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The closest thing to crazy (Prolog +4)

 
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LilsPotter
Vorschüler


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Alter: 27
Anmeldungsdatum: 04.12.2007
Beiträge: 21

BeitragVerfasst am: 06.12.2007, 12:35    Titel: The closest thing to crazy (Prolog +4) Antworten mit Zitat

Hallöchen, ihr wollt neuen Lesestoff? Hier habt ihr welchen. Ich hoffe euch gefällt mein drittes Werk. Ob ich jemals mein erstes hier rein stelle, weiß ich noch nicht, denn seit dem hat sich mein Schreibstil sehr verändert. Und in meinem ersten wimmelt es gerade so nach Fehlern, aber ich bin zu faul sie zu korrigieren.



Titel: The closest thing to crazy
Genre: wie immer Romantik pur (so bin ich nun mal) und Humor (ich versuche es zumindest)
Kapitel: keine Ahnung
Altersbeschränkung: wie immer 14, vielleicht später mal 16 (weiß ich noch nicht so genau)
Charaktäre: meine geliebte Lily, mein geliebter James, Sirius, Remus, ab und zu Peter, Serverus, meine O.C. Helen (Schwester von James), Anna und Trysha. Kommen bestimmt noch mehr dazu, aber die sind die wichtigsten.
Pairings; hm, lasst mich mal überlegen, die Geschichte ist von mir, also wohl J&L Sehr glücklich , was mit den anderen ist weiß ich noch nicht. Ich warte da noch auf eine Eingebung.
Anmerkung: Ich verdiene kein Geld damit und diese Geschichte kommt nicht mal annähernd an J.K. Rowling heran, aber ich liebe diese Fic. Ich schreibe wieder in der Ich-Perspektive und wechsle ab und zu mal die Sicht, genau wie bei Tnoy
Inhaltsangabe: Lily ist mal ganz anders. Lest selbst!

So, jetzt ein ganz dicker Bussie an Amy, die mir diesen tollen Prolog geschrieben hat. Glaub mir, ich finde ihn fantastisch!




The clostest thing to crazy

Prolog



Weißt Du, was Liebe ist?
Du fühlst dich, als könntest du Bäume ausreißen, alles scheint Rosa, in deinem Bauch kribbelt es, dir ist warum und kalt zugleich...

Weißt Du, was unerwiderte Liebe ist?
Dir ist schlecht, du könntest weinen, die leere in dir droht sich zu zerreißen, kein Lächeln erreicht deine Augen und am liebsten würdest du dich unter deinem Bett verkriechen und vor Scham und Verzweiflung sterben…

Weiß Du, was es heißt, glücklich zu sein?
Die Definition von Glück, du könntest Tanzen, willst die 7 Weltmeere durchschwimmen, Lachen erfüllt die warme Sommerluft, das Leuchten in deinen Augen steckt jeden an…

Weißt Du, was es heißt, traurig zu sein?
Du weißt nicht wohin, deine Welt ist leer, du bist umgeben vom Nichts, hast Angst vor deinen eigenen Gedanken, vor den Gefühlen, die dich überrollen und die Leere in dir nur noch vergrößert...

Weißt Du, was Mut ist?
Das Gefühl zu haben, egal was kommt, es dennoch überwältigen zu können, der Drang nach Abenteuern, dir die Schuhe ausziehen und zu springen, hinein, in das kalte Wasser und zu wissen, dass man wieder rauskommt…

Weißt Du, was Angst ist?
Ein Schwarzer Punkt in deinen Gedanken, er wird immer größer und größer. Etwas erfasst dich, dein Herz. Dir stockt der Atem, deine Glieder gehorchen dir nicht mehr und das einzige, was du willst, ist unsichtbar zu sein…

Weißt Du, was Wut ist?
Dein Kopf raucht, am liebsten würdest du jetzt auf etwas einschlagen, du bist wie gelähmt, jeder Nerv in deinem Körper zerspringt, darauf wartend, dass jemand kommt, der sich dazu anbietet, deine überschüssige Energie aufzunehmen…

Weißt Du, was Einsamkeit ist?
In deinem Kopf sitzt ein Kleines Männchen, und es sagt dir, dass du alleine bist, dass dich niemand mag, dir niemand hilft und dass sich die ganze Welt gegen dich verschworen hat, du hast das Gefühl, von niemanden verstanden zu werden. Das Männchen in deinem Kopf sagt, du sollst aufgeben, denn es wird eh niemand bemerken…



Weißt Du, dass alles, was du fühlst, nicht unbemerkt bleibt?
Irgendwer, oder Irgendwas merkt immer, wie du dich gerade fühlst.
Aber es gibt einen Unterschied, ob du etwas nur siehst und nichts tust, oder ob du etwas siehst, und daraufhin handelst.

Egal wie man reagiert, es ist nie falsch, denn 98% der Menschheit reagieren gar nicht.


by Amylin



Kapitel 1

****Lily****

„Lily, da ist wieder so ein Federvieh, das dir die Post bringt.“
Ich zuckte zusammen. Ja das war ich. Lily, nicht das Federvieh, wie meine Mutter es nannte.
Ich war Lily, Lily Evans. Eigentlich hieß ich Lilian, aber ich hasste den Namen. So ließ ich mich nur Lily rufen.
Meine Schwester hatte es noch schlimmer getroffen. Sie hieß Petunia.
Meine Mum hatte schon immer ein Faible für Blumennamen. Sie war eben eine Flower-Power-Frau aus den Siebzigern.
Hier in unserem Hause in Surrey stand die Zeit still und wir waren immer noch in der Hippiezeit.
Meine Mum war eine Verfechterin gegen das Tragen von BHs, so rannte sie meist ohne einen rum.
Meine Familie war ziemlich abgedreht. Mein Dad hatte ebenfalls lange Haare und sah aus wie Jesus persönlich. Petunia dagegen strebte danach, so unauffällig wie möglich zu sein.
Das würde ich ja auch am liebsten, aber das war unmöglich.
Ich war wohl die Außergewöhnlichste in unserer Familie, denn wo ich auftauchte gab es Chaos.
Ohne Zweifel, ich war begabt und sehr intelligent, aber ich hatte ebenfalls das Talent alles kaputt zu machen was in meine Quere kam. Und wenn ich nicht zerstörerich unterwegs war, so verletzte ich mich selbst in dem ich immer wieder den Kampf mit der Erdanziehung verlor.
Wo ich auch auftauchte, ich zog eine Spur Verwüstung hinter mir her.
Für viele schien das amüsant zu sein, aber ich fand das ganz und gar nicht lustig. Schließlich war ich es, die die blauen Flecke am Körper hatte.

„Lily, jetzt komm runter und nimm den Brief entgegen.“
Die liebliche Stimme meiner Mutter hallte durchs Haus und ich erhob mich von meinem Bett.
Ich bekam eigentlich nie Post, denn ich hatte keine Freunde. Okay, einen hatte ich schon, aber er war selbst nicht gerade sehr beliebt auf unserer Schule.
Für viele war ich einfach nur der Tollpatsch, die Streberin oder einfach unsichtbar, was ich eigentlich kaum glauben kann, so oft wie ich was zerstörte. Vielleicht versuchten sie mich auch einfach nur zu ignorieren.
Ich war es gewohnt dass sie mich auslachten oder einfach nicht beachteten. Das Letztere war mir sogar noch lieber.
Ich rannte die Treppe runter und wie konnte es anders sein? Ich stolperte über die letzte Stufe und legte mich auf die Nase.
„Autsch!“, jammerte ich und blieb erst mal liegen.
„Ach Lily, was soll ich nur mit dir machen?“ Lächelnd streckte mir meine Mutter ihre Hand entgegen und ich ergriff sie.
„Danke Mum“, stöhnte ich, als ich mich aufrappelte.
„Hast du dir wehgetan?“
„Nein, nicht wirklich.“
Ich richtete meine Kleider wieder zu Recht und ging langsam in die Küche um der Eule den Brief ab zunehmen.
Wie erwartet war der Brief von meiner Schule, mit der Liste der Bücher die ich zu meinem letzten Schuljahr brauchte und einem silbernen Abzeichen. Ich musste den Brief erst gar nicht lesen um zu wissen was, dieses Abzeichen bedeutete.
Schulsprecherin. Professor Dumbledore hatte mich zur Schulsprecherin gemacht. Was hatte er sich nur dabei gedacht? Warum ich?
Geschockt schaute ich meine Mutter an und schüttelte ungläubig den Kopf, während sie sich den Brief durchlas.
„Ach Lily, das ist doch toll, oder? Er vertraut dir.“
„Dieser Mann ist krank“, keuchte ich.
„Quatsch, er traut dir das schon zu, sonst hätte er das bestimmt nicht gemacht. Du kannst das Schätzchen. Vertraue dir doch auch mal.“
Ich schnaufte abfällig. „Ich vertraue nur meiner Zuverlässigkeit in Schwierigkeiten zu geraden.“
In einer Woche sollte mein letztes Schuljahr beginnen und ich musste noch all meine Bücher besorgen.
Da ich ja keine Freunde hatte, war ich in den Sommerferien kein einziges Mal in der Winkelgasse gewesen. Mit wem hätte ich mich da auch treffen sollen, außer mit Sev vielleicht? Aber er hatte auch so seine Probleme. Schwarzmagische Probleme um genau zu sein. Armer Kerl.
Aber jetzt musste ich wohl oder übel hin.
Ich hoffte, dass mir kein Missgeschick passieren würde und wenn, das wenigstens keiner da war, den ich kannte.


Es war ein verregneter Augusttag, als ich nach London fuhr um meine Schulsachen zu besorgen.
Natürlich war es für mich selbstverständlich gewesen, dass ich meinen Schirm Zuhause hab liegen lassen. So etwas konnte auch nur mir passieren.
Pudelnass betrat ich den Tropfenden Kessel. Mit gesenktem Kopf lief ich an den Hexen und Zauberern vorbei um nur so schnell wie möglich hier raus zu kommen.
Im Hinterhof tippte ich die Steine an und wie von Geisterhand erschien das Tor, das mich in die Winkelgasse ließ.
Seufzend straffte ich meine Schultern und redete mir ein, dass bestimmt nichts passieren würde. Vielleicht hatte ich ja mal Glück. Okay, ich hatte den Schirm zuhause vergessen, aber es hätte mich wirklich schlimmer treffen können.
Bevor ich einkaufen gehen konnte, brauchte ich dringend Geld, also steuerte ich auf Gringotts zu um dort mein Muggelgeld zu wechseln.
Erleichtert stellte ich fest, dass ich bis dahin noch niemanden entdeckt hatte, der mich nur ansatzweise kannte.
Ich konnte mein Glück kaum fassen. Vielleicht würde mein Tag doch noch wundervoll verlaufen.
Zufrieden und mit genug Geld in der Tasche verließ ich die Bank. Es hatte doch tatsächlich aufgehört zu regnen und sogar die Sonne schien sich durch die Wolken durch zukämpfen. Ja, ich war mir sicher. Das würde ein herrlicher Tag werden.
Zufrieden blickte ich mich um und dann sah ich ihn. Ihn, meine heimliche, unerfüllte, große Liebe.
Seine schwarzen Haare standen wirrer ab als sonst. Lässig war er an einer Hauswand gelehnt und unterhielt sich mit seinem besten Freund. Er sah so beschissen perfekt aus. Sein Anblick schnürte mir die Luft zum atmen.
In den Ferien war er gewachsen, seine Schultern waren breiter und er überragte die zwei Mädchen die bei ihnen standen um mehr als einen Kopf.
Wie sehr beneidete ich die zwei Mädchen. Anna Jackson, in meine Augen ein nett ansehendes, blondes Mädchen mit langen lockigem Haar und hellblauen Augen. Sie war James beste Freundin und so wie ich es mitbekam, war da auch nicht mehr zwischen ihnen. Was mich natürlich auf eine gewisse Art und Weise in Jubelstimmung brachte.
Die zweite in Bunde war seine Zwillingsschwester, Helen. Wie ihr Bruder hatte sie kurze, verstrubbelte schwarze Haare und dieselben warmen Hasselnussbraune Augen, doch ihr Markenzeichen waren ihre vollen Lippen, die wohl jeder junger Mann nur zu gerne küssen wollte. Gegen James war sie natürlich viel kleiner, aber ansonsten waren sie sich auch nicht sehr ähnlich. Helen war vernünftiger wie ihr Bruder. Das lag wohl daran, dass sie ganze sieben Minuten älter war als er. Darauf bestand sie bei jeder hitzigen Diskussion, die sie ziemlich oft im Gemeinschaftsraum der gesammelten Gryffindor vorführten. Meist behielt aber James das letzte Wort.
Leute schoben sich an mir vorbei, weil ich mir natürlich den besten Platz zum Erstarren ausgesucht hatte. Nämlich die oberste Stufe der Treppe.
Einige murmelten missgünstig und warfen mir böse Blicke zu, doch das war mir egal. Ich war viel zu sehr damit beschäftigt James anzustarren.
Er hob seinen Blick und schaute direkt zu mir rüber. Seine Lippen bewegten sich und Sirius, sein bester Freund schaute nun ebenfalls zu mir rüber.
Hastig drehte ich meinen Kopf von ihnen weg und wollte flüchten.
Doch ich hatte die Rechnung ohne mein unsagbares Talent gemacht, mich zu blamieren.

Durch den Regen waren die Marmorstufen rutschig und da ich Missgeschicke magisch anzog, rutschte ich glatt auf der oberste Stufe aus und ich purzelte mit vollem Karacho runter.
Der Schmerz war mir in diesem Moment so egal. Es war viel schlimmer, dass James mich so gesehen hatte.
Panisch petzte ich die Augen zu und blieb auf dem Boden sitzen. Hoffentlich würden sie einfach weiter gehen und mich in Ruhe und Scham sterben lassen.
„Hey Lily, alles in Ordnung? Hast du dich verletzt?“
Oh nein, warum musste mir das passieren. Ich erkannte die sanfte Stimme von James. Meine Ohren wurden heiß und ich konnte mein Hintern verwetten, dass mein Gesicht so rot war wie eine Tomate. Oh je, das passte so gar nicht zu meinen roten Haaren. Das biss sich fürchterlich.
Ich petzte die Lippen aufeinander und versuchte, nicht los zu jammern, sonst würde ich in meinem Selbstmitleid ertrinken.
Es wurden Arme unter meine geschoben und plötzlich stand ich wieder auf meine Füße.
Ich öffnete die Augen und schaute direkt in die wunderschönen, herrlichen, zu vergötternden, ja ja ich weiß, ich neige auch zu Übertreibungen, Hasselnussbraune Augen von James.
„Lily, hast du mich verstanden?“, fragte er mich besorgt und ich öffnete den Mund, bekam aber keinen Ton raus.
„Warum sollte sie dich nicht verstanden haben Prongs. Sie ist ja nicht auf den Kopf gefallen“, lachte Sirius hinter ihm, doch James Blick wich nicht von mir. Er legte seine perfekte Stirn in perfekte Falten und schaute mich perfekt nachdenklich an.
„Lily, jetzt sag doch was.“ Seine Stimme wurde ungeduldig.
„Ähm…“ War das einzigste was ich raus bekam.
Sirius seufzte. „Sie kann Laute von sich geben und stehen tut sie auch wieder. Komm Prongs, wir haben nicht ewig Zeit. Die Mädels warten schon auf uns.“
„Lily, ist wirklich alles in Ordnung?“ Er ließ nicht locker.
Ich nickte langsam und er ließ mich los.
Sirius packte ihn am Arm und zog ihn weg. James drehte sich um und wollte gehen. Da kam mein leises „Danke!“ gerade noch rechtzeitig, bevor er es nicht mehr hören konnte. Eigentlich war es mehr ein Hauchen von mir, aber er hörte es, denn er drehte sich zu mir um und lächelte mich auf seine atemberaubende und unwiderstehlich süße Art schief an. Ich liebte dieses Lächeln. Vor allem das kleine Grübchen das sich in seiner linken Wange bildete.
„Für was?“, rief er mir noch hinter her, doch eine Antwort bekam er von mir nicht.
Ja, für was denn? Dafür das er mit mir gesprochen hatte? Das er mich angefasst hatte? Oder dafür das er mir in die Augen geschaut hatte? Vielleicht für alle drei Sachen? Er würde mich auslachen, wenn ich ihm das sagen würde.


****James****

Mit einen Grinsen folgte ich meinem besten Freund Sirius. Dieses Mädchen, Lily Evans, war erstaunlich.
Ich fragte mich, wie sie es schaffte überhaupt zu überleben.
Sie zog das Unglück magisch an. Lily Evans war wohl der einzige Mensch, der es schaffen würde, sich mit einer Schreibfeder zu erstechen.
Am Anfang fand ich es wirklich immer amüsant, wenn sie mal wieder irgendwo hinein donnerte, aber mittlerweile tat sie mir Leid.
Wie Jugendliche so waren, hielten sie mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg und lachten das hübsche Mädchen aus.
Ja, Lily gehörte definitiv zu den schönsten Mädchen, die jemals auf Hogwarts waren, aber sie war sich dessen nicht bewusst.

Trysha Gabel meinte, sie selber wäre die Schönste und so verhielt sie sich auch, aber nicht sie war es, die mein Herz schneller zum schlagen brachte. Auch wenn sie seit drei Jahren ununterbrochen versuchte mich rum zu kriegen. Aber ich stand halt nicht auf Blondinen, auch wenn sie gefärbt waren.
Nein, Lily hatte es mir angetan. Sie faszinierte mich und das lag nicht nur an ihrem Drang des Überlebenswillens. Ihr Schutzengel war bei ihr im Dauereinsatz. So oft,wie sie schon die Treppen in Hogwarts runter gepurzelt war, könnte man meinen, sie dürfte schon längst keine gesunde Knochen mehr habe.
Sie faszinierte mich aus anderen Gründen. Klar, ihre Schönheit war nicht zu übersehen, das musste sogar Sirius zugeben, aber ihre Aura war was Besonderes. Auf mich wirkte sie wie eine Elfe. Klein, zierlich und so zerbrechlich. Ihre Haut war blass und ihr Herzförmiges Gesicht war von roten Haaren umrahmt.
Oft saß sie im Unterricht und verbarg ihr so schönes Gesicht hinter einen roten Vorhang von Haaren.
Ich mochte es nicht, wenn sie versuchte unsichtbar zu sein. So konnte ich ihre abartig schönen grünen Augen nicht sehen.
Immer noch kribbelte es überall in mir. Die kurzen Sekunden, in denen wir uns in die Augen geschaut hatten, hatten mich in eine Hochstimmung versetzt.
Und ihr gehauchtes „Danke“ schallte mir immer noch in meinem Kopf.
Sie hatte so eine engelsgleiche Stimme. Leise und zerbrechlich.

Wir kamen in die Nähe der Mädchen und ich hörte schon Annas Kichern. „Und hat sich Pumuckel verletzt?“
„Nenn sie nicht so“, knurrte ich sie an.
Erschrocken blickte mich meine beste Freundin an. „Tschuldigung, James. Ich wusste nicht das du seit neustem auf Evans stehst.“
Ihre Stimme überschlug sich fast vor Zorn.
Helen griff nach meinem Arm. „Komm Bruderherz, wir sollten in den Bücherladen. Dann haben wir das schlimmste hinter uns.“
Widerstandslos ließ ich mich von meiner Schwester zum Buchladen führen.
Schon von außen sah ich das dichte Gedränge im Laden, aber was ich auch erblickte, ließ mein Puls stättig steigen.
Weiter hinten im Laden streife ein rothaariges Mädchen durch die Gänge. Helen bemerkte meine plötzliche Starre und folgte meinen Blick. Ein Lächeln umspielte ihre Lippen. Ihr konnte ich nichts vormachen. Sie wusste immer was ich fühlte oder dachte. Das war das unsichtbare Band zwischen uns.
„Du magst sie sehr, oder?“, fragte sie mich so leise, so dass gerade ich sie verstehen konnte.
„Naja, ich weiß nicht ob man es mögen nennen kann, wenn man denjenigen gar nicht richtig kennt. Sie … sie … sie ist einfach anders wie die anderen Mädchen.“
Helen lachte leise. „Nun ja, sie bringt Chaos.“
„Ja, das tut sie. Sie bringt Chaos in meine Gefühlswelt.“
Ermutigend drückte sie meinen Arm. „Komm, lass uns rein gehen.“
Ich nickte ihr zu und wir betraten den Laden. Sirius und Anna waren schon dabei ihre Bücher einzusammeln, während es mich erst mal in die hinteren Regale zog. Während Lily das Missgeschick anzog, so zog sie auch mich an.
Unauffällig versteckte ich mich hinter eines der Regale und beobachtete sie.
Ehrfürchtig ließ sie ihre Finger über die Einbände der Bücher gleiten, holte ab und zu ein Buch raus, schlug es auf, las etwas darin und stellte es wieder zurück.
Es schien so, als könnte sie sich nicht entscheiden.
Mein Blick wanderte von ihren Augen zu ihrem roten Mund. Manch ein Mädchen würde sie um ihre natürlich roten Lippen beneiden.
Nachdenklich kaute sie auf ihrer Unterlippe, während sie zwei Bücher in den Händen hielt. Anscheinend wog sie das die Für und Wider im Kopf ab.
Am Ende drückte sie beide Bücher glücklich an ihre Brust. Wie es aussah, wollte sie alle nehmen.
Mein Herz fing an schneller zu schlagen als sie in meine Nähe kam.
Schnell bog ich um die Ecke und tat so, als würde ich selbst auch etwas suchen.
Ich glaubte ihre Schritte nicht mehr zu hören.
Ich holte tief Luft und versuchte das Beben in meinem Körper zu kontrollieren. Ablenken wäre jetzt nicht schlecht, also griff ich nach einem Buch um es aus dem Regal zu holen, das zufällig auch noch ein Buch war, das wir für die Schule brauchten.
Doch im selben Moment legte sich ebenfalls eine Hand um den Einband. Oder besser gesagt auf meine Hand. Es war eine kleine Hand, mit gepflegten Fingernägeln, die nicht zu lang aber auch nicht zu kurz waren.
Erschrocken wich die Hand zurück und ich schaute zu wem sie gehörte. Neben mir stand Lily, die mich mit roten Wangen und großen Augen anstarrte. „Tut mir Leid!“, stammelte sie und wollte sich umdrehen.
„Hier, du kannst es haben.“ Ich reichte ihr das Buch, das sie mir verlegen abnahm. Wieder hauchte sie ihr elfengleiches „Danke“ und drückte es zu den anderen an ihre Brust.
„Du liest viel, oder?“ War die einzigste Frage die mir einfiel, dabei hatte ich eigentlich so viele andere Fragen, die ich ihr mal gerne stellen wollte.
„Ja, irgendwie schon“, stammelte sie und ihre Augen waren immer noch riesengroß. Warum schaute sie mich so an?
Ihr Blick wanderte an dem Regal hoch. Sie stellte sich auf die Zehnspitzen und streckte sich nach einem anderen Schulbuch. Dabei hielt sie mit dem linken Arm ihre Bücher fest an ihre Brust, während sie versuchte mit der rechten Hand das andere zu erreichen. Verbissen biss sie sich auf die Unterlippe. Ihre Fingerspitzen berührten kaum den Buchrücken.
„Warte, ich helfe dir!“
Ohne viel Mühe griff ich nach dem Buch und reichte es ihr. Als sie es entgegen nehmen wollte, fiel ihre ganze Sammlung auf den Boden.
„Oh nein“, seufzte sie und gleichzeitig beugten wir uns nach vorne.
Ich hätte vielleicht daran denken sollen, das Lily den Hang zur Körperverletzung hatte, denn unsere Köpfe stießen heftig zusammen.
So heftig das sie nach hinten fiel und auf ihr Hintern plumpste.
„Oh James, es tut mir so Leid.“ Schmerzverzerrt rieb sie sich die Stirn.
„Das kann passieren“, antwortete ich schnell und sammelte ihre Bücher auf, streckte ihr die Hand entgegen und half ihr auf.
„Danke und es tut mir wirklich Leid. Du solltest mir vielleicht aus dem Weg gehen, wenn dir dein Leben lieb ist. So was passiert mir nämlich öfters.“
„Ich weiß“, grinste ich sie an. Ich versuchte sie freundlich und nicht gehässig an zu grinsen.
Ob mir das gelungen war, wusste ich nicht, denn sie lief rot an und drehte sie abrupt um, ohne sich überhaupt zu verabschieden.
Ich lächelte in mich hinein. Faszinierendes Mädchen, aber ich würde mich hüten, ihr aus dem Weg zu gehen. Ich mochte zwar mein Leben, aber ihres mochte ich auch.
„James, kommst du? Ich habe deine Bücher schon“, rief mir meine herzallerliebste Schwester zu und ich folgte ihre Stimme.
Sie und meine Freunde standen schon am Ausgang, doch bevor ich den erreichte, wurde ich von hinten angerempelt und ich fiel mit jemand zu Boden.
Ich hatte die Augen beim Sturz geschlossen gehabt, die ich jetzt langsam wieder öffnete.
Ich lag auf den Bauch und jemand lag auf meinen Rücken. Dieser Jemand war nicht schwer. Ich vernahm ein gequältes Stöhnen „Nicht schon wieder“ und über meine Schulter fiel rotes Haar, das wunderbar roch. Ich konnte diesen Geruch nirgends einordnen, aber er war herrlich. Er benebelte mich, doch bevor Lily sich erhob, zog ich noch einmal tief ihren Duft ein.
„Du bist ja Lebensgefährlich.“ Hörte ich Sirius lachen, der mir aufhalf. Während dessen hatte Anna Lilys Bücher aufgesammelt.
„Hier Lily.“
„Danke“, nuschelte sie und nahm schnell die Bücher entgegen.
Sie warf mir einen beschämten Blick zu. „Es tut mir Leid James, aber ich bin gestolpert.“
Ich lächelte sie nur an und winkte ab.
„Das heißt, mach dir da mal keine Sorgen“, kicherte Helen und übersetzte Lily meine Geste.
Sie nickte mir noch einmal zu und stürmte aus den Laden.
Sirius blickte ihr hinter her.
„Bei Merlins Bart, sie ist eine wandelnde Katastrophe.“
Ich seufzte und richtete meine Kleider wieder zurecht. Ja, das war sie. Sie war eine Katastrophe die mein Herzschlag beschleunigt.

_________________
Freunde sind solche, die es schaffen, deine Tränen zu trocknen und deine innere Sonne hinter dem Horizont der Traurigkeit hervorzuholen.
*************************************************

Ein Tropfen Liebe ist mehr als ein Ozean Verstand!


Zuletzt bearbeitet von LilsPotter am 27.12.2007, 20:14, insgesamt 3-mal bearbeitet
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herminegirl
Orden des Merlin 2. Klasse


Offline
Alter: 14
Anmeldungsdatum: 14.08.2007
Beiträge: 2314
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 06.12.2007, 20:09    Titel: Antworten mit Zitat

Wei süüß ist ja mal was ganz anderes Lily und tollpatschig passt nicht so wirklich zusammen aber irgendwie witzig zu lesen*gg*
Das James sie mag ja vielleicht sogar liebt und sie ihn auch ist echt gut jetzt muss nur noch der jeweils andere merken was derjenige (man ist das kompliziert^^) für ihn bzw sie fühlt (ergibts das sinn na ja *achselzuck**gg*)
Und ich denke genau da liegt das Problem^^

_________________


"Ich hasse, wie du mit mir sprichst, und deine komische Frisur!
Ich hasse, wie du Auto fährst, und deine ganze Machotour!
Ich hasse deine Art mich anzuglotzen und dich ständig einzuschleimen.
Ich hasse es so sehr, ich muss fast kotzen, noch mehr als bei diesen Reimen.
Ich hasse, wenn du Recht behältst, und deine Lügerei.
Ich hasse, wenn du mich zum Lachen bringst, noch mehr als meine Heulerei.
Ich hasse, wenn du nicht da bist und dass du mich nicht angerufen hast.
Doch am meisten hasse ich, dass ich dich nicht hassen kann.
Nicht mal ein wenig, nicht mal ein bisschen.
Nicht einmal fast. "
(Zitat aus dem Film: 10 Dinge die ich an dir hasse)
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Janine0906
Schulsprecher


Offline
Alter: 16
Anmeldungsdatum: 24.09.2007
Beiträge: 640

BeitragVerfasst am: 06.12.2007, 20:40    Titel: Antworten mit Zitat

Wow echt klasse Anfang!! Mal was anderes, das Lily nicht so beliebt und total tollpatschig ist... Very Happy
Und beide mögen sich und wissen es nicht... Wink
Bitte schnell weiterschreiben!! Very Happy

_________________
Harry Potter (und Charmed) for ever!!!!!!!!!!
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Lhirael
Vertrauensschüler


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Anmeldungsdatum: 30.09.2007
Beiträge: 392
Wohnort: Grimmauldplatz 12 ;)

BeitragVerfasst am: 06.12.2007, 20:54    Titel: Antworten mit Zitat

oh echt süüüß Smile ich zitier jetzt mal nicht so viel, das heb ich mir für morgen in der Schulaufgabe auf^^
ich finde das ne tolle Idee, dass Lily Katastrophen anzieht, sie erinnert mich ein bisschen an Neville^^ Das erklärt natürlich, warum sie nicht ganz so beliebt ist, aber sie hat einfach eine so liebe Art...
Na, Jamesie, da wird man doch gerne ein paar mal über den Haufen gerannt, nur um ihre Haare zu riechen, oder? Very Happy
schöner Anfang, ich freu mich auf mehr
lg

_________________
I solemnly swear that I am up to no good

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LilsPotter
Vorschüler


Offline
Alter: 27
Anmeldungsdatum: 04.12.2007
Beiträge: 21

BeitragVerfasst am: 08.12.2007, 11:42    Titel: Antworten mit Zitat

Und hier gehts auch gleich weiter. Solange man seine Ruhe hat, sollte man sie nutzen.
Also danke für die lieben Reviews und es geht direkt los.


Kapitel 2

****James****

Heute war der letzte Tag von den Sommerferien und es war verdammt heiß.
Meine Freunde und ich saßen bei uns im Garten unter der alten Eiche im Schatten und schlürften an unserem gekühlten Kürbissaft.
„Ach, nur noch ein Jahr und wir sind frei“, seufzte Sirius und mir wurde es schwer ums Herz, denn das hieß, dass ich nur noch ein Jahr Lily anschauen konnte, außer ich würde was an dieser Situation ändern. Aber wie? Wie sollte ich mich ihr nähern, ohne, dass jeder dachte, ich wäre bescheuert?
Ich gebe zu, dass ich auf meinen Ruf sehr viel wert legte, aber Lily war für mich eine Faszination. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass in ihr viel mehr steckte als irgendeiner ahnen würde.
Ich schloss die Augen und hörte dem Gespräch zu, das Sirius mit Remus, meinen zweitbesten Freund, führte. Er erzählte ihm von unserem Besuch in der Winkelgasse.
„Dann ist Pumuckel die Treppe runter gefallen.“ Hörte ich ihn lachen. „Mann, sah das komisch aus.“
Ich verzog das Gesicht. Mir gefiel es nicht, wie sie Lily nannten. Es klang so abwertend.
Remus schien aufmerksam zuzuhören, denn von ihm vernahm ich keinen Laut.
„Und im Bücherladen hat sie dann Prongs um gerannt. Dieses Mädel ist echt eine Katastrophe.“
„Ist sie gestolpert?“, fragte Remus ihn.
„Natürlich, Pumuckel hat zwei linke Füße.“
Ich biss mir auf die Lippe um zu verhindern, dass ich meinen besten Freund anbrülle.
Neben mir saß Helen mit Anna und sie tuschelten miteinander. Meine Ohren vernahmen nur Wortfetzen: Lily, James, Blick, wütend.
Ich öffnete die Augen und wandte meinen Kopf zu meiner Schwester, die mich intensiv musterte.
„Was?“, fragte ich sie genervt.
„Du magst sie“, wisperte sie mir zu und meine ganze Haltung verspannte sich.
„Nein, tu ich nicht“, antwortete ich mit fester Stimme, doch Helen kannte mich gut genug um zu wissen, dass ich sie anlog.
Sie lächelte mich schief an. „Warum traust du dich nicht?“
Ich schüttelte nur den Kopf und erhob mich. Darüber wollte ich nicht diskutieren.
Verwundert blickte mir Sirius hinter her und fragte meine Schwester was los sei, die nur „Hach, er hat Liebeskummer“ seufzte.
Liebeskummer? Was spinnt die sich hier zusammen? James Potter hatte noch nie Liebeskummer. Und wie sollte ich überhaupt Liebeskummer haben, wenn ich nicht mal verliebt war? Das geht doch nicht.
„Prongs, wer ist es?“, rief er mir wissbegierig hinterher, doch ich schüttelte abermals den Kopf und lief weiter.
„Pumuckel.“ Hörte ich Anna kichern und ich drehte mich ruckartig um.
„Hört endlich auf sie so zu nennen. Sie hat einen Namen und ein sehr schönen noch dazu. Also unterlasst das.“ Platzte es mir wütend hinaus und meine Freunde, bis auf Helen, die mich wissend anlächelte, starrten mich mit offene Münder an.
„Was schaut ihr so? Soll ich dich Anna, vielleicht Dummerchen nennen, weil du blond bist? Oder dich Sirius, soll ich dich vielleicht Machoarsch nennen, weil du dich manchmal so benimmst? Nur weil sie rote Haare hat, müsst ihr nicht diesen furchtbaren Spitznamen geben. Das ist nicht nett.“
Wutschnaubend drehte ich mich wieder um und stapfte ins Haus. Soviel zu meinem letzten Ferientag.


****Lily****

Nervös blickte ich über meine Schulter. Ich saß auf meinen Koffer mitten im Bahnhof und wartete, bis meine Eltern mich zu der Absperrung begleiteten.
Mir war es immer etwas unangenehm und peinlich mit meinen Eltern unterwegs zu sein.
Da sie immer noch dachten wir würden in der Hippie-Zeit leben, trugen sie nur zu gerne ihre wunderbare Batik-Tuniken. Meine Mum sah aus, als wäre sie aus einer Waldorfschule entsprungen. Immerhin hatten diese Tunika lange Ärmel, sonst würde man ihre unrasierten Achseln sehen und das wäre dann doch zu viel des Guten gewesen.
Ich hätte mich nie wieder unter Menschen trauen können.
„Lily, wir kommen schon“, flötete meine Mum und mein Dad schlurfte ihr mit seinen Jesuslatschen hinter her.
Ich hob den Kopf und hinter meinen Eltern entdeckte ich James mitsamt Anhang und ich hatte das Gefühl mein Magen würde sich drehen.
Er sah mich mit meinen Eltern. Mit … meinen … Eltern! Die so peinlich waren. Zumindest für ein 17-jähriges Mädchen.
Ruckartig stand ich auf, um so schnell wie möglich von meinen Eltern weg zu rennen. Er müsste ja nicht erfahren dass die zu mir gehörten. Schließlich gab es hier in London eine Millionen Lilys.
Leider vergaß ich kurzzeitig mein Talent, denn als ich mich umdrehte flog ich über meinen Koffer und legte einen spektakulären Sturz hin. Ich weiß nicht ob er wirklich so spektakulär war, aber auf jeden Fall hatte ich wild mit den Armen gerudert, bevor ich mich auf die Nase legte.
Jetzt war es vorbei mit dem unsichtbar sein. Meine Mum kann auf mich zu gestürzt und half mir auf.
„Liebes, hast du dich verletzt?“
Ich blutete aus der Nase, was für eine blöde Frage war das denn?
„Nein Mum, mir geht’s prächtig. Das sieht man doch“, antwortete ich ihr trocken und verdrehte die Augen.
Von der Seite wurde mir ein Taschentuch gereicht und ich drehte mich erschrocken um.
Es war Helen, die mich mitfühlend anlächelte.
„Hier Lily. Im Zug werde ich dich verarzten.“
„Nicht nötig, aber danke.“
Ich wusste nicht ob ich ihr trauen konnte. Sie war zwar immer sehr nett zu mir gewesen, aber sobald sie mit ihrer Clique unterwegs war, beachtete sich mich nicht weiter.
Sie zuckte mit den Schultern, lächelte mich aber weiterhin freundlich an. „Okay, dann bis später.“ Sie lief weiter und erst jetzt bemerkte ich, dass James nicht weit von uns auf sie gewartet hatte.
Sein Blick war auf mich gehaftet und die Röte stieg mir ins Gesicht. Was er wohl jetzt von mir dachte?
Jetzt war ich nicht nur der Elefant im Porzellanladen, jetzt war ich auch noch das Mädchen mit den Spinner-Hippies als Eltern. Ganz toll.
Ich presste das Taschentuch an meine Nase und ließ mich von meiner Mum zum Abschied umarmen.


****James****

Ich war nur noch wenige Schritte von meiner neuen Aufgabe entfernt.
Zu meinem Missfallen hatte Dumbledore mich zum diesjährigen Schulsprecher ernannt. Was er sich dabei wohl gedacht hatte, blieb mir immer noch ein Rätsel.
Ich hoffte, nein, ich betete, dass meine Partnerin niemand aus Slytherin war. Das würde nämlich Mord und Totschlag geben.
Die Schiebetür zum Schulsprecherabteil stand schon einen Spalt offen. Vorsichtig schielte ich rein und mein Herz machte ein Hüpfer. Das konnte doch nur ein Traum sein.
Lily Evans versuchte gerade verzweifelt ihren Koffer hoch auf die Ablage zu stemmen, was ihr ziemlich schwer fiel. Sie war viel zu klein um überhaupt in die Nähe der Ablage zu kommen. Der Koffer schien auch nicht gerade leicht zu sein.
Sie stöhnte unter dem Gewicht und ich konnte nicht länger zusehen wie sie sich abquälte.
Ohne, dass sie es bemerkte stellte ich mich hinter sie, was sich mal wieder als Fehler bewies, denn sie hievte so ruckartig, mit der letzten Kraft die sie noch aus ihren zierlichen Körper herausholen konnte, den Koffer hoch, dass sie ihr Gleichgewicht verlor und nach hinten fiel, also auf mich.
Da lagen wir auf den Boden. Oder besser gesagt ich lag auf den Boden und Lily auf mir, mitsamt dem Koffer.
„Oh nein“, stöhnte sie, tritt den Koffer von sich runter und wollte sich erheben, dabei stieß sie mir ihr Ellenbogen in die Brust, das mir kurz die Luft zum atmen nahm.
Ich stöhnte auf und erschrocken drehte sie sich zu mir um.
Ihre Augen wurden wieder riesengroß und aus ihren offenen Mund kam keinen Ton.
„Ich weiß, ich weiß. Dir tut es Leid. Es war keine Absicht und so weiter und so fort. Ich glaube dir ja. Du musst dich nicht ständig entschuldigen.“
Ich richtete mich auf und mein Gesicht war ihrem auf einmal so nahe.
Mein Blick blieb erst an ihren perfekten Lippen hängen und das verführerische, süße Rot von ihnen schrie gerade danach, sie zu küssen.
Schnell riss ich meinen Blick von ihnen und richtete ihn schließlich auf ihre Augen.
Jetzt, da ich ihr so nah war, bemerkte ich dass sie nicht irgendein grün hatten. Nein, sie hatten einen satten Smaragdton und kleine schwarze Punkte tanzten darin. Ihre Wimpern waren lang und dicht. Ich hatte das Gefühl zu ertrinken.
Ohne Vorwarnung sprang Lily vom Boden auf und machte sich wieder über ihren Koffer her.
Schmunzelnd stand ich auf und beobachtete sie erst. Ihr Wille, es zu schaffen war stark. Ein anderes Mädchen hätte schon längst um Hilfe gebeten.
„Warte, ich helfe dir.“ Ganz gentelmanlike legte ich meine Hand auf ihren Koffer und schaute ihr tief in die Augen. „Darf ich?“, fragte ich sie, als sie den Koffer nicht los ließ.
Langsam nickte sie und ihre Finger lösten sich vom Griff.
Ohne Probleme warf ich ihr Gepäck auf die Ablage und strahlte sie zufrieden an. „Frag doch das nächste Mal gleich um Hilfe.“
„Was … was tust du hier?“, flüsterte sie aufgeregt.
Ich musste mich anstrengen ihre leise, zarte Stimme überhaupt zu hören.
„Na, ich werde mal sagen ich werde mich jetzt da hinsetzten …“, ich zeigte auf den Sitz. „… und werde die Fahrt genießen.“
Ihre Augen weiteten sich wieder. „Aber … aber das ist das Schulsprecherabteil.“
„Ich weiß.“ Grinste ich sie an und steckte mir das Abzeichen an meinen Blazer.
„Oh!“ War das einzigste was sie raus bekam.
Sie setzte sich mir gegenüber und haftete den Blick auf dem Bahnsteig. Gespannt schaute sie dem bunten Treiben außerhalb des Zuges zu.
„Wie geht es deiner Nase?“, fragte ich sie und unwillkürlich zuckte sie zusammen.
„Oh, na ja, sie ist nicht gebrochen. Ich glaube wenigstens da habe ich Glück.“
Von der Seite sah ich ihr schwaches Lächeln.
„Waren das deine Eltern?“
Ihr hübsches Gesicht verzog sich zu einer Grimasse, was aber immer noch entzückend an ihr aussah. „Ja“, flüsterte sie so leise, dass es mir fast vorkam, dass es ihr peinlich war.
„Cool, man hätte meinen können sie wären welche von uns mit ihren bunten Kleidung.“
Lily drehte ihren Kopf zu mir um, sagte aber nichts. Stattdessen beugte sie sich zu ihrer Handtasche und holte ein Buch heraus.
Interessiert beobachtete ich sie. Dieses Buch hatte sie im Buchladen gekauft. Es war das erste gewesen was sie in der Hand gehalten hatte.
Sie schlug eine Seite auf und begann zu lesen. Ihr Haar fiel wieder wie ein Schleier über ihr Gesicht und versperrte mir so den Blick.
Der Zug setzte sich langsam in Bewegung. Die Fahrt nach Hogwarts war meine Chance sie ein bisschen besser kennen zu lernen. Aber wie sollte ich das nutzen, wenn sie nicht mit mir sprach?
Nach einer halben Stunde war ich es Leid nur ihre Haare zu sehen.
„Warum sprichst du nicht mit mir?“, fragte ich sie frei raus und überrascht schaute sie zu mir auf.
„Was?“, hauchte sie.
„Warum sprichst du nicht mit mir?“ Wiederholte ich meine Frage und ich sah es ihr an, dass sie sich die Wörter zu Recht legte.
„Naja, ich weiß nicht über was ich mich mit dir unterhalten könnte.“ Gab sie schließlich zu und sie erstaunte mich. Glaubte sie wirklich mich würde nichts interessieren außer Quidditch und Mädchen?
Ich zeigte auf ihr Buch. „Das hast du dir doch neulich gekauft, oder?“
„Ähm … ja.“
„Erzähl mir davon“, forderte ich sie auf.
Sie war stutzig und zögerte noch. „Warum soll ich dir von dem Buch erzählen?“
„Mir scheint so, als wärst du immer ganz weit weg wenn du ein Buch liest. Du bist so vertieft, so dass du gar nicht merkst was um dich herum passiert. Aber aus deinem Gesicht kann man lesen, ob es gerade eine lustige, traurige oder spannende Stelle ist. Doch mir blieb es die ganze Zeit verwehrt zu sehen, wie du dieses Buch findest, weil du deine Haare vor deinem Gesicht hattest. Was ich, nebenbei bemerkt, nicht leiden kann.“
Erschrocken schaute sie mich an. „Was kannst du nicht leiden?“
„Wenn du dein Gesicht hinter deinen Haaren versteckst. Warum tust du das?“
Sie schien wieder zu überlegen, wie sie es mir sagen sollte. „Nun ja, ich will unsichtbar sein. Ich hoffe, dass mich so keiner wahrnimmt.“
Mein Herz zog sich zusammen. Sie wollte unsichtbar sein? Warum nur?
„Wolltest du eben auch unsichtbar sein? Willst du, dass ich dich nicht sehe?“
Ihre Wangen färbten sich rosa und ich wusste, dass ich ins Schwarze getroffen hatte.
„Warum Lily? Du musst doch nichts verbergen. Du bist ein wunderschönes Mädchen. Warum sollen wir dich nicht sehen wollen? Also ich schaue dich gerne an.“
„Du machst dich über mich lustig.“ Ihre Stimme klang verbittert, was mich aufregte.
Aufgeregt wühlte ich in meiner Tasche nach meinen Zweiwegspiegel, den man auch als normalen Spiegel benutzen konnte und hielt ihn unter Lilys Nase.
„Was siehst du darin?“
„Mich“, krächzte sie.
„Und weiter? Genauer bitte.“ Meine Stimme klang vielleicht hart, aber ich wollte ihr begreiflich machen, was ich sah, wenn ich sie anblickte.
„Ich sehe ein blasses Gesicht mit viel zu vielen Sommersprossen.“
„Weiter!“, forderte ich sie auf.
„Rote lockige Haare und oh Merlin, ich krieg ein Pickel“, Rief sie plötzlich hysterisch.
Aufgeregt tastete sie ihr Kinn ab.
Lächelnd verstaute ich den Spiegel. „Soll ich sagen was ich sehe?“
Sie schüttelte den Kopf. „Lieber nicht.“
Doch ich ging nicht darauf ein. „Ich sehe ein wunderschönes Mädchen mit ein paar Sommersprossen. Sie hat aufregende, schöne Lippen und herrlich tiefe Augen in einem außergewöhnlichen grün. Ihre roten Haare, die ihr lockig über den Rücken fallen, sind außergewöhnlich schön. Sie ist intelligent. Vielleicht etwas tollpatschig, aber begabt.“
„Das bin nicht ich“, murmelte sie.
Ich stöhnte genervt auf. Hatte dieses Mädchen den kein Selbstwertgefühl? Das hübscheste Mädchen von Hogwarts hielt sich für unscheinbar, untalentiert und hässlich. All die Mädchen, die von sich selbst so eingenommen waren, konnten es sich nicht leisten sich atemberaubend zu finden, aber sie taten es. Und das Mädchen, das sehr gute Rechte dazu hätte, tat es nicht. Verrückte, verdrehte Welt.
Ich lehnte mich zurück in meinen Sitz und starrte sie weiterhin an.
„Warum schaust du mich so an?“, fragte sie mich nach einer Weile.
„Warum sollte ich nicht?“
„Es macht mich nervös.“
„Dann gewöhn dich daran. Ab sofort werde ich dich öfters anstarren, bis du mir glaubst, wie schön du eigentlich bist.“
Sie schluckte und schüttelte den Kopf. „Tu das nicht, bitte.“
„Was?“
„Mich anschauen.“
Was verlangte sie da von mir?
„Das ist unmöglich.“
„Bitte James, hör damit auf.“ Ihre Stimme war zittrig und ich hatte das Gefühl sie würde gleich anfangen zu weinen. Warum nur? Was machte ich falsch?
Ich seufzte und schloss kurz die Augen. „Okay, erzähl mir vom Buch.“
„Ich weiß nicht ob es dich interessiert. Es ist eine Liebesgeschichte.“
Ich lächelte sie schief an. „Dann finden wir es heraus, ob es mir gefällt oder nicht.“
Und sie fing an mir die Geschichte zu erzählen. Erst stockend, aber dann immer fließender. Ihre Augen fingen an zu strahlen und ich hörte ihr aufmerksam zu.
Es war nicht zu übersehen, dass diese Geschichte sie berührte.
So verging die Zeit wie im Fluge. Viel zu schnell meiner Meinung nach war. Ich hätte noch ewig mit Lily zusammen sitzen können um ihre angenehmen, sanfter Stimme zu lauschen.


****Lily****

Mit zittrigen Knien stieg ich aus dem Zug. Ich war so stolz auf mich. Fünf Stunden lang war ich mit James in einen Raum und mir war nur eine einzige peinliche Sache passiert. Das war ein Rekord. Und es war nett mit ihm. Er war nett zu mir. Und vor allem, er fand mich hübsch. Ob ich ihm das glauben sollte, wusste ich immer noch nicht so Recht, aber es aus seinem Mund zu hören war echt zu schön um wahr zu sein.
Endlich im Schloss angekommen hielt ich erst mal nach der wichtigsten Person in meinem Leben Ausschau.
Es dauerte nicht lange bis ich seine lange schwarzen Haare in der Menge ausmachte. Ich schlich mich an ihn ran und umarmte ihn von hinten.
„Endlich hab ich dich wieder.“
Erschrocken drehte er sich um, doch seine schwarzen Augen strahlten, als er mich erkannte.
„Lily!“, seufzte er und umarmte mich.
Ich war so froh Severus wieder zu sehen. Er war immer mein Halt gewesen und er war so geduldig mit mir. Wie oft hatte ich ihm schon die Ohren vollgeheult weil ich so unsagbar in James verknallt war. Er mochte James nicht besonders. Das lag wahrscheinlich daran, weil er mich nicht beachtete. Aber das hatte sich ja jetzt geändert.
„Sev, ich muss dir später unbedingt was erzählen. Du wirst es nicht glauben, aber ich scheine wirklich einmal in meinem Leben Glück zu haben.“
Er lachte herzlich. „Lily Evans und Glück? Das passt so gar nicht.“
Lachend boxte ich ihn in die Seite. „Sev, sei nicht so gemein zu mir.“
Sachte legte er seinen Arm um meine Schulter und beugte sich zu mir runter um mir was ins Ohr zu flüstern. „Siehst du das Mädchen mit den braunen Haaren da vorne?“
Er zeigte auf ein Mädchen aus Ravenclaw und ich nickte.
„Das ist Sam Kinsley.“
„Ja und?“, flüstere ich.
„Ist sie nicht süß?“
Jetzt verstand ich was er meinte. Mein Sev hatte sich verknallt.
„Heißt das jetzt, dass ich mich jetzt revanchieren soll und ab sofort dein Liebeskummer ertragen muss?“
Er lachte wieder. „Werden wir sehen.“ Liebevoll drückte er mir einen Kuss auf die Stirn.
Als ich mich lachend von ihm löste sah ich James, wie er mir einen düstern Blick zu warf. Ich erschrak. Sein Blick war so kühl und alles in mir zog sich zusammen.
Was hatte dieser Blick nur zu bedeuten?

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Freunde sind solche, die es schaffen, deine Tränen zu trocknen und deine innere Sonne hinter dem Horizont der Traurigkeit hervorzuholen.
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Ein Tropfen Liebe ist mehr als ein Ozean Verstand!
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Janine0906
Schulsprecher


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Anmeldungsdatum: 24.09.2007
Beiträge: 640

BeitragVerfasst am: 08.12.2007, 12:40    Titel: Antworten mit Zitat

Die beide lernen sich besser kennen!! Hoffentlich wird da noch was draus!! Wink
Oje, ich glaube James gefällt es nicht, das Lily mit Sev befreundet ist... Eifersucht??
Tolles Chap!!! Bitte weiter!! Very Happy

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Harry Potter (und Charmed) for ever!!!!!!!!!!
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herminegirl
Orden des Merlin 2. Klasse


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Alter: 14
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Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 08.12.2007, 18:10    Titel: Antworten mit Zitat

Na klar Janine was denn sonst Pronsie ist eifersüchtig *lach**gg*
Zitat:
„Nun ja, ich will unsichtbar sein. Ich hoffe, dass mich so keiner wahrnimmt.“

Oha ....
Zitat:
Doch ich ging nicht darauf ein. „Ich sehe ein wunderschönes Mädchen mit ein paar Sommersprossen. Sie hat aufregende, schöne Lippen und herrlich tiefe Augen in einem außergewöhnlichen grün. Ihre roten Haare, die ihr lockig über den Rücken fallen, sind außergewöhnlich schön. Sie ist intelligent. Vielleicht etwas tollpatschig, aber begabt.“
„Das bin nicht ich“, murmelte sie.

Lily das musst du jetzt einfach glauben!!!!!!!!!!! James hat Recht (oh hab ich das grade gesagt sonst hat Lils doch immer Recht^^)

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"Ich hasse, wie du mit mir sprichst, und deine komische Frisur!
Ich hasse, wie du Auto fährst, und deine ganze Machotour!
Ich hasse deine Art mich anzuglotzen und dich ständig einzuschleimen.
Ich hasse es so sehr, ich muss fast kotzen, noch mehr als bei diesen Reimen.
Ich hasse, wenn du Recht behältst, und deine Lügerei.
Ich hasse, wenn du mich zum Lachen bringst, noch mehr als meine Heulerei.
Ich hasse, wenn du nicht da bist und dass du mich nicht angerufen hast.
Doch am meisten hasse ich, dass ich dich nicht hassen kann.
Nicht mal ein wenig, nicht mal ein bisschen.
Nicht einmal fast. "
(Zitat aus dem Film: 10 Dinge die ich an dir hasse)
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Lhirael
Vertrauensschüler


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BeitragVerfasst am: 08.12.2007, 20:18    Titel: Antworten mit Zitat

Lily ist so süß^^ ist echt mal was anderes, dass sie so unscheinbar sein will. Wow, 5 Stunden lang ist ihr nichts passiert! das muss ja echt gefeiert werden Very Happy
Mann, wieso muss ihre Freundschaft zu Severus wieder alles kaputt machen... aber schön, dass die beiden sich wenigstens gut verstehen, da hat Lily ja wenigstens einen, dem sie vertraut... auch wenn mir James lieber wär Very Happy
lg

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I solemnly swear that I am up to no good

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LilsPotter
Vorschüler


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Anmeldungsdatum: 04.12.2007
Beiträge: 21

BeitragVerfasst am: 13.12.2007, 16:44    Titel: Antworten mit Zitat

Wie bei The nearness of you, keine Antwort auf Reviews. Ich bin heute echt zu nix zu gebrauchen. Am besten stellt man mich in einer Ecke ab und läßt mich vor mich hin gammeln.

Kapitel 3

****James****

Severus Snape, ich hasste ihn schon immer. Aber jetzt verabscheute ich ihn regelrecht.
Was hatte dieser Mistkerl nur mit Lily zu tun?
Sie sahen so vertraut miteinander aus. So, als wären sie ein Liebespaar. Mir kam die Galle hoch.
Sie passten nicht zusammen. Sie … sie war so hübsch, ihre Schönheit strahlte regelrecht, während Snape nicht gerade ein gepflegtes Erscheinungsbild, um es mal nett auszudrücken, hatte.
Seine Haare waren ständig fettig. Vielleicht konnte er ja nichts dafür, schließlich konnte ich auch nichts dafür, dass meine Haare ständig abstanden, aber er sah einfach ungepflegt aus.
„Zwischen den beiden läuft nichts.“ Murmelte es leise hinter mir und ich drehte mich um.
Helen hatte mich von hinten umarmt und grinste mich wissend an.
„Was interessiert’s mich? Evans kann mit jedem zusammen sein mit dem sie will.“
Ich glaubte es kam nicht ernsthaft rüber, den meine Schwester kicherte.
„Hör einmal auf deine große Schwester. Dich wurmt es gewaltig, was du da gesehen hast. Du wolltest an seiner Stelle sein. Ich habe es an deinen Augen gesehen.“
„Pah, große Schwester. Du bist gerade mal sieben Minuten älter wie ich und das nur, weil du dich vorgedrängelt hast.“
Ihr grinsen wurde noch breiter. „Sieben Minuten sind sieben Minuten James. Somit bin ich die ältere von uns.“ Sie wuschelte mir durchs Haar und schlenderte zu Anna rüber, die mit Sirius diskutierte was mit mir wohl los sei.
„Besserwisserin. Angeberin“ Schnaubte ich wütend und ging auf meine Freunde zu.

Während dem gesamten Festmahl, schielte ich zu Lily rüber. Trysha Gabel platzierte sich neben mich und quatschte mich voll. Allerdings hörte ich ihr nicht zu.
Sie war dumm wie ein Stück Brot und so interessant wie Binns Geschichtsunterricht.
Trysha war eines der Mädchen, das sich unwiderstehlich hielt und seit sie ihre Haare auch noch blond gefärbt hatte, war sie wirklich der Meinung, dass sie Miss Univers war oder so. Ich fand sie nicht mal annähernd hübsch.
Ihre monotone Stimme lallte mich zu, während ich versuchte mir Lilys angenehme sanfte Stimme ins Gedächtnis zu rufen.
„Jamie, du hörst mir gar nicht zu.“ Beschwerte sich das Dummerchen neben mir und ihre Hand machte sich doch tatsächlich daran meine Haare zu berühren.
Angeekelt schlug ich ihr die Hand weg, bevor sie mein Haar überhaupt berühren konnte.
„Fass mich nicht an und verschone mich mit deinem hirnlosen Geplapper. Das ist ja nicht zum aushalten.“
Sie schaute mich geschockt an. „Aber … aber ich dachte wir würden dieses Jahr mal miteinander ausgehen?“
„Was?“ Schrie ich. „Wie kommst du darauf, dass ich mit dir ausgehen würde? Du wärst die Letzte mit der ich ein Date wollte.“
Trysha petzte die Augen zusammen und verschränkte ihre Arme vor ihre Brust.
„Sicher, dass es nicht Pumuckel ist?“
Ich biss mir auf die Zähne und tat etwas, das ich nie für möglich gehalten hatte. Ich schnappte mein Glas und schüttete ihr den Kürbissaft mitten ins Gesicht.
Geschockt schrie sie auf. Auch meine Freunde sahen mich zerstört an, was ich ihnen nicht übel nahm.
Noch nie hatte ich ein Mädchen so behandelt. Aber das ging mir zu weit.
Mit grimmigem Blick beugte ich mich zu ihr.
„Jetzt ganz langsam zum mitschreiben: Nenne … sie … nie … wieder … Pumuckel! Verstanden?“
„James!“ Mahnte mich Anna und packte meinen Arm. Wahrscheinlich hatte sie Angst, dass ich ihr noch eine rein hauen würde, aber so tief würde ich niemals sinken.
Ich entriss mich aus ihren Griff, sprang von meinem Platz auf und stürmte wütend aus dem Saal.
Als ich an Lily vorbei lief, wandte ich kurz meinen Blick auf sie. Sie saß kerzengerade da und starrte mich ungläubig mit ihren großen grünen Augen an. Ich schenkte ihr schnell ein schiefes Lächeln, das sie rot anlaufen ließ. Sie senkte ihren Kopf und ihre Haare fielen wieder wie ein Vorhang über ihr Gesicht. Das musste ich ihr unbedingt abgewöhnen.

Eine Stunde später saß ich gelangweilt im Büro von meiner Hauslehrerin Professor McGonagall. Ich war schon öfters in ihrem Büro gewesen, aber nicht gerade wegen dem Schulsprecherkram.
Mehr oder weniger hatte ich hier viel Zeit mit Nachsitzen verbracht. Genau wie Sirius, der es aber im Gegensatz zu mir zu genießen schien bei ihr Nachzusitzen. Das lag wohl an den Ingwerkekse, die sie uns immer dabei anbot. Sirius war ganz verrückt nach ihnen, während ich ihnen nicht viel abgewinnen konnte.
Professor McGonagall saß mir gegenüber und betrachtete mich mit ihrem grimmigen Blick. Sie hatte mein Ausraster in der Halle wohl bemerkt.
Gerade als sie ihre Standpauke beginnen wollte, klopfte es leise an der Tür.
„Herein.“ Rief sie, ohne den Blick von mir abzuwenden.
Ich lächelte sie nur freundlich an und als ich ihr zuzwinkerte, verzog sich ihr Mund zu einem schmalen Strich.
„Miss Evans, setzen sie sich.“ Knurrte sie und Lily sah mich erschrocken an.
Sie dachte bestimmt, dass die schlechte Laune von unserer Lehrerin ihr galt.
Aufmunternd lächelte ich ihr zu und sie setzte sich neben mich und das ohne weitere Katastrophen.
Wir saßen ganz dicht beieinander und ihr Duft benebelte wieder meine Sinne. McGoangalls Stimme vernahm ich nur schwach. Am liebsten hätte ich meine Nase in Lilys Haare gestreckt. Aber ich glaube das käme bei Mimi, wie ich meine Lehrerin heimlich nannte, nicht gut an.
Lily saß stocksteif neben mir und ihre Finger krallten sich um die Armlehnen.
Sie atmete schneller wie gewohnt, so als wäre sie aufgeregt.
„Ich bitte Sie jetzt Ihre neuen Schlafzimmer zu beziehen.“ Vernahm ich Mimis Stimme und ich schrak aus meiner Trance auf.
Neue Schlafzimmer? Wir bekamen eigene Zimmer? Das schien aber eine neue Regelung zu sein.
War Lily deswegen so aufgewühlt, weil sie mir jetzt so nah war und sich nicht mehr vor mir verstecken konnte?
Ich kam nicht umhin zu grinsen. Das war perfekt.
Lily stand wie in Zeitlupe auf und taumelte zur Tür. War das so ein Schock für sie, dass sie mir so nah sein würde? Sollte ich das als Kompliment oder als eine Beleidigung aufnehmen?
Mit Schwung riss sie die Tür auf und stolperte hinaus.
Schnell eilte ich ihr hinter her.
„Lily, warte! Was ist los?“ Ruckartig blieb sie stehen und ich rannte in sie hinein, so dass wir zusammen umfielen.
Ich streckte meine Arme aus, um nicht mit meinem gesamten Gewicht auf ihr zu landen. So verhinderte ich es, dass unsere Köpfe mal wieder zusammen prallten. Millimeter vor ihrem Gesicht stoppte der Fall und nur unsere Nasenspitzen berührten sich.
Reflexartig hatte sie die Augen geschlossen, die sie jetzt wieder langsam öffnete.
Wie erstarrte blieb ich auf ihr liegen und versank in ihre Augen.
„Es … es tut mir Leid.“ Flüsterte ich und Lily musste lächeln. Einmal war nicht sie an dem Sturz schuld gewesen.
„Schon … schon … okay. Das passiert halt mal.“ Kicherte sie leise und meine Lippen bebten. Am liebsten hätte ich sie hier, sofort auf der Stelle geküsst, aber eine Schar an Schüler steuerte auf uns zu. Darunter auch ein paar Slytherin.
„Evans reißt sogar Potter mit ins Unglück. Sie macht auch vor nichts halt.“ Hörte ich jemanden sagen.
Naja, Unglück würde ich das gerade nicht nennen. Ich biss mir auf die Lippe und rappelte mich auf. Mein Blick fiel auf Snape, der grinsend auf Lily hinab blickte.
Sie richtete sich auf und zuckte entschuldigend mit der Schulter. Snape verdrehte die Augen und grinste schief.
„Lil, du bist unfassbar.“ Hörte ich ihn murmeln.
Schnell streckte ich ihr meine Hand entgegen, bevor er es machen konnte. Lily packte dankend meine Hand und ich zog sie mit einem Ruck hoch. Der Ruck war vielleicht etwas zu stark, denn so fiel sie mir direkt gegen die Brust in meine Arme.
Nettes, angenehmes Gefühl. Musste ich schon sagen. Und ihr Geruch … hmmmm … er war wunderbar.
Langsam ließ ich sie los. Ich hatte Angst, dass sie gleich wieder gegen was knallen würde.
„Dann schauen wir uns mal unser neues Zuhause an, oder?“
Sie nickte aufgeregt und holte tief Luft. So als bräuchte sie all ihren Mut, um mit mir allein sein zu können.

****Lily****

Wenn mein Herz pfeifen könnte, würde es das wahrscheinlich tun. Ein fröhliches Liedchen würde es pfeifen. Jawohl!
Oder es würde tanzen. Samba oder so.
Mein Traumprinz lief neben mir her und das freiwillig. Das glaubte ich zumindest.
Immer wieder schaute er zu mir runter. Warum tat er das? Hatte er angst, dass ich wieder auf die Nase fiel oder was?
Pah, ich konnte ganz gut auf mich alleine aufpassen. Es war doch noch nie wirklich was Ernsteres passiert, bis auf ein paar blauen Flecken und verstaute Knöchel.
Ich bin die ganzen Jahre ohne einen Aufpasser zu Recht gekommen, also brauchte ich jetzt auch keinen.
James packte mich am Arm und zog mich näher zu sich, ich blickte erschrocken auf.
Beinah wäre ich gegen eine Wand gelaufen. Wo war ich denn nur mit meinen Gedanken? Ach ja, bei James.
Er grinste mich breit an. „Ich glaube ich habe ein neues Hobby.“
„Echt? Welches denn?“ Platzte es neugierig aus mir raus. Verdammte Neugierde.
„Lily beschützen.“ Lächelte er und blieb vor einer Tür stehen.
„Oh!“ Brachte ich nur raus, was nicht gerade sehr einfallsreich war.
Er öffnete die Tür und hielt sie mir offen. „Ladys first!“
„Du hast ja nur angst, dass ich wieder in dich hinein krache.“
„Wenn du nur wüsstest wie du in mich hinein gekracht bist.“ Murmelte er leise und wand den Blick von mir ab.
Das verstand ich nicht. Seufzend drängte ich mich an ihm vorbei und betrat den Raum.
Er war groß und hell, mit einer riesigen Couch, zwei Sessel, zwei Schreibtische und einen Kamin. Es war sehr schön und es gab wenig Gefahren, in die ich hineinlaufen könnte. Das erleichterte mich.
Und es war wohl unser gemeinsamer Raum.
Aber gut, damit konnte ich leben.
Aus dem Raum gingen noch drei Türen ab. Eins schien mein Zimmer zu sein und das andere wohl das von James. Das andere war unser Bad. Ohje, unser Bad. Ein Bad für uns zwei. Ich glaube ich bekam Atemnot.
Mein Blick haftete an der Badtür und meine Atmung ging schnell. James stellte sich neben mich.
„Keine Sorge, wir finden schon eine Regelung. Wenn du willst stehe ich früher auf.“
„Das würdest du tun?“ Ich konnte nicht fassen, was er da für mich tat.
„Klar mach ich das für dich.“
„Danke.“ Hauchte ich und drehte mich von ihm weg. Er sollte nicht sehen, dass mein Gesicht zu glühen anfing.
So machte ich mich auf den Weg in mein neues Schlafzimmer.
Endlich hatte ich ein Zimmer für mich alleine. Keine nervende Mitbewohnerinnen, die bis spät in der Nacht miteinander quatschten und sich nicht darum kümmerten ob man schlafen wollte oder nicht.
Okay, Anna und Helen waren nicht so schlimm, aber Trysha Gabel war unausstehlich. Wo sie nur konnte stellte sie mich bloß. Es schien ihr eine Art von Befriedigung zu geben, wenn sie mich nieder machen konnte. Aber jetzt konnte ich ihr aus dem Weg gehen. Und was noch besser war, ich konnte ihr Punkte abziehen, wenn sie gemein zu mir wäre.
Ich schaute mich in meinem neuem Zimmer um. Es war so schön groß und hell. Ich hatte sogar ein Erkerfenster. Das würde mein neuer Lieblingsplatz zum lesen werden, das wusste ich jetzt schon.
Und dieses Bett erst. Es war größer wie mein altes im Gryffindorschlafzimmer. Ein schönes, großes Himmelbett, das gerade so einlud darauf herum zu hüpfen.
Mir kribbelte es in den Füssen und bevor ich mich dagegen wehren konnte, war ich auf mein Bett gesprungen und hüpfte wie ein kleines Kind auf der Matratze auf und ab.


****James****

Ich folgte Lily ein paar Minuten später in ihr Zimmer. Schließlich wollte ich wissen wo ich später öfters schlafen werde.
Ja, richtig gehört. Ich war mir sicher, dass ich früher oder später mit ihr ein Bett teilen würde. Das nicht zu wollen, war unmöglich. Sie war manchmal so süß unbeholfen, dass man sich in sie vernarren musste.
An der Tür blieb ich stehen und schaute ihr grinsend zu wie sie auf ihrem Bett herum hüpfte.
Diesen Anblick würde ich nie vergessen. Ihre Haare flogen in der Luft und ihre Augen strahlten. Ihre Lippen waren wohl zum verführerischsten Lächeln der Welt geformt und mein Herz schlug Purzelbäume.
Viel zu schnell entdeckte sie mich an der Tür und ließ sich aufs Bett fallen.
Sie lief rot an. „Hab nur mal getestet was das Bett aushält.“
Ich grinste sie zweideutig an. „Soll das eine Einladung sein?“
„Wie bitte?“ Ihre Augen waren tellergroß.
Ich lachte leise. „Ich meinte, hält die Federung was aus?“
Lily ließ ihre Haare wieder vor ihr Gesicht fallen um so ihr errötetes Gesicht zu verbergen.
„Ich denke schon.“ Murmelte sie leise.
Mit leisen Schritten ging ich auf sie zu, kniete mich vor ihr hin und streckte meine Hände nach ihr aus. Behutsam strich ich ihr die Haare aus dem Gesicht.
„Ich hab doch gesagt, dass ich es nicht leiden kann, wenn du dein hübsches Gesicht versteckst.“
Lily zuckte zusammen und wich von mir.
„Ich … ich …muss weg.“ Sie sprang auf und stürmte aus dem Zimmer.
Irritiert schaute ich ihr hinter her. Was habe ich falsch gemacht? Wollte sie nicht, dass ich ihr näher kam?
Dieses Mädchen war mir ein Rätsel und ich wusste einfach nicht, woran ich bei ihr war. In meiner Nähe war sie verdammt schüchtern und lief jedes Mal rot an wenn ich sie anlächelte, aber wenn ich sie anfassen wollte oder ihr nur sehr nahe war, versteifte sie sich.
Seufzend stand ich auf und strich mir übers Gesicht.
Zu gerne würde ich wissen wo sie hin war. Es war gefährlich um diese Zeit alleine im Schloss umher zu wandern. Vor allem wenn man Lily Evans hieß und das Unglück magisch anzog.
Leise klopfte es an der Tür und ich schaute auf die Uhr.
Wer wollte denn um diese Uhrzeit noch zu mir?
Als ich die Tür öffnete, überraschte es mich meine herzallerliebste Schwester zu sehen.
„Helen? Ist was passiert?“ Ich war besorgt, denn sie kam nie so spät abends zu mir.
Sie lächelte schwach. „Ist Lily hier?“
Ich schüttelte den Kopf. „Sie ist einfach weg gegangen.“
Helen nickte wissend. „Das macht sie öfters. Sie verschwindet abends und kommt immer sehr spät zurück.“
Ich horchte auf. „Wirklich?“
„Kann ich rein?“ Fragte sie mich ungeduldig und ich machte ihr den Weg frei, so dass sie eintreten konnte.
Sie blickte sich nur kurz um und setzte sich gleich auf die Couch. „Schön habt ihr es hier.“
Ich stöhnte auf. „Helen, was ist los? Du bist doch nicht her gekommen, nur weil du unser Schulsprecherzimmer sehen willst.“
Sie lachte leise und schüttelte den Kopf. „Nein, eigentlich ist mir euer Zimmer egal.“
„Und warum bist du da?“ Ich klang genervter wie ich es eigentlich beabsichtigt hatte.
Sie klopfte mit ihrer Hand auf den Platz neben ihr. „Setz dich Kleiner.“
Oh, wie ich es hasste wenn sie mich so nannte. Von wegen klein. Sind 1,88 m klein?
Sicher nicht. Aber da ich keine Lust auf Diskussionen hatte, ließ ich mich neben sie fallen.
Meine braunen Augen suchten die ihre und wir hielten den Blickkontakt eine Weile stand, bis sie ihn senkte.
„James, ich will mit dir wegen dem Vorfall von heute Abend sprechen.“
„Welcher Vorfall?“ Ich wusste nicht, was sie wollte.
Helen schnaufte wütend. „Du hast Trysha deinen Saft ins Gesicht geschüttet.“
Ich musste unwillkürlich anfangen zu grinsen, als ich mich daran erinnerte und zuckte mit den Schultern.
„Ja und?“
„Warum hast du das gemacht? Ich mag sie ja auch nicht sonderlich, aber so etwas hast du noch nie getan.“
„Sie … sie hat mich provoziert.“ Knurrte ich wütend.
„Weil sie gemeint hat, du würdest mit ihr lieber ausgehen als mit Lily? Das Lily wohl die Letzte wäre mit der du was anfangen würdest?“
Ich biss mir auf die Zähne. Es musste ziemlich heftig gewesen sein, denn sie knirschten.
Mein Blick war starr auf den Boden gerichtet.
Helen hob mein Kinn an, so dass ich sie anschauen musste.
„Jamie, sag es mir!“ Die Stimme von Helen war so fest und auffordernd, so dass ich mir vorkam, als würde meine Mum vor mir sitzen.
„Was soll ich dir sagen?“
„Sag mir, was los mit dir ist. Vertraust du nicht mal deiner Schwester?“
„Doch, natürlich vertraue ich dir Helen. Aber was soll ich dir denn sagen? Mit mir ist nichts los.“
„Du brüllst Anna an, sie soll Lily nicht Pumuckel nennen, du reißt dich zusammen nicht Sirius zu verprügeln, weil er dasselbe getan hatte. Du blockst völlig ab, wenn ich dich frage, ob du sie magst und vorhin hast du Trysha den Saft ins Gesicht geschüttet. Jetzt mach mir nicht weis, du würdest nichts für Lily empfinden. Nur ich warne dich, wenn es nur Mitleid ist, dann lass es lieber bleiben. Lily mag vielleicht für viele der Tollpatsch sein, die Katastrophe auf zwei Beinen, aber sie ist so warmherzig und intelligent, begabt und humorvoll. Sie kann über ihre Missgeschicke selbst lachen. Es wäre schade, wenn du sie erst aus ihrem Schneckenhaus hervor locken würdest und sie danach sitzen lässt.“
Ich starrte meine Schwester mit offenem Mund an.
„Warum sagst du mir das?“
„Auch wenn es nicht so aussieht. Ich kann sie gut leiden. Ich habe schon öfters mit ihr geredet, wenn wir alleine waren. Sie hat keine Freunde und sie ist viel zu schüchtern auf jemanden zu zugehen.“
„Sie hat Snape.“ Grummelte ich und es schmerzte.
„Sie sind Freunde und das schon immer. Ich glaube nicht, dass was zwischen ihnen ist.“
„Sah aber ganz anders aus.“ Mein Blick war düster. Das wusste ich von alleine, ohne, dass ich mich im Spiegel anschauen musste.
„Ja, die Eifersucht legt einem manchmal Steine in den Weg. Ich gebe dir jetzt einen Tipp. Sagen wir mal, einen Rat von der großen Schwester zum kleinen Bruder.“ Sie grinste mich wieder auf diese besser wissende Art und Weise an und ich verdrehte die Augen.
„Sieben Minuten Helen. Es sind nur sieben Minuten.“
Sie kicherte. „Sieben Minuten mehr Erfahrung Jamie.“
„Her mit dem Tipp, so dass ich dich hier raus schmeißen kann.“
„Bring sie in unsere Clique. Wir, Anna und ich, werden uns um sie kümmern.“
Ich verkniff mir mein Grinsen. „Ich dachte, ihr findet sie furchtbar peinlich.“
„Nein, sie kann ja nichts dafür dass sie zwei linke Füße hat und blind durch die Gegend rennt. Sie ist halt eine Träumerin. Wir holen sie in die Realität und zeigen ihr, dass es auch Menschen gibt, die sie mögen und Zeit mir ihr verbringen wollen. Und du willst mit ihr Zeit verbringen. Das sehe ich dir an und widerspreche mir bloß nicht.“
Sie bohrte mir ihren Finger in die Brust.
„Ist es so offensichtlich?“ Fragte ich sie kleinlaut.
„Naja, ich sehe es. Ich kenne deinen Blick, wenn du dich für etwas begeisterst. Nur hatte ich ihn vorher noch nie bei dir gesehen, wenn du ein Mädchen angeschaut hast. Normalerweise war dieser Blick immer für Besen reserviert. Doch als du Lily in der Winkelgasse genauso angestarrt hattest, wusste ich bescheid.“
„Ich starre Lily genauso an, als wäre sie der Besen meiner Träume?“ Fragte ich Helen verwirrt und sie lachte laut.
„Ja, so ungefähr. Vielleicht ist ja Lily das Mädchen deiner Träume.“ Ich schmunzelte und dachte darüber nach. Könnte es wirklich so sein? Hatte ich mich ohne es zu merken in sie verknallt? Interessant fand ich sie schon immer, aber war aus Interesse Verlangen geworden?
Ja klar, ich brannte danach in ihre Nähe zu sein und ich hatte ständig den Drang, sie zu berühren.
Und was war das vorhin gewesen? Als wir im Gang gestürzt waren? Und vorher schon im Zug? Da hatte ich doch den Wunsch gehabt sie zu küssen. Dieser Wunsch kam mir immer und immer wieder, wenn ich nur ihre Lippen sah, die so schön rot und voll waren.
Ich seufzte und Helens Grinsen wurde so richtig breit.
„Was?“ Fragte ich sie genervt.
„Das war aber ein tiefer, verliebter Seufzer.“ Lachte sie.
„War es nicht.“ Verteidigte ich mich.
„Und ob das einer war.“
„Nein!“ Ich warf ihr einen trotzigen Blick zu.
„Doch!“ Trällerte sie und petzte mir in die Wange.
„Blöde Kuh.“
„Doofer Esel.“
„Hinterhältige Schlange.“
„Angeberischer Ochse.“
„Eingebildete Ziege.“
„Sturer Bock.“
„Tschuldigung, ich wollte euer … ähm … was auch immer nicht stören.“
Erschrocken drehten wir uns um und entdeckten Lily an der Tür stehen.
„Wo warst du?“ Platzte es mir raus.
„Spazieren.“ Murmelte sie leise und wollte sich in ihr Zimmer verkrümeln.
„Ihr könnt euch weiter streiten.“
„Lily, warte mal.“ Helen war aufgesprungen und hielt sie am Arm fest.
„Wie geht es eigentlich deiner Nase?“
„Sie ist okay. Hat nur geblutet, mehr nicht. Aber danke für das Taschentuch. Ich werde dir ein neues kaufen.“
„Nein, lass nur. Außerdem war es James’.“
„Oh, dann werde ich ihm ein neues kaufen.“
Helen wandte den Blick zu mir und ich schüttelte schnell den Kopf.
„Nein, es ist wirklich okay Lily. Du musst mir kein neues kaufen. Ich habe massig von denen.“
„Danke.“ Hauchte sie und ein „Gute Nacht.“
„Warte!“ Rief ich und sie zuckte erschrocken zusammen. Ich wollte noch nicht, dass sie ging.
„Hättest du nicht Lust morgen mit uns an den See zu gehen?“
„Oh, ich habe schon eine Verabredung. Tut mir Leid.“
„Mit Snape?“ Fauchte ich und ich erschrak selbst über mich.
Lily schaute mich mit großen Augen an. „Ich wüsste nicht, was es dich angeht.“ Ihre Stimme zitterte und mit einem Knall krachte die Tür von ihrem Zimmer ins Schloss.
„Super hin gekriegt Brüderchen.“ Helen klopfte mir auf die Schulter.
„Lass da mal die Profis ran und überlass Lily mir und Anna.“
„Warum sollte ich?“
„Du willst doch noch in diesem Leben mit ihr zusammen kommen, oder? Also halte dich zurück. Wir machen das schon. Vertraue einfach mal deinen zwei Frauen.“
Ich verdrehte die Augen, stimmt aber zu.
Dann sollten Anna und Helen mal zeigen, was sie konnten.

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Freunde sind solche, die es schaffen, deine Tränen zu trocknen und deine innere Sonne hinter dem Horizont der Traurigkeit hervorzuholen.
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Ein Tropfen Liebe ist mehr als ein Ozean Verstand!
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Janine0906
Schulsprecher


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Beiträge: 640

BeitragVerfasst am: 13.12.2007, 17:13    Titel: Antworten mit Zitat

Echt klasse Chap!! Hoffentlich schaffen Helen und Anna sie in die Clique zu bringen!!
Bitte weiterschreiben!!! Very Happy

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Harry Potter (und Charmed) for ever!!!!!!!!!!
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herminegirl
Orden des Merlin 2. Klasse


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Anmeldungsdatum: 14.08.2007
Beiträge: 2314
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 13.12.2007, 19:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hach ja Prongsie ist eifersüchtig aber echt süüß wie er sie verteidigt und Helen ist wirklich genial
Das mit dem Saft war zum kaputtlachen *gg*

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"Ich hasse, wie du mit mir sprichst, und deine komische Frisur!
Ich hasse, wie du Auto fährst, und deine ganze Machotour!
Ich hasse deine Art mich anzuglotzen und dich ständig einzuschleimen.
Ich hasse es so sehr, ich muss fast kotzen, noch mehr als bei diesen Reimen.
Ich hasse, wenn du Recht behältst, und deine Lügerei.
Ich hasse, wenn du mich zum Lachen bringst, noch mehr als meine Heulerei.
Ich hasse, wenn du nicht da bist und dass du mich nicht angerufen hast.
Doch am meisten hasse ich, dass ich dich nicht hassen kann.
Nicht mal ein wenig, nicht mal ein bisschen.
Nicht einmal fast. "
(Zitat aus dem Film: 10 Dinge die ich an dir hasse)
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LilsPotter
Vorschüler


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Anmeldungsdatum: 04.12.2007
Beiträge: 21

BeitragVerfasst am: 27.12.2007, 20:09    Titel: Antworten mit Zitat

Kapitel 4


****Lily****

Zitternd saß ich auf meinem Bett und atmete schwer ein und aus.
Ich wollte so gern mit James an den See, aber ich hatte Sev versprochen, dass wir uns nach dem Unterricht treffen würden.
Ich war hin und her gerissen. Wie lange hatte ich darauf gewartet, dass James mich beachten würde und jetzt wo er es tat, wusste ich nicht, ob er es ernst meinte.
Warum sollte er mich auf einmal mögen? Mich? Ich war nichts Besonderes. Er könnte jede haben, also warum ausgerechnet mich? Ich war tollpatschig, ruhig, streberhaft.
Konnte er wirklich auf so ein Mädchen stehen?
Nicht wirklich, oder? Vielleicht mochte er mich auch nur als Mensch. Eventuell als gute Freundin, aber bestimmt nicht so.
Wer würde schon für ein Mädchen, wie ich es eine war, Gefühle haben, wenn man an sein Leben hing. Ich brachte doch nur Unglück über mich und über die anderen.
Warum war ich nur so kompliziert? Warum musste ich so sein, wie ich es war?
Ich wäre so gerne wie Anna oder wie Helen. Sie waren beliebt. Jeder mochte sie, sahen zu ihnen auf und ich war unsichtbar, wenn ich nicht gerade Chaos anrichtete.
Schluchzend ließ ich mich zurück fallen und rollte mich ein.
Ich fühlte mich wieder so einsam. Ich war alleine in meiner eigenen Welt. In einer Welt, in der nur Chaos und Unordnung herrschte.
Meine Tränen brannten auf der Haut. Ich versteckte schluchzend mein Gesicht in das Kissen.
Ich wollte nicht mehr alleine sein. Ich wollte dazu gehören.

****James****

Ich hörte wie Lily schluchzte. Hilflos starrte ich Helen an und wartete darauf, bis sie mir sagte, was ich tun sollte.
„Soll ich zu ihr?“ Fragte ich sie leise und sie nickte traurig.
„Sie tut mir so Leid. Was ihr wohl alles durch den Kopf geht? Sie muss völlig verwirrt sein. Jahrelang hat sich keiner um sie gekümmert und auf einmal ….“
„Snape war ja immer da.“ Knurrte ich. Ich wusste nicht, warum ich so eifersüchtig war. Sie war nicht meine Freundin, sie war nicht mal eine Freundin von mir, aber trotzdem kochte das Blut in mir, wenn ich daran dachte, wie sie mit ihm zusammen saß und lachte. Vielleicht für eine Weile aus ihre chaotische Welt fliehen konnte.
„Geh zu ihr!“ Flüsterte Helen mir zu. „Sei aber bitte etwas einfühlsamer als du es eben warst.“
Ich nickte. „Ich werde mein Bestes versuchen.“
Nervös öffnete ich die Tür und schloss sie wieder leise hinter mir.
Lily lag zusammen gerollt am Rand des Bettes und weinte. Ihr Gesicht wirkte blasser denn je, ihre Lippen zitterten und ihre Augen waren beißend hellgrün vom weinen. So sahen also ihre Augen aus, wenn sie weinte. Nicht smaragdgrün, das so schön dunkel war, nein, sie waren dann hellgrün.
„Was willst du?“ Schluchzte sie und wischte sich fahrig über die Augen.
„Lily, ich … es tut mir Leid. Ich habe kein Recht dir vorzuschreiben, mit wem du befreundet sein sollst und mit wem nicht.“
„Genau, das hast du nicht. Lass mir wenigstens diese eine Person. Bei ihm weiß ich wenigstens, dass er sich nicht über mich lustig macht.“
Ich kniete mich neben sie und legte mein Kinn auf ihr Bett ab. Dabei schaute ich ihr fest in die Augen.
„Ich mache mich über dich auch nicht lustig. Glaubst du mir das nicht?“
Sie schüttelte den Kopf. „Ich weiß nicht was ich glauben soll. Es kommt so plötzlich. Vorher hattest du mich auch nie beachtet.“
„Glaubst du das wirklich? Glaubst du wirklich, dass ich dich nie gesehen habe? Dich ignoriert habe? Das stimmt nicht Lily. Ich beobachte dich schon seit einer ganzen Weile.“
„Warum?“ Hauchte sie.
„Weil du