entging, war, das Amy ganz dezent lächelte, während sie davon dackelte. Ah ja. Entweder wollte sie mich am kommenden Freitag für einen Auftragsmord buchen oder unsere – ihr scheinbar noch etwas bedeutende – Freundschaft aufleben lassen. Nun, wir würden es sehen.
Vielleicht hatte sich das Hierherkommen ja doch gelohnt. Hm.
In der kommenden halben Stunde trudelte ich mal von der einer Hallenseite zur anderen, lauschte kurzweilig der schrägen Liveband, deren Frontsänger mich entfernt an einen gewissen Vampir namens Raziel Nexus erinnerte, und als ich noch genauer hinsah, glaube ich sogar Cassandra Taylor und Bethany Wiesieauchimmerhieß – zwei von Faras ehemaligen Mithühnern – in den Bassistinnen zu erkennen. Tja. Entweder litt ich unter Halluzinationen, oder Cassi und Beth hat sich tatsächlich zu etwas Anständigem gemausert.
Schließlich übermannte mich dann doch die Langeweile wieder und ich spielte bereits mit dem Gedanken, vorzeitig dieses Ambiente zu verlassen, als – ich befand mich gerade in der Eingangshalle, um mir ein wenig auf weitem Felde die Beine zu vertreten – er das Eingangsportal passierte. Seine Schritte waren selbstsicherer denn je, der schwarze Mantel, unter dem er schrecklich schwitzen musste, schwang elegant um seine mit Drachenlederschuhen bekleideten Füße und verdeckte dabei teilweise den – gewiss maßgeschneiderten – schwarzen Anzug. Sogar eine Krawatte trug er, was ein weiterer Punkt war, wegen welchem ich ihn erst gar nicht erkannte. Die andere, noch um einiges grausamere Veränderung stellte seine Frisur dar. Ich würde nicht so weit gehen und sie abgrundtief hässlich nennen, denn er sah wirklich gut aus, wie er sein pechschwarzes Haar so schulterlang trug und es zu einem kleinen, halbwegs verspielten – ja, okay – Zopf nach hinten band, aber es war so unglaublich anders, so schrecklich ungewohnt. Ich meine, was war aus seinem heißgeliebten Irokesen geworden? Wie konnte er seinen politisch angehauchten Hahnenkamm nur einfach so verraten? Wirklich ungeheuerlich und wenig verständniserregend.
Seine azurblauen Augen stierten mutwillig an mir vorbei, bis Nathan sich schließlich mit mir auf einer Höhe befand. Einen kurzen Moment hatte ich schon geglaubt, er würde einfach an mir vorbei gehen, doch dann hielt er doch inne und sah mich unergründlich an.
„Niobe.“
„Nathan.“
Wir schwiegen einen Augenblick, in dem wir uns lediglich ansahen und ich versucht unbeteiligt an meinem Punschglas nippte.
„Ein interessantes Kleid.“
Tzz.
„Dankeschön. Du siehst im Übrigen wie ein Bürohengst aus. Absicht oder Fehlgriff?“
Er verengte die Augen unmittelbar zu Schlitzen, wobei ich mich doch fragte, wo denn die plötzliche Feindseeligkeit zwischen und hergekommen war. So weit ich wusste, waren wir im absoluten Frieden voneinander gegangen.
„Absicht. Ich hielt es aber dann doch für überzogen, noch meine Aktentasche bei mir zu führen.“
„Ein weiser Entschluss. Kann ich dem also entnehmen, dass du dem dringlichen Erbeten deines Vaters, seinen Berufszweig ebenfalls zu erwählen, nachgegeben hast?“
Ich konnte gar nicht anders; mein Lächeln rutschte einfach unbewusst ins Spöttische ab.
„Ganz recht. Ebenso wie du, hörte ich.“
„Oh, du hörst also Dinge über mich?“
„Nun, man schnappt ja gelegentlich Sachen auf. Zum Beispiel, wenn mein Vater deinen Vorgesetzten vor Gericht vertritt und du dort sogar als Zeugin geladen bist.“
Ah ja. Daran erinnerte ich mich. Heiler Roberts hatte sich irgendeinen Kunstfehler geleistet, weswegen seine damalige Patientin Klage erhob. Unschöne Sache.
„Richtig. Dein Daddy ist noch so ungemütlich, wie damals.“
„Ansichtssache.“
Ich stutzte unmerklich. Nathan hatte sich also nicht nur Äußerlich unheimlich verändert. „Denn weißt du, mein Vater hält zumindest jederzeit sein Wort.“
„Oh. Schön“, erwiderte ich mit dezent fragend empor gezogener Augenbraue. „Soll das eine wenig subtile, wie unelegante Andeutung sein?“
Er schnaubte verächtlich auf und ließ das erste Mal, seit wir uns wieder gesehen hatten, seine Augen in leuchtend blauer Imposanz auffunkeln.
„Durchaus! Kommt dir der Ausspruch ‚Natürlich werden wir in Kontakt bleiben’ irgendwie bekannt vor, hmm?“
Jetzt war es an mir ablehnend den Mund zu verziehen. „Bitte? Ich hätte also hinter dir her rennen sollen, während du dich selbst einen Dreck um unsere Freundschaft geschert hast?! Glaubst du etwa, das hätte ich nötig?“
Er verschränkte demonstrativ die Arme vor der Brust, wobei mir erst jetzt auffiel, dass er irgendwie dieses Schlaksige verloren hatte. Alles an ihm schien – so weit ich es sehen kann – männlich definierter zu sein. Tzz. „Oh, gewiss doch! Warum gibst du es nicht einfach zu, dass du das Interesse an mir verloren und dich permanent für etwas Besseres gehalten hast?! Das war doch immer so.“
„Entschuldige bitte! Glaubst du also, ich hätte dir die ganzen Jahre unsere Freundschaft nur vorgeheuchelt? Das ist doch lächerlich! Wie kommst du jetzt auf einmal auf so einen Mist! Ich gebe zu, dass ich gerade kein Interesse dir bezüglich empfinden kann, aber das ist sicherlich normal. Keiner mag Anzugträger.“
„Das ist absolut kindisch! Du hast dich kein Stück verändert!“
Ich stieß ein höhnisches ‚Hah!’ aus. „Das mag wohl daran liegen, dass ich mir selbst treu geblieben bin, wogegen du wie ein armseliger Abklatsch deines Vaters wirkst. Macht dich das etwa glücklich, eh?!“
Seine eisern festgeklammerte Unbeteiligtheit und Kühle verschwand vollends und der alte, leidenschaftlich-impulsive Nathan gewann die Oberhand.
„NEIN! Nein, ich bin nicht glücklich, du arrogante Ziege. Ich studiere die Gesetzmäßigkeiten der Magischen Welt! Kannst du dir überhaupt vorstellen, wie erdrückend langweilig das ist? Wie sperrig, sinnfrei und wenig erfüllend?!“, giftete er mich schon halb verzweifelt an, hielt dann kurzweilig inne und machte schließlich eine wegwerfende Geste. „Auch egal. Ich bin nicht hier, um mit dir über etwas Dergleichen zu sprechen. Du hast mich abgeschrieben. Auch gut. Was soll’s. Ich kann damit leben. Und jetzt werde ich-…“
„Nein“, unterbrach ich ihn nüchtern, aber mit energischem Blick, der entschieden keine Widerrede duldete. Nathan sah mich grimmig an. Ich schätzte, er hatte sich zuvor eigentlich vorgenommen, nicht so aus sich heraus zu kommen und mir all diese Sachen zu sagen, weswegen er sich jetzt schrecklich ärgerte. Im Übrigens hielt ich seine gesamte Argumentation für sehr weit hergeholt. Hatte er’s etwa verlernt, mit mir zu sprechen?
„Weißt du, Amy hat mich vor einer halben Stunde um ein Treffen am Freitag gebeten. Wir hatten jahrelang keinen Kontakt mehr, aber sie hat den Mut gefasst, um jetzt den ersten Schritt zu machen. Zwar mit der Hilfe ihrer Mutter, aber dennoch. Was ich damit sagen will, ist Folgendes: dein vermaledeiter Vater hatte in der letzten Zeit entschieden einen zu schlechten Einfluss auf dich, denn sonst würdest du die Schuld nicht gleich bei anderen suchen, du selbstherrlicher Affe, und den Schneid besitzen, mich zu fragen, ob ich diese selten langweilige Feier nicht einfach schwänzen will, um mit dir jetzt sofort essen zu gehen. Der alte Nathan würde wissen, dass es keinen Sinn hat, seine Gefühle vor mir zu verbergen und mir einfach offen und konkret ins Gesicht sagen, was für Probleme er hat und was sein Anliegen ist. Merlin! Dein Daddy hat dich wohl auf passiv aggressiven, eitlen, distanzierten und steifen Esel getrimmt! Das ist inakzeptabel, verstanden? Also, reiß dich gefälligst zusammen, Heulsuse!“
Nathan sah aus, als wäre er soeben aus allen Wolken gefallen. Meine Güte, so langsam könnte man doch denken, dass er mich kannte. Die fünf Jahre unsere Trennung hatten ihm wohl wirklich nicht sonderlich gut getan. Ich hatte jetzt eben keine Lust, unnötige Zeit zu verschwenden, also konnte ich durchaus derart konsequent durchgreifen. War doch klar.
„Eh?“
„Gute Antwort.“ Ich drückte einem Vorbeihuschenden mein Glas in die Hand, das er bitteschön zum Büffet bringen sollte, und hakte mich dann kokett lächelnd bei Nathan unter, der nach wie vor die Stirn gekräuselt hat.
„Ist das dein Ernst?“
„Selbstverständlich. Als angehender Anwalt sollte man doch wahrlich genug verdienen, um meinen Hunger zu finanzieren.“
„Du willst also tatsächlich mit mir essen gehen?“
„Durchaus.“
„Warum?“
Ich seufzte tiefgründig auf. „Ist dir auch noch dein Selbstbewusstsein flöten gegangen?“
Er legte leicht den Kopf schief, wodurch das schwarze Haar vermehrt in seine elfenbeinfarbene Stirn fiel, und lächelte ganz dezent auf. „Nein, ich habe nur daran gedacht das mein ‚du arrogante Ziege’ eigentlich viel zu harmlos gewesen ist.“
„Möglich. Aber gehen wir jetzt?“
Er zuckte gleichgültig mit den Schultern und setzte – wieder gen Portal – zum Gehen an.
„Und welchen Hintergrund hat dieses Essen? Einen platonisch-freundschaftlichen?“
Ich grinste ihn zufrieden an, was er schon fast schelmisch erwiderte. „Mensch, diese Art kenne ich doch irgendwoher. Kannst du dir vorstellen, ich hatte mal einen besten Freund, der stets nach meiner Unterwäsche trachtete.“
„Tz. Hättest du ihm Pflaumenpudding vorgesetzt, wäre ihm deine Unterwäsche sicherlich egal gewesen“, konterte er schmunzelnd. „Oh, Merlin. Ich hatte schon so lange keinen Pflaumenpudding mehr! Ungeheuerlich!“
„Dein Vater ist-…“
„…wirklich ein Monster! Ich meine, ich werde Anwalt! Das ist krank.“
Ich blickte ihn gespielt mitleidig an. „Wie konntest du da nur einwilligen? Hatte ich dich nicht vor Mohn gewarnt?“
„Doch, das hast du. Ich war absolut nüchtern. Ich hatte einfach kein Ziel vor Augen, also ließ ich mich von meinem Vater lenken. Grässlich.“
„Tut mir leid, dass ich nicht da war, um dich zu retten.“
Er kicherte leise auf, was mir einen wohlig-warmen Schauer den Rücken herunter jagte. Dann befreite er sich aus meiner Unterhake und schlang seinen Arm um meine Schultern.
„Du hast mir unheimlich gefehlt, Niobe.“
Ich zog leicht spöttisch eine Augenbraue empor. „Die Kitschindustrie ruft gerade an und will den Spruch zurück.“
„Oh ja. Sehr witzig.“
Wir traten gemeinsam aus dem Portal heraus und schlenderten – nachdem wir die Treppe passiert hatten – gemächlich auf den Schwarzen See zu, an dessen Ufer nur heute für kurze Zeit die Möglichkeit zur Apperation bestand.
„Kann es sein, dass du kurzweilig mit dem Gedanken spieltest, mich einfach mutwillig zu ignorieren?“, fragte ich nach einigen schweigenden Metern belustigt nach.
„Das kannst du aber laut sagen, Mäuschen. Ich habe deine Schuhe gesehen und wusste, wenn ich auch nur ein falsches Wort sagen würde, würde ich große körperliche Schmerzen erleiden müssen.“
„Tzz. Du spinnst ja.“
„Oh nein. Dir stand ‚Rambo’ auf die Stirn geschrieben, ganz sicher.“
„Reizend. Du glaubst also, ich bin ein einsamer Kämpfer, hmm?“
„Tja, ich habe gehört, du wohnst mit Elias zusammen. Das kann dich doch am Ende nur einsam da stehen lassen, und obendrein ist dieser gebündelte Wahnsinn sicherlich verstörend.“
„Wirke ich also verstört?“
„Wie ein Rehkitz, Liebes.“
Ich lachte leise auf, während wir das Seeufer erreichten.
„Ich wähle das Restaurant aus“, stellte er frohlockend klar. „Ich habe nämlich vor langer Zeit dieses Schuppen gesehen und mich nicht getraut alleine hinein zu gehen.“
„Na, du hast ja jetzt Rambo an deiner Seite.“
Er lächelte mich selten zärtlich an, was – das konnte ich nicht leugnen – ein leichtes Kribbeln in meiner Magengrube auslöste. Ach, das würde wohl nur der Hunger sein. Hm.
„Du meinst wohl die Sonderausgabe von Rambo in High-Heels.“
Ich kicherte seltsam befreit auf. „Ganz meine Rede.“
„Gut, dann halt dich jetzt fest.“
Und mit diesen Worten schloss er mich in eine Umarmung.
Kurz bevor wir disapperierten, entschied ich mich noch für folgende Worte:
„Übrigens, ich habe dich auch vermisst.“
„War mir klar“, grinste er zurück und schon lösten wir uns mit einem leisen Plopp in unsere Atome auf.



An diesem Abend nahm ich meinen Nathan mit nach Hause. Warum? Keine Ahnung. Mir war nicht einmal klar, wohin das führen könnte, aber für diesen Moment hatte ich einfach das Gefühl, das Richtige zu tun.



She's freaky and she knows it
She's freaky and I like it

_________________


Du und ich - wir sind eins. Ich kann dich nicht verletzen ohne mir selbst weh zu tun

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herminegirl
Orden des Merlin 2. Klasse


Offline
Alter: 14
Anmeldungsdatum: 14.08.2007
Beiträge: 2314
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 03.01.2008, 19:47    Titel: Antworten mit Zitat

Genial!!
Aber kann es sein das es Niobe nicht wir´klich gekümmert hat was mit Lily,James,Sirius,Peter und (bei ihm vllt ein bisschen) Regulus geworden ist....

Zitat:
P.S: Wenn Sie welche besitzen, bringen Sie doch diese verzaubert guten Muggelbrausebonbons mit.

Das war scheon der erste geniale Satz^^
Das Treffen in Hogwarts fand ich wirklich genial
Auch das wiedersehen mit Fara und amy war genial^^
Aber das mit Elias war zum totlachen (von dem Beruf habe ich übreigens noch nie was gehört Wink )
Der kleine "Streit" zwischen Niobe und Nathan war auch super
Nathan als Anwalt *gg* ich muss immer noch lachen lol
Na ja sie haben sich ja wieder versöhnt^^

Zitat:
An diesem Abend nahm ich meinen Nathan mit nach Hause. Warum? Keine Ahnung. Mir war nicht einmal klar, wohin das führen könnte, aber für diesen Moment hatte ich einfach das Gefühl, das Richtige zu tun.


Ach auf einmal "ihr" Nathan Very Happy
Alles in allem wirklich perfektes Ende
Für eine WUNDERBARE FF!!!

_________________


"Ich hasse, wie du mit mir sprichst, und deine komische Frisur!
Ich hasse, wie du Auto fährst, und deine ganze Machotour!
Ich hasse deine Art mich anzuglotzen und dich ständig einzuschleimen.
Ich hasse es so sehr, ich muss fast kotzen, noch mehr als bei diesen Reimen.
Ich hasse, wenn du Recht behältst, und deine Lügerei.
Ich hasse, wenn du mich zum Lachen bringst, noch mehr als meine Heulerei.
Ich hasse, wenn du nicht da bist und dass du mich nicht angerufen hast.
Doch am meisten hasse ich, dass ich dich nicht hassen kann.
Nicht mal ein wenig, nicht mal ein bisschen.
Nicht einmal fast. "
(Zitat aus dem Film: 10 Dinge die ich an dir hasse)
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Lhirael
Vertrauensschüler


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Anmeldungsdatum: 30.09.2007
Beiträge: 392
Wohnort: Grimmauldplatz 12 ;)

BeitragVerfasst am: 05.01.2008, 20:29    Titel: Antworten mit Zitat

och *wein* die FF war sooo cool!

Ich fands toll, dass du im Epilog noch mal auf alles so eingegangen bist, auch wenn Regulus' Tod sie schon ein wenig mehr berühren hätte dürfen^^
Bei der Beschreibung von Elias am Telefon musste ich echt lachen, zu genial Very Happy
Ich muss zugeben, ich hab das ganze Kapitel gewartet, dass Nathan vorkommt... aber dann hat erstmal Amy sie gerufen... dann war da noch Fara usw... war super, echt, ich meine, dass sie alle wieder gesehen hat..
und natürlich Snape und Slughorn *gg* genial^^
Schon seltsam, dass plötzlich alle ihren Namen können. Das wundert einen doch tatsächlich^^

Der ganze Abschnitt mit dem "selbstherrlichen Affen" war echt so super cool und was dem ganzen noch die Krone aufsetzt (nach der Heulsuse *g*) war dann ja das:
Zitat:
„Eh?“
„Gute Antwort.“

einfach zum abbrechen Very Happy

Oh und der Schluss... *seufz*
Endlich wird das doch noch was mit Nathan *freu* Wink
auf jeden Fall wirklich super abgerundet und.. einfach perfekt Wink

Es hat wirklich Spaß gemacht, deine FF zu lesen und mit Niobe mit zu fiebern und ich freu mich auf jeden Fall auf deine nächste FF Smile

ganz liebe Grüße
Lhirael

_________________
I solemnly swear that I am up to no good

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Janine0906
Schulsprecher


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Alter: 16
Anmeldungsdatum: 24.09.2007
Beiträge: 640

BeitragVerfasst am: 07.01.2008, 21:11    Titel: Antworten mit Zitat

Das letzte Chap und der Epilog waren einfach megalsupertoll!!! Wenn ich zitieren würde, müsste ich wahrscheinlich alles zitieren!!! Wink Also lass ich das besser und sag dir, das ich sehr oft sehr viel lachen musste!! Laughing
Ein toller Schluss für eine geniale ff!!!
Ich glaube, das alle ihren Nachnamen mit Absicht falsch ausgesprochen haben. Schließlich können ihn doch plötzlich alle... Wink

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Harry Potter (und Charmed) for ever!!!!!!!!!!
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